Moviebase Anna und die Apokalypse

Anna und die Apokalypse
Anna und die Apokalypse

Bewertung: 65%

Userbewertung: 65%
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Originaltitel: Anna and the Apocalypse
Kinostart: 06.12.2018
DVD/Blu-Ray Verkauf: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: 98 Minuten
Studio: Blazing Griffin, Constellation Creatives, Parkhouse Pictures
Produktionsjahr: 2017
Regie: John McPhail
Drehbuch: Alan McDonald, Ryan McHenry
Darsteller: Ella Hunt, Mark Benton, Tony Paul Kaye, Malcolm Cumming, Sarah Swire, Christopher Leveaux, Ben Wiggins, Marli Siu

„Shaun of the Dead“ trifft „La La Land“ – mit dieser Umschreibung preist das Presseheft zu „Anna und die Apokalypse“ eine der wohl ungewöhnlichsten Genre-Kreuzungen an, die in letzter Zeit in deutschen Kinosälen aufschlugen. Basierend auf dem Kurzfilm „Zombie Musical“ des 2015 verstorbenen Ryan McHenry verquirlt der Schotte John McPhail eine Reihe von Versatzstücken, bei denen man nicht glauben mag, dass sie tatsächlich zusammenpassen könnten. Hartgesottene Horrorfans dürften angesichts der nicht gerade seltenen Gesangseinlagen die Nase rümpfen, während Freunde beschwingter Highschool-Komödien sicherlich von den recht derben Splatter-Szenen überrumpelt werden. Mit etwas gutem Willen lässt sich der weihnachtlich verzierte Mix allerdings sehr wohl goutieren, da der Regisseur ein spielfreudiges Ensemble auffährt, pfiffige Lieder in petto hat und gelungene praktische Spezialeffekte einsetzt.

Wie viele Menschen im Teenager-Alter sehnt sich die aufgeschlossene Anna (Ella Hunt, „Robot Overlords – Herrschaft der Maschinen“) dem Ende ihrer Schulzeit entgegen, um ihrem verschlafenen Heimatstädtchen Little Haven endlich den Rücken kehren und die große, weite Welt erkunden zu können. Wenig Verständnis für ihre Reisepläne hat ihr Hausmeister-Vater Tony (Mark Benton, „Das Kabinett des Doktor Parnassus“), der seine Tochter viel lieber sofort an einer Uni sehen würde. Auch ihr bester Kumpel John (Malcolm Cunning) hofft, dass Anna es sich noch einmal anders überlebt, weil er insgeheim in sie verliebt ist. Ausgerechnet kurz vor Weihnachten bricht eine seltsame Virusepidemie über die Erde herein, die friedfertige Bürger in blutrünstige Bestien verwandelt und auch in Little Haven schnell für Chaos und Verwüstung sorgt. Gemeinsam mit John und den Freunden Steph (Sarah Swire, „God Help the Girl“) und Chris (Christopher Leveaux, „Writers Retreat“) verschanzt sich Anna in einem Bowlingcenter, muss dort aber schon bald den anstürmenden Infizierten Paroli bieten.

Das Abwehren wiederholter Attacken und die Entscheidung, sich zu einem bestimmten Ort durchzuschlagen, um geliebte Menschen zu retten, sind Bausteine, die in jeder Zombie-Geschichte irgendwann eine Rolle spielen. Die Survival-Handlung macht unter dem Strich sicherlich nicht viel her. Die wesensveränderten Angreifer sehen genau so aus, wie man es erwartet. Und auch die Protagonisten sind trotz einiger spannender Ansätze nicht allzu facettenreich gestaltet, besonders deutlich zu erkennen am Beispiel des pedantischen Schulleiters Savage (Paul Kaye, „Dracula Untold“), der wie eine wandelnde Karikatur erscheint.

Den wenig originellen zentralen Plot-Verlauf und die eher skizzenhafte Charakterzeichnung kann McPhail jedoch vielerorts mit gewitzten Inszenierungseinfällen, überzeugender Handwerksarbeit und einer engagierten Darstellerriege ausgleichen, aus der man die schwungvoll auftretende und erfrischend natürlich wirkende Ella Hunt herausheben muss. Amüsant ist unter anderem Annas morgendlicher Spaziergang durch die Straßen Little Havens, bei dem sie fröhlich vor sich hin trällert und erst mit einiger Verzögerung bemerkt, dass um sie herum bereits apokalyptische Zustände herrschen. Ein kleines Fest für Anhänger blutiger Zombie-Action ist der Kampf im Bowlingclub, der den Machern Raum für überdrehte Ideen bietet. Loben muss man sicher auch den Mut McPhails, der nicht davor zurückschreckt, Sympathieträger aus der Handlung zu verabschieden.

Es mag komisch klingen, ist allerdings nicht übertrieben: „Anna und die Apokalypse“ wird vor allem deshalb zu einem kurzweiligen Horrorspaß, weil die eingestreuten Lieder aus der Feder von Roddy Hart und Tommy Reilly schmissig und dynamisch sind und das Geschehen mitunter auf herrlich ironische Weise kommentieren. McPhails gewagte Mischung aus weihnachtlichem Highschool-Musical und Splatter-Krawall ist zweifelsohne ein gutes Stück entfernt von einem neuen Kultklassiker, den die Kritikerin der Entertainment-Website Collider erkannt haben will, bereichert das an monotonen Filmen nicht gerade arme Zombie-Subgenre aber um eine zackig-frische Variante.

>> von Christopher Diekhaus

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