Moviebase The Silence

The Silence
The Silence

Bewertung: 50%

Userbewertung: 40%
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Originaltitel: The Silence
Kinostart: 16.05.2019
DVD/Blu-Ray Verkauf: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: Unbekannt
Studio: Constantin Film, EMJAG Productions
Produktionsjahr: 2018
Regie: John R. Leonetti
Drehbuch: Carey Van Dyke, Shane Van Dyke
Darsteller: Kiernan Shipka, Stanley Tucci, Miranda Otto, John Corbett, Kate Corbett, Kyle Breitkopf, Dempsey Bryk

Kenner des nervenaufreibenden Endzeitschockers „A Quiet Place“ von John Krasinski, in dem eine Familie von blinden, aber mörderischen Aliens mit phänomenalem Hörvermögen bedroht wird, dürften beim Anblick des dystopischen Thrillers „The Silence“ ein handfestes Déjà-vu erleben. Auch wenn letztgenannter Titel angesichts der ähnlichen Prämisse wie ein schamloser Abklatsch erscheint, handelt es sich bei der neuen Regiearbeit des horrorerprobten John R. Leonetti („Wish Upon“) um eine Adaption des gleichnamigen Romans von Tim Lebbon, der bereits 2015, also zwei Jahre vor Beginn der Dreharbeiten zu „A Quiet Place“, das Licht der Welt erblickte. Nichtsdestotrotz drängt sich ein Vergleich der beiden Werke unweigerlich auf, den die Literaturverfilmung am Ende recht deutlich verliert. Leonettis postapokalyptische Vision ist nicht so schlecht, wie manche Kritiker behaupten, rührt aber bloß ein 08/15-Genre-Süppchen an, das hierzulande wohl nur wegen der Beteiligung der deutschen Produktionsfirma Constantin Film auf die großen Leinwände kommt.

Das Unheil nimmt seinen Lauf, als Wissenschaftler bei der Begehung eines bislang unerforschten Höhlensystems in Nordamerika eine Urzeitspezies freisetzen, die schon bald auf den Namen „Avispa“ – Spanisch für Wespe – getauft wird. Die fledermausartigen, äußerst aggressiven Kreaturen können zwar nicht sehen, allerdings umso besser hören und stürzen sich zielgerichtet auf die großen US-Städte, in denen es vor lauten Geräuschen nur so wimmelt. Während die Behörden den Bewohnern raten, zu Hause zu bleiben und still zu sein, flüchtet der Architekt Hugh Andrews (Stanley Tucci, „Patient Zero“) mit seiner Ehefrau Kelly (Miranda Otto, „Annabelle 2“), seiner gehörlosen Tochter Ally (Kiernan Shipka, „Chilling Adventures of Sabrina“), seinem Sohn Jude (Kyle Breitkopf, „Einfach unheimlich“), seiner Schwiegermutter Lynn (Kate Trotter, „Upside Down“) und seinem besten Freund Glenn (John Corbett, „The Boy Next Door“) in die Wälder, wo die blutrünstigen Geschöpfe jedoch ebenfalls zuschlagen. Eine weitere Gefahr droht, wie sich irgendwann zeigt, auch von anderer Seite.

Logikverfechter müssen besonders stark sein. Schon im ersten Drittel drängen sich mehrere Fragen auf, an die Regie und Drehbuch (verantwortlich: Carey und Shane Van Dyke) keinerlei Gedanken verschwenden. Der eingangs erwähnte „A Quiet Place“ war allein deshalb glaubwürdiger, weil er den Zuschauer unvermittelt in sein schon vor Handlungsbeginn etabliertes Untergangsszenario hineinschleuderte. Leonetti dagegen bebildert im ersten Akt die Anfänge der Katastrophe und tritt dann in erstaunlichem – um nicht zu sagen: wahnwitzigem – Tempo Chaos und Verwüstung los. Mit etwas Wohlwollen kann man das Endzeitsetting des Films dennoch annehmen und sich, zumindest phasenweise, auf den Überlebenskampf der häufig über Gebärdensprache kommunizierenden Familie einlassen. Angesichts der rudimentären Figurengestaltung bleibt zwar die ganz große Anteilnahme aus. Immer mal wieder bieten die Macher allerdings kleine Charaktermomente auf, die das Interesse am Schicksal der Protagonisten ein wenig anheizen.

Erfreulich ist es allemal, dass Leonetti nur selten in den knalligen Schockmodus schaltet. Gerade vor dem Hintergrund des eindringlichen Spiels mit Stille und Geräuschen, das „A Quiet Place“ betrieb, fehlt es „The Silence“ jedoch an einer konstanten Intensität. Ab und an geht die Spannungskurve kurz nach oben. Von einem dauerhaften Alarmzustand kann aber sicher nicht die Rede sein. Zu oft bedient sich der postapokalyptische Streifen hinlänglich bekannter Motive und Handlungsschritte. Und zu fahrig ist der Umgang mit der Figur der gehörlosen Ally, für die das Drehbuch einen überflüssigen romantischen Subplot bereithält. Statt diesen langweiligen Nebenschauplatz aufzumachen, hätte man sich viel stärker auf ihre besondere Wahrnehmung der Welt und ihr Empfinden im Angesicht der tödlichen Gefahr fokussieren sollen. „A Quiet Place“ setzte sich trotz kleinerer Mängel überzeugender mit der Perspektive der tauben Regan (gespielt von Millicent Simmonds, die als Baby ihr Hörvermögen verlor) auseinander.

Leonettis Inszenierung ist – man möchte fast sagen erwartungsgemäß – alles andere als einfallsreich, kommt aber immerhin ohne derbe Schnitzer aus. Die stark entsättigten Bilder von Kameramann Michael Galbraith unterstreichen das Gefühl der Hoffnungslosigkeit, ähneln allerdings den Impressionen, die man aus vielen anderen Endzeitthrillern kennt. Kann man über so viel Mittelmaß noch hinwegsehen, staut sich doch einiges an Frustration über das seltsam hingehuschte, lustlos abgespulte Finale auf, das nun wirklich keinen Funken kreativen Eifer mehr erkennen lässt.

>> von Christopher Diekhaus

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