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Bewertung: 70%

Userbewertung: 77%
bei 26 Stimmen

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Originaltitel: Upgrade
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 11.04.2019
DVD/Blu-Ray Verleih: 11.04.2019
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: Unbekannt
Studio: Blumhouse Productions, Goalpost Pictures
Produktionsjahr: 2018
Regie: Leigh Whannell
Drehbuch: Leigh Whannell
Darsteller: Logan Marshall-Green, Richard Anastasios, Rosco Campbell, Richard Cawthorne, Linda Cropper, Michael M. Foster, Betty Gabriel

Je stärker die Technik in unseren Alltag einzieht, umso drängender werden die Fragen nach möglichen Gefahren: Opfern wir Schritt für Schritt unsere Freiheit? Sind wir viel angreifbarer als früher? Und können wir die in Umlauf befindlichen Datenströme überhaupt noch kontrollieren? Gedanken darüber macht sich auch der Science-Fiction-Film, der seit jeher potenzielle Entwicklungen durchspielt und verdichtet. Klug und fesselnd zugleich befasste sich etwa im Jahr 2015 Alex Garlands futuristisches Kammerspiel „Ex Machina“ mit dem Thema „Künstliche Intelligenz“, das „Saw“-Schöpfer Leigh Whannell in seiner zweiten Regiearbeit nun ebenfalls ins Visier nimmt. Statt eines raffinierten Psychothrillers erwartet den Zuschauer in „Upgrade“ ein inhaltlich nicht übermäßig anspruchsvoller, dafür aber knackig inszenierter, wenig zimperlicher Actionritt mit einigen gelungenen Humoreinlagen.

In einer gar nicht mal so weit entfernten Zukunft führt der Mechaniker Grey (Logan Marshall-Green, „The Invitation“) ein glückliches Leben mit seiner Ehefrau Asha (Melanie Vallejo, „Winners & Losers“), obwohl die beiden grundverschiedene Einstellungen zur Technikfixierung der Gesellschaft haben. Während er den Errungenschaften mit einer guten Portion Skepsis begegnet, arbeitet sie für ein großes Unternehmen, das den Menschen die schöne neue Welt noch angenehmer gestalten will. Als eines Tages ihr selbstfahrender Wagen verrücktspielt und einen heftigen Unfall baut, sehen sie sich plötzlich Kriminellen gegenüber, die Asha töten und Grey schwer verletzt am Ort des Geschehens zurücklassen.

Da seine Wirbelsäule irreparable Schäden davongetragen hat, ist er fortan auf einen Rollstuhl angewiesen. Sein Zustand und sein Verlust treiben ihn fast in den Selbstmord. Doch dann stellt ihm der Hightech-Mogul Eron Keen (Harrison Gilbertson, „Look Away“) eine Heilung in Aussicht. Gerne möchte er Grey einen revolutionären, allerdings noch nicht zugelassenen Computerchip einpflanzen, den er selbst entwickelt hat. Der Mechaniker stimmt einer Operation zu, willigt ein, nach außen weiterhin den Gelähmten zu spielen, und staunt kurz darauf über die Fähigkeiten des Implantats. STEM – so der Name des hochintelligenten Hilfsmittels – lässt Grey wieder laufen, kann mit ihm sprechen, gibt ihm Ratschläge und übernimmt auf Wunsch sogar die Kontrolle über den ganzen Körper. Ashas Mörder müssen sich folglich warm anziehen.

Das Potenzial, das die gewitzte Prämisse eröffnet, schöpft Whannell sicher nicht in vollem Umfang aus. Immer dann, wenn es sich anböte, tiefer zu graben, genauer hinzuschauen und Konflikte auf die Spitze zu treiben, gibt sich der Filmemacher mit eher oberflächlichen Überlegungen zufrieden. Auf seinem blutig-rabiaten Rachefeldzug zeigt sich Grey beispielsweise mehrfach bestürzt über die Gewalt, die STEM den Tätern in seinem Auftrag antut. Ein echtes Gefühl handfester innerer Zerrissenheit will sich jedoch nicht einstellen. Vielmehr umarmt der Protagonist die tödlichen Fähigkeiten des Implantats von Mal zu Mal mehr und mutiert so zu einer psychologisch nicht mehr ganz so reizvollen Killermaschine.

Überhaupt geht das vom Regisseur verfasste Drehbuch manchmal etwas schnell über markante emotionale Wendepunkte hinweg und versäumt es dadurch, den Zuschauer noch nachhaltiger zu erschüttern. Zu beobachten ist dies auch im letzten Akt, wenn der recht gradlinig gestrickte, ein paar logische Ungereimtheiten mit sich herumschleppende Plot (Keens Verhalten ist ab einem gewissen Punkt arg unbedarft) kleine Haken schlägt, um in einer bösen Pointe zu münden, der man vielleicht etwas mehr Raum hätte geben sollen.

Seine erzählerischen Versäumnisse gleicht „Upgrade“ mit einer vor allem in den Actionmomenten dynamisch-innovativen Inszenierung und einem trotz begrenzter Mittel eindrucksvollen Szenenbild aus. Greys neue Kampffertigkeiten garantieren einige irrwitzige Choreografien. Und von Anfang an etablieren Whannell und seine kreativen Mitstreiter glaubhaft eine Story-Welt, in der die Technik fast alle Lebensbereiche erobert hat, während das Menschliche abhandengekommen ist. Düster, erdrückend und ungemütlich wirken die stylischen, mit Smart-Home-Systemen ausgestatteten Häuser und Anwesen, von denen besonders der unterirische Rückzugsort des Wissenschaftsgenies Keen in Erinnerung bleibt. Für zusätzlichen Unterhaltungswert sorgt die in die Zwiegespräche zwischen Grey und STEM eingestreute Komik, mit der der Regisseur seinen oft in beklemmend-schummrige Bilder getauchten Vergeltungstrip auflockert. „Upgrade“ reizt seine Möglichkeiten zwar nicht ganz aus, ist Freunden knallharter Dystopien aber durchaus zu empfehlen. 

>> von Christopher Diekhaus

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