Moviebase Jurassic World: Ein neues Zeitalter

Jurassic World: Ein neues Zeitalter
Jurassic World: Ein neues Zeitalter

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Originaltitel: Jurassic World: Dominion
Kinostart: 08.06.2022
DVD/Blu-Ray Verkauf: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 12
Lauflänge: 147 Minuten
Studio: Amblin Entertainment, Universal Pictures
Produktionsjahr: 2022
Regie: Colin Trevorrow
Drehbuch: Colin Trevorrow, Emily Carmichael
Darsteller: Chris Prat, Bryce Dallas Howard, Sam Neill, Jeff Goldblum, Laura Dern, Omar Sy, BD Wong, Daniella Pineda, Dichen Lachman, Mamoudou Athie
In erzählerischer Hinsicht ist Steven Spielbergs Saurierabenteuer „Jurassic Park“ keine Offenbarung. Was seine technische Ausführung betrifft, setzte der auf Michel Crichtons gleichnamigem Roman basierende Film bei seinem Erscheinen 1993 allerdings neue Maßstäbe. Bestaunen konnte das Publikum Bilder von ungeahnter Überwältigungskraft sowie Spezial- und Computereffekte, wie man sie bis dato noch nicht gesehen hatte. Vier Jahre später folgte mit „Vergessene Welt: Jurassic Park“ die angesichts von gigantischen Einspielergebnissen obligatorische Fortsetzung. Beschlossen wurde die Dino-Trilogie 2001 mit „Jurassic Park III“. 2015 kam es dann zu einer Wiederbelebung des Franchise, die unter dem Titel „Jurassic World“ – so der Name des neuen Urzeitechsenparks auf der Isla Nublar – in den Kinos startete. „Jurassic World: Das gefallene Königreich“, das nächste Kapitel des zweiten Dreiteilers, erblickte 2018 das Licht der Welt. Als vorerst letzter Beitrag der Saga geht nun „Jurassic World: Ein neues Zeitalter“ an den Start, in dem sich mit Ellie Sattler (Laura Dern), Alan Grant (Sam Neill) und Ian Malcolm (Jeff Goldblum) drei Helden des Ursprungswerks die Ehre geben.

Seit den Ereignissen des Vorgängers hat sich das Leben auf der Erde grundlegend verändert. Nach der Zerstörung der Isla Nublar durch einen Vulkanausbruch und der Freisetzung der von dort kommenden Dinosaurier auf dem Festland sind die urzeitlichen Tiere in alle Winde verstreut. Die großen Fragen lauten: Wie soll der Mensch mit dieser Situation umgehen? Droht uns der Verlust unserer Vorherrschaft? Und wie könnte eine friedliche Koexistenz aussehen? Von Letzterer ist man zu Beginn des neuen Films noch weit entfernt. Daran lassen Ausschnitte aus einer für Überblick sorgenden TV-Reportage keinen Zweifel.

Claire Dearing (Bryce Dallas Howard), die Ex-Leiterin des Jurassic-World-Themenparks, und ihr ehemaliger Mitarbeiter Owen Grady (Chris Pratt) sind inzwischen wieder ein Paar und haben sich in der Abgeschiedenheit verkrochen, um ihre Ziehtochter Maisie Lockwood (Isabella Sermon) abzuschirmen. Das Mädchen wird von vielen Parteien begehrt, da es sich bei ihr um einen Klon Charlotte Lockwoods handelt, der Tochter des früheren Geschäftspartners von Jurassic-Park-Gründer John Hammond. Als Maisie eines Tages aufgespürt und gekidnappt wird, zögern Claire und Owen keine Sekunde, ihr zu helfen. Die Spuren der Entführer, die für Lewis Dodgson (Campbell Scott), den CEO des Großkonzerns Biosyn, arbeiten, führen die besorgten Ersatzeltern nach Malta.

In einem zunächst parallel ablaufenden Handlungsstrang überredet Ellie Sattler ihren alten Freund Alan Grant, ihr bei den Recherchen zu einer mysteriösen, die globale Nahrungsversorgung womöglich schon bald bedrohenden Heuschreckenplage unter die Arme zu greifen. Gemeinsam machen sich die Paläobotanikerin und der Paläontologe auf den Weg in die Dolomiten, wo sie dank ihres früheren Weggefährten Ian Malcolm Zutritt zum Laborkomplex und Dinosaurierrefugium von Biosyn erhalten. In den Hallen der fleißig Genforschung betreibenden Firma vermuten sie Antworten auf das Heuschreckenproblem.

