Moviebase Alita: Battle Angel

Alita: Battle Angel
Alita: Battle Angel

Bewertung: 50%

Userbewertung: 69%
bei 42 Stimmen

Jetzt voten:
Originaltitel: Alita: Battle Angel
Kinostart: 14.02.2019
DVD/Blu-Ray Verkauf: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 12
Lauflänge: Unbekannt
Studio: Twentieth Century Fox, Lightstorm Entertainment, Troublemaker Studios
Produktionsjahr: 2018
Regie: Robert Rodriguez
Drehbuch: James Cameron, Laeta Kalogridis, Robert Rodriguez
Darsteller: Rosa Salazar, Christoph Waltz, Jennifer Connelly, Mahershala Ali, Ed Skrein, Jackie Earle Haley und Keean Johnson

In Hollywood ist immer dann von der berüchtigten Entwicklungshölle die Rede, wenn auf die Ankündigung eines Films jahrelange Vorbereitungen folgen, die allerdings keine Ergebnisse bringen. Köpfe qualmen, Ideen werden durchgespielt, und doch scheinen die Macher nicht vom Fleck zu kommen. In einem unbefriedigenden Schwebezustand befand sich lange Zeit auch die bereits zu Beginn dieses Jahrtausends von Science-Fiction-Mastermind James Cameron in Angriff genommene Leinwandadaption der Manga-Serie „Battle Angel Alita“, die der „Terminator“-Schöpfer liebend gerne selbst inszeniert hätte. Der Erfolg seines Films „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ und die dadurch angelaufenen Planungen für weitere Fortsetzungen banden den Kanadier zeitlich aber so sehr, dass er das Regiezepter schließlich an seinen Kollegen Robert Rodriguez (zuletzt beteiligt an der TV-Serie „From Dusk Till Dawn“) weiterreichen musste. Basierend auf einem von Cameron und Laeta Kalogridis („Shutter Island“) verfassten Drehbuch, bringt dieser nun einen opulenten Dystopie-Actioner in die Kinos, dessen Inhalt leider nicht mit den wuchtigen Schauwerten mithalten kann.

Im Jahr 2563, 300 Jahre nach einem für die Erde verheerenden Krieg, findet der Kybernetik-Experte Dr. Dyson Ido (Christoph Waltz, „The Zero Theorem“) auf einem gigantischen Schrottplatz von Iron City den Kopf eines weiblichen Cyborgs mit einem vollständig intakten Gehirn. In seiner Werkstatt ergänzt der Tüftler seine Entdeckung um einen Körper, erweckt das Wesen zu neuem Leben und tauft es in Erinnerung an seine ermordete Tochter auf den Namen Alita (als Hommage an die Manga-Vorlage mit irritierend großen Augen ausgestattet: Rosa Salazar, „Bird Box – Schließe deine Augen“). Während Ido seine Schöpfung von allen Gefahren fernhalten will, drängt die neugierige junge Frau, die sich an ihr früheres Dasein nicht entsinnen kann, immer mehr darauf, ihre Umgebung zu erkunden, und fragt sich zunehmend, wer sie wohl gewesen sein mag. Auf den Straßen des Molochs trifft das Cyborg-Mädchen den sympathischen Hugo (Keean Johnson, „Spooksville“), der davon träumt, eines Tages in die über Iron City thronende Himmelsstadt Zalem aufzusteigen, wo es den Menschen besser geht. Eines Tages entdeckt Alita, dass sie über besondere Kampffertigkeiten verfügt, und gerät schon bald ins Visier böser Kräfte.

Gemeinsam mit den Szenenbildnern Caylah Eddleblute und Steve Joyner und der Spezialeffektabteilung erschafft Rodriguez einen reizvollen dystopischen Schauplatz, der in bester „Blade Runner“-Manier mit allerlei Cyberpunk-Elementen garniert ist. Iron City sieht vielleicht nicht bahnbrechend neuartig aus, bietet aber dennoch einiges fürs Auge und vermittelt zumindest in Ansätzen den Eindruck eines babylonischen Schmelztiegels, an dem unzählige arme Seelen ums nackte Überleben kämpfen. Atmosphärisch hätte man sicherlich noch mehr aus der düsteren Handlungswelt herausholen können. Wie eine leblose Kulisse wirkt das Ganze jedoch nicht, was auch an den teilweise aufregend gestalteten Cyborg-Kreaturen liegt, die diesen Wimmelort bevölkern. Wie man Actionszenen dynamisch und mitreißend choreografiert, demonstriert der Regisseur nicht nur, als Alita zum ersten Mal in ein Kampfgetümmel verwickelt wird. Überdurchschnittlichen Unterhaltungswert haben ferner eine ausufernde Barschlägerei und eine Jagdsequenz, in der die Titelheldin bei einer Sportveranstaltung, dem in Iron City beliebten Motorball, mehrere Angreifer abwehren muss.

