Moviebase ES: Kapitel 2

ES: Kapitel 2
ES: Kapitel 2

Bewertung: 50%

Userbewertung: 87%
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Originaltitel: IT: Chapter 2
Kinostart: 05.09.2019
DVD/Blu-Ray Verkauf: 23.01.2020
DVD/Blu-Ray Verleih: 23.01.2020
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: 169 Minuten
Studio: New Line Cinema
Produktionsjahr: 2018
Regie: Andy Muschietti
Drehbuch: Gary Dauberman, Stephen King
Darsteller: Jessica Chastain, Bill Skarsgård, Sophia Lillis, Jaeden Lieberher, Jack Dylan Grazer, Matt Oleff, Jeremy Ray Taylor

Mehr als 700 Millionen Dollar spülte die Romanadaption „ES“ 2017 in die Kinokassen und avancierte damit zum umsatzstärksten Horrorfilm aller Zeiten. Ob der nun startende zweite Teil nach Stephen Kings Bestseller von 1986 diesen Rekord übertreffen wird, bleibt abzuwarten. Mit Sicherheit sagen lässt sich allerdings schon jetzt, dass der Nachfolger in puncto Stimmung und Unterhaltungswert nicht an den Vorgänger heranreicht, da sich der im aktuellen Gruselkino omnipräsente Hang zum krachenden Geisterbahneffekt auch hier in überdurchschnittlichem Maße wiederfindet. Konnte Regisseur Andrés Muschietti („Mama“) in „ES“ so manche plakative Buh-Attacke noch mit dem starken Zusammenspiel seiner Jungdarsteller und einem kompetent heraufbeschworenen Coming-of-Age-Gefühl ausgleichen, tritt die Gruppendynamik dieses Mal allzu oft hinter nummernhaften Schocks zurück.

Der Schwur, den die Freunde Bill Denbrough (Jaeden Martell, „The Lodge“), Stanley Uris (Wyatt Oleff, „Guardians of the Galaxy Vol. 2“), Eddie Kaspbrak (Jack Dylan Grazer, „Shazam!“), Richie Tozier (Finn Wolfhard, „Stranger Things“), Beverly Marsh (Sophia Lillis, „Sharp Objects“), Mike Hanlon (Chosen Jacobs, „Castle Rock“) und Ben Hanscom (Jeremy Ray Taylor, „Gänsehaut 2: Gruseliges Halloween“) am Ende von Kapitel eins ablegten, fordert im Sequel nun seinen Tribut. 27 Jahre nach den Ereignissen aus dem Sommer 1989 erkennt der inzwischen erwachsen gewordene Mike (Isaiah Mustafa, „Shadowhunters“), der als Einziger in der Kleinstadt Derry geblieben ist, dass das Morden von neuem beginnt.

Das bezwungen geglaubte Monster, das zumeist in Gestalt des Clowns Pennywise (Bill Skarsgård, „Assassination Nation“) in Erscheinung tritt, treibt abermals sein Unwesen und muss endgültig vernichtet werden. Aus diesem Grund meldet sich Mike bei seinen früheren Weggefährten Bill (James McAvoy, „Glass“), Stanley (Andy Bean, „Swamp Thing“), Eddie (James Ransone, „Captive State“), Richie (Bill Hader, „Sausage Party – Es geht um die Wurst“), Beverly (Jessica Chastain, „Crimson Peak“) und Ben (Jay Ryan, „Beauty and the Beast“) und fleht sie an, sofort in die alten Heimat zu kommen. Bis auf Stanley finden sich nur wenig später alle in Derry ein und beschließen zähneknirschend, ihren Schwur einzulösen. Soll heißen: Pennywise erneut zu bekämpfen.

Anders als Stephen Kings ständig zwischen den Zeiten hin- und herspringender Roman konzentrierte sich die Adaption lediglich auf die jungen Protagonisten und nahm sich ausführlich Zeit für deren Ängste, Sorgen und Unsicherheiten. Mehr als einmal fühlte man sich an den Jugendfilmklassiker „Stand by Me – Das Geheimnis eines Sommers“ erinnert, der Abenteuerlust und Pubertätsprobleme auf packende Weise verbindet. Den besonderen Charme von „ES“ machte das Zusammenwachsen der Außenseiter aus, die den sogenannten Klub der Verlierer bildeten. Im zweiten Teil mussten Regisseur Muschietti und Drehbuchautor Gary Dauberman („Annabelle 3“) mit den erwachsenen Versionen ein paar neue Figuren einführen, deren Vorstellung allerdings viel skizzenhafter gerät als in der detailreichen Literaturvorlage. Die Bindung zu den älter gewordenen Freunden baut sich weniger schnell auf und bleibt trotz solider Darbietungen bis zum Ende überschaubar.

Die emotionale Kraft des Erstlings kommt erst dann zum Vorschein, wenn „ES: Kapitel 2“ Erinnerungen und Rückblenden bemüht, in denen die Teenager interagieren. Waren Drama- und Horrorelemente im Vorgänger mindestens gleich gewichtet, schlägt das Pendel in der Fortsetzung deutlicher in Richtung Gruselparade aus. Die Traumata der einzelnen Klubmitglieder kommen zwar wieder an die Oberfläche, sind allerdings in erster Linie Aufhänger für lärmende Jump-Scare-Salven, deren Inszenierung keine große Variation erkennen lässt. Fast alle fünf Minuten bricht im Mittelteil aus dem Dunkeln eine neue, entstellte Fratze hervor, wobei die Schreckgestalten bisweilen die Grenze zur Lächerlichkeit überschreiten. Auf Dauer nutzt sich der Budenzauber ab und untergräbt das Entstehen einer nachhaltigen Horrorstimmung. Egal, wie schaurig-schön die Ausstattung, wie gelungen die Spezialeffekte und wie erlesen die Bilder auch sein mögen. Verstörender als die konventionellen Gruselkniffe sind ohnehin Momente, die den Schrecken des Alltags einfangen – etwa ein brutaler Angriff auf ein schwules Pärchen gleich zu Beginn.

Dass „ES: Kapitel 2“ gröber gestrickt ist, zeigt sich überdies an der lustlosen Einbindung des Nebenstranges rund um Psychiatrie-Ausbrecher Henry Bowers (Teach Grant, „The Terror“) und im spektakelwütigen Finale. Einmal mehr drängt hier das Getöse den Blick auf die Beziehungen der Figuren in den Hintergrund. Das mit zwei amüsanten Gastauftritten garnierte Sequel ist gewiss keine Vollkatastrophe. Dafür sieht das Ganze schlichtweg zu gut aus. Insgesamt steht der Film aber wenig inspirierten Studio-Fließbandarbeiten wie „The Nun“ und „Lloronas Fluch“ deutlich näher als Teil eins – was man schon bedauern muss.

>> von Christopher Diekhaus

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