Moviebase Hostile

Hostile
Hostile

Bewertung: 45%

Userbewertung: 40%
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Originaltitel: Hostile
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 27.04.2018
DVD/Blu-Ray Verleih: 27.04.2018
Freigabe: FSK 18
Lauflänge: 90 Minuten
Studio: Full Time Films, H Films, Title Media
Produktionsjahr: 2017
Regie: Mathieu Turi
Drehbuch: Mathieu Turi
Darsteller: Brittany Ashworth, Grégory Fitoussi, Javier Botet, Jay Benedict, David Gasman

Wenn ein junger Regisseur ungewöhnliche Dinge wagt und Genres kreuzt, die nur selten in einen Topf geworfen werden, gebühren ihm zunächst einmal Lob und Anerkennung für seinen Mut. Dass Experimentierfreude allein jedoch nicht ausreicht, um fesselnde Unterhaltung zu bieten, demonstriert der Franzose Mathieu Turi eher unfreiwillig mit seinem Spielfilmdebüt „Hostile“. Das ambitionierte, bei den Fantasy Filmfest White Nights 2018 aufgeführte Werk pendelt unablässig zwischen Endzeithorror und Beziehungsdrama, schafft es allerdings nicht, diesen Spagat besonders spannend aufzuziehen. Im Gegenteil, allzu oft beschneiden die eingeworfenen Rückblenden die Schockwirkung des durchaus vielversprechenden Bedrohungsszenarios, das Turi in einer menschenfeindlichen Einöde aus dem Boden stampft.

Eine zunächst nicht näher benannte Katastrophe hat die Erde verheert und das gesellschaftliche Zusammenleben kollabieren lassen. Auf der Suche nach Benzin und Nahrung brettert die New Yorkerin Juliette (Brittany Ashworth, „The Crucifixion“) durch eine schier endlose Wüstenlandschaft und muss ständig auf der Hut vor deformierten Kreaturen sein, die über alles herfallen, was sich bewegt. Als die mit anderen Überlebenden in Funkkontakt stehende junge Frau für einen kurzen Augenblick nicht aufpasst, verliert sie die Kontrolle über ihren Wagen und landet schließlich abseits der Straße auf dem Dach. Ein offener Beinbruch erschwert Juliette das Verlassen des Autowracks, in dem sie sich schon bald vor einem unliebsamen Besucher verstecken muss.

Mit seinem dialogarmen, aber bildgewaltigen Einstieg, der das staubig-verdorrte Setting mustergültig einfängt, weckt Turi große Erwartungen. Erinnerungen an die „Mad Max“-Filme drängen sich unweigerlich auf. Und fürs Erste gelingt es dem französischen Regisseur und Drehbuchautor recht überzeugend, eine beunruhigende postapokalyptische Stimmung zu beschwören. Klugerweise befolgt er hier die alte Horrorregel, wonach man seine Monster nicht zu früh offen präsentieren sollte. Geschickt arbeitet „Hostile“ – etwa bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung in einem Wohnwagen – mit Andeutungen, die den Zuschauer die tödliche Gefahr jedoch sofort spüren lassen.

Juliettes Unfall könnte der Auftakt zu einem klassischen, nervenzehrenden Überlebenskampf sein, erweist sich jedoch als Startschuss für eine nicht gerade spannungsfördernde Flashback-Welle. Statt sich voll und ganz auf das Dilemma seiner Hauptfigur zu konzentrieren, bemüht sich Turi um eine stärkere Ausleuchtung ihres Charakters und ihrer Beziehung zum etwas schmierigen Galeristen Jack (Grégory Fitoussi, „World War Z“). Da das Drehbuch dabei ärgerliche Klischees – eine junge Frau in Nöten und ein edler Retter – zusammenwürfelt und viele Szenen eher platt denn ergreifend wirken, geht der Schuss nach hinten los. Was Juliette interessanter machen soll, produziert zunehmend Schulterzucken und befeuert den Wunsch, häufiger in der lebensbedrohlichen Gegenwart zu verharren. Die fortlaufenden Unterbrechungen lassen leider keine umfassende Beklemmung aufkommen, obwohl der Film nach dem Auftauchen des gebührend unheimlichen Jeep-Belagerers einige Schreck- und Splatter-Spitzen setzt.

Dass große Ambitionen manchmal kontraproduktiv sein können, zeigt sich spätestens in den Schlussmomenten, die einen überraschenden, aber arg konstruierten Twist bereithalten. Turi will mit dieser Wendung einen großen Bogen schlagen, setzt sich allerdings sehenden Auges der Gefahr aus, ins Lächerliche abzudriften. So abgedroschen es klingen mag, in diesem Fall wäre weniger definitiv mehr gewesen.

>> von Christopher Diekhaus

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