Ein hochmodernes Unternehmen, das den Menschen neuen Fortschritt bringen will, dafür aber Grenzen überschreitet. Die Versorgungslage auf unserem Planeten. Ein Klon, der zum Zünglein an der Waage werden könnte. Und die Frage nach der Zukunft im Zusammenleben mit einer eigentlich ausgestorbenen Spezies. Der Abschluss der „Jurassic World“-Trilogie und gleichzeitig sechste Film der Saurierreihe hat einige reizvolle Ansätze – und verfährt mit ihnen ähnlich wie der zweite Teil. Will heißen: Vieles bleibt unterentwickelt, wird nur angerissen, bleibt in der Luft hängen und ist unter dem Strich auf Allgemeinplätze reduziert. Besonders schade: Einmal mehr erhält Maisie Lockwood, die aufgrund ihrer besonderen Situation und ihres Dilemmas wohl interessanteste Figur im gesamten Ensemble, nicht die nötige Aufmerksamkeit.

Überhaupt wimmelt es im Drehbuch, das Regisseur Colin Trevorrow mit Emily Carmichael („Pacific Rim: Uprising“) verfasste, vor Nachlässigkeiten, die den Unterhaltungswert massiv nach unten ziehen. Für Sattler und Grant fällt dem Gespann herzlich wenig ein. Ihre Nachforschungen erzeugen lediglich verhaltenen Nervenkitzel. Und ein plump angeleierter Dreh ins Romantische kündigt sich überdeutlich an. Claires und Owens Suche nach Maisie und ihre Sorge um das Wohlergehen der Entführten sollen dem Geschehen emotionale Kraft einhauchen. Dafür müsste man irgendwann aber auch mal die Oberfläche durchbrechen. Antagonist Lewis Dodgson macht anfangs noch einen unkonventionelleren Eindruck. Mit der Zeit verliert der Biosyn-Chef jedoch dramatisch an Profil und Ausstrahlung. Schwach fallen außerdem häufig die Dialoge aus. Natürlich darf man von einem Spektakelstreifen keine gedrechselten, supersubtilen Wortwechsel erwarten. Dennoch muss man nicht ständig offensichtliche Dinge zum Thema machen und den Zuschauer mit Nachdruck auf schlecht begründete Figurenentscheidungen stoßen. Amüsant ist es beispielsweise, dass mehrfach darüber diskutiert wird, warum die Schmugglerin und Pilotin Kayla Watts (DeWanda Wise) Dearing und Grady plötzlich tatkräftig unterstützt. Eine von mehreren Stellen, die – wahrscheinlich – unbeabsichtigt Komik produzieren. Für gewollte Humoreinlagen ist hingegen Chaostheoretiker Malcolm zuständig, den Jeff Goldblum herrlich entrückt verkörpert. Seine Gaga-Performance passt irgendwie perfekt in einen zahlreiche Versatzstücke aneinanderreihenden Film mit einer seltsamen Egal-Haltung. In Beliebigkeit versinken vor allem die Dinosaurierattacken, wobei ein Echsenclash am Ende dem Ganzen die Krone aufsetzt. Gekämpft wird hier nur deshalb, weil es in einem Teil der „Jurassic World“-Reihe halt so sein muss. Nicht, weil es einen wichtigen Bezug zur Geschichte gäbe.

Zur Ehrenrettung des Regisseurs und Mitautors sei betont: Immer mal wieder gelingt ihm ein wuchtiges Bild oder eine zackige Actionsequenz. Wirklich atemberaubende Ideen und Impressionen bleibt Trevorrow allerdings schuldig. Atmosphärisch und inszenatorisch zieht „Jurassic World: Ein neues Zeitalter“ gegenüber Juan Antonio Bayonas mit Horrorfilmanleihen gespicktem Vorgänger den Kürzeren. Vom Ende der zweiten Trilogie hätte man sich fraglos mehr erhofft – weswegen das Bedauern über den vorläufigen Schlussstrich unter die Dino-Saga überschaubar ist.

>> von Christopher Diekhaus

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