Überwältigende Impressionen und schwungvolle, wenig zimperliche Gefechtsmomente können die Versäumnisse und Defizite des Drehbuchs allerdings nicht kaschieren. Das Potenzial, das zweifelsohne in der Adaption der Mangas von Yukito Kishiro steckt, verschenken die kreativ Verantwortlichen leider an einen holprig zusammengebastelten Plot, dessen spannende Selbstfindungselemente mehr und mehr einer kitschigen Liebesgeschichte samt abgedroschenen, mitunter unfreiwillig komischen Dialogen weichen. Statt Alitas Identitätssuche, ihre nach und nach hervorbrechenden Erinnerungen an ihre Vergangenheit und ihre Selbstermächtigung konsequent in den Mittelpunkt zu rücken, drängen Rodriguez und Co sie zunehmend in eine langweilige, reaktionäre Schmachtrolle. Dass die Anziehung zwischen einem Menschen und einem Cyborg auf fesselnde Weise bebildert und diskutiert werden kann, bewies unter anderem das minimalistisch-beklemmende Science-Fiction-Kammerspiel „Ex Machina“. Von dessen klugen Reflexionen ist „Alita: Battle Angel“ jedoch meilenweit entfernt.

Ungenutzt lässt der Film außerdem die erzählerischen Möglichkeiten, die sich aus der Beziehung zwischen der Protagonistin und ihrem Schöpfer Dr. Ido ergeben. Obwohl Frankenstein-Motive durchschimmern und Dysons Fürsorge etwas Übergriffiges hat, scheut das Skript davor zurück, die potenziellen Abgründe genauer auszuleuchten. Der Roboterbastler bleibt durchweg eine nette, aber blasse Vaterfigur, der auch eine gefährliche Nebentätigkeit kein stärkeres Profil verleiht. Ähnliches gilt für Idos Ex-Frau Chiren (Jennifer Conelley, „Der Tag, an dem die Erde stillstand“), die als Handlangerin des durchtriebenen Vector (unterfordert: Mahershala Ali, „Predators“) viel zu wenig Entfaltungsraum bekommt und gegen Ende einen behauptet wirkenden Sinneswandel vollzieht.

Da „Alita: Battle Angel“ seine Protagonisten nur halbherzig ausarbeitet, interessante Themen am Wegesrand liegen lässt und einige dramaturgische Unebenheiten mit sich herumschleppt, fällt es schwer, sich zu freuen, wenn Rodriguez in den Schlussminuten mit einem Gast-Auftritt eine Fortsetzung des Scifi-Spektakels in Aussicht stellt. Um den Zuschauer dafür zu gewinnen, müsste man gewiss an diversen Schrauben drehen.

>> von Christopher Diekhaus

Bewertung abgeben:




Iron Sky 2: The Coming Race
Kinostart: 21.03.201920 Jahre nachdem die Nazis vom Mond aus einen Nuklearkrieg begannen, ist die Erde unbewohnbar geworden. Seitdem formieren sich die Überlebenden zu einer großen Kolonie ... mehr erfahren
Wir
Kinostart: 21.03.2019In Us thematisiert Jordan Peele einen Familienausflug, der vollkommen außer Kontrolle gerät. Duke und and N’yong’o spielen verheiratete Eheleute, die mit ihren Kind... mehr erfahren
Friedhof der Kuscheltiere [2019]
Kinostart: 04.04.2019Friedhof der Kuscheltiere wird eine moderne Neuauflage von Stephen Kings Horror-Klassiker um Louis Creed, der mit seiner Frau und seinen beiden kleinen Kindern in ein Hau... mehr erfahren
Hellboy: Call of Darkness
Kinostart: 11.04.2019Im neuen Film trifft Hellboy auf die mysteriöse Blood Queen. Verkörpert wird letztere von Resident Evil-Amazone Milla Jovovich in ihrem ersten großen Auftritt als Lein... mehr erfahren
Lloronas Fluch
Kinostart: 18.04.2019La Llorona erzählt von der urbanen Legende der weinenden Frau, die ihre Kinder in einem Fluss ertränkt haben soll und anschließend Selbstmord beging. Seitdem schwebt s... mehr erfahren
Operation: Overlord
DVD-Start: 21.03.2019Im übersinnlichen Sci/Fi-Kriegsfilm Overlord wird eine Mannschaft Paratooper während der D-Day Invasion über einem kleinen Dorf in der Normandie abgeworfen. Ihr Ziel: ... mehr erfahren
Death House
DVD-Start: 28.03.2019Mitten im militärischen Sperrgebiet in der Wüste Nevadas liegt das geheime Hochsicherheitsgefängnis „DeathHouse“. Hier sitzen die brutalsten Verbrecher der USA ein... mehr erfahren
Suspiria [2018]
DVD-Start: 29.03.2019Guadagninos Suspiria ist im Berlin des Jahres 1977 angesiedelt, wo sich prominente Namen wie Arthouse-Liebling Tilda Swinton (Only Lovers Left Alive), Dakota Johnson oder... mehr erfahren
Assassination Nation
DVD-Start: 29.03.2019Highschool-Schülerin Lily (Odessa Young) und ihre Gruppe von Freunden leben in dem Städtchen Salem in einem Wirbel von Textnachrichten, Postings, Selfies und Chats, gen... mehr erfahren
Talon Falls
DVD-Start: 29.03.2019Eigentlich sollte es ein toller, gruseliger Ausflug werden, doch dann kommt alles ganz anders: Lance und seine Freunde besuchen das Horrorhaus TALON FALLS, das für seine... mehr erfahren