Moviebase Venom

Venom
Venom

Bewertung: 40%

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Originaltitel: Venom
Kinostart: 03.10.2018
DVD/Blu-Ray Verkauf: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 12
Lauflänge: Unbekannt
Studio: Columbia Pictures, Marvel Entertainment, Sony Pictures Entertainment
Produktionsjahr: 2018
Regie: Ruben Fleischer
Drehbuch: Kelly Marcel, Will Beall
Darsteller: Tom Hardy, Tom Holland, Michelle Williams, Jenny Slate, Woody Harrelson, Riz Ahmed, Marcella Bragio, Reid Scott, Michelle Lee

Während Disney und die Marvel Studios erst 2019 weitere Superheldenabenteuer ihrer fortlaufenden Reihe unter die Leute bringen, wirft Konkurrent Sony noch in diesem Jahr sein mit Spannung erwartetes Spider-Man-Spin-off „Venom“ auf den Markt, das der Startschuss für ein eigenes Comic-Franchise sein könnte. Einen Leinwandkosmos, der losgelöst vom stetig wachsenden Marvel Cinematic Universe existieren soll. Ob sich die großen Pläne wirklich in die Tat umsetzen lassen, dürfte – wie so oft im Blockbuster-Kino Hollywoods – maßgeblich von den Einnahmen am Boxoffice abhängen. Bei einem Blick auf die Qualität des von Ruben Fleischer („Zombieland“) inszenierten Scifi-Action-Cocktails will sich allerdings keine ausgeprägte Vorfreude einstellen. Zu wenig kann die Superheldenverfilmung überzeugen, obwohl sie mit Tom Hardy einen wie entfesselt aufspielenden Hauptdarsteller zu bieten hat.

Als ein Raumfahrzeug der Life Foundation abstürzt, liegen bei deren Gründer Carlton Drake (Riz Ahmed, „Rogue One: A Star Wars Story“) die Nerven blank, da einer der an Bord transportierten außerirdischen Organismen plötzlich spurlos verschwunden ist. Nur wenig später fühlt Enthüllungsjournalist Eddie Brock (Tom Hardy, „Mad Max: Fury Road“) dem skrupellosen Forscher auf den Zahn und schleudert ihm vor laufender Kamera harsche Anschuldigungen entgegen. Seine Angriffslust bezahlt der investigative Reporter mit seinem Job und muss zu allem Überfluss auch noch verkraften, dass seine Beziehung mit Anne Weying (Michelle Williams, „Shutter Island) durch den Skandal in die Brüche geht. Fortan lebt der zunehmend abgehalfterte Eddie mehr schlecht als recht in den Tag hinein, wird irgendwann jedoch von einer Mitarbeiterin Drakes (Jenny Slate, „Hotel Artemis“) kontaktiert, die dem früheren Aufdecker von tödlichen Menschenversuchen bei der Life Foundation berichtet. Nur widerwillig erklärt sich Brock bereit, dem Ganzen nachzugehen, und stößt bei seinen Recherchen in den Geheimlaboren auf eine extraterrestrische Lebensform, einen sogenannten Symbionten, der sich in Eddies Körper einnistet, ihm Superkräfte verleiht, aber auch seine Persönlichkeit verändert und ihm das Alter Ego Venom aufzwingt.

Schon im Vorfeld der Veröffentlichung wurde eifrig darüber diskutiert, dass Fleischers Comic-Adaption in den USA mit dem PG-13-Rating eine verhältnismäßig geringe Altersfreigabe erhalten hatte. Waren viele Fans des Marvel-Antihelden zunächst davon ausgegangen, sich auf einen unbequemen, kompromisslosen Film freuen zu können, ließen die Nachrichten einen Großteil der Hoffnungen in Schall und Rauch aufgehen. Auch wenn die finale Kinoversion in einem ausgeprägten Düsterlook daherkommt, muss man nach der Sichtung leider konstatieren, dass es der 100-Millionen-Dollar-Produktion an Ecken und Kanten fehlt.

Vollends eintauchen in die Abgründe der plötzlichen wie unheimlichen Verschmelzung von Mensch und Alien wollen die Macher nicht, setzen stattdessen – ähnlich wie die Schöpfer des kürzlich angelaufenen Monster-Actioners „Predator – Upgrade“ – auf den Faktor Komik. Einigen Unterhaltungswert garantiert zweifelsohne die fiebrig-aufgedrehte Darbietung von Oscar-Kandidat Tom Hardy (nominiert für „The Revenant – Der Rückkehrer“), der Eddies Kampf mit seinem neuen „Begleiter“ lustvoll und ungehemmt ausagiert. Etwa in der Sequenz, in der der frühere Journalist in einem Restaurant vor den Augen seiner Ex und ihres neuen Freundes von einem absurden Fehltritt zum nächsten stolpert. Momente wie dieser laden ebenso zum Lachen ein wie die regelmäßigen Zwiegespräche zwischen Brock und dem außerweltlichen Parasiten, deren Gewitztheit sich auf Dauer allerdings in Grenzen hält.

Der Wechsel von humoristischen Einlagen zu bedrohlichen Augenblicken und zurück wirkt nicht selten holprig, ließe sich aber noch halbwegs verkraften, wenn der Film Spannendes zu erzählen hätte. Tatsächlich leiern Fleischer und seine Drehbuchautoren jedoch einen austauschbaren Superheldenplot herunter, der keinen Raum für einprägsame Nebenfiguren bereithält. Die nachweislich hochveranlagte Michelle Williams wird mit einer blassen Stichwortgeberrolle abgespeist. Und Riz Ahmed verkörpert einen 08/15-Bösewicht, dessen Größenwahn dem Zuschauer aus artverwandten Werken bestens vertraut sein dürfte. Dass „Venom“ in einen lieblos abgespulten Showdown mündet, passt hervorragend ins Bild eines recht uninspiriert zusammengestoppelten Spektakelstreifens, dessen weitgehend ordentliche Spezialeffekte und dessen sporadische Action-Highlights nur bedingt über die beschriebenen Versäumnisse und Mängel hinwegtrösten können. Hätten alle Beteiligten so viel Einsatz wie der Hauptdarsteller an den Tag gelegt, wäre die Enttäuschung gewiss um einiges geringer ausgefallen.

>> von Christopher Diekhaus

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