Moviebase The Grudge

The Grudge
The Grudge

Bewertung: 40%

Userbewertung: 84%
bei 22 Stimmen

Jetzt voten:
Originaltitel: Grudge
Kinostart: 09.01.2020
DVD/Blu-Ray Verkauf: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: Unbekannt
Studio: Ghost House Pictures, Good Universe, Stage 6 Films
Produktionsjahr: 2020
Regie: Nicolas Pesce
Drehbuch: Jeff Buhler
Darsteller: Betty Gilpin, Andrea Riseborough, John Cho, Jacki Weaver, Lin Shaye, Nancy Sorel, Demián Bichir, Frankie Faison

Neues Jahr, altes Lied (oder Leid): Die Welle an Remakes und Fortsetzungen will einfach nicht abebben. Zu verlockend scheinen die Aussichten auf einen ordentlichen Gewinn, wenn bekannte Geschichten und vertraute Marken durch den Fleischwolf wandern. Horrorexperte und „Tanz der Teufel“-Schöpfer Sam Raimi, der in letzter Zeit vor allem als Produzent umtriebig war, verpasst nun der von ihm selbst 2004 auf den Weg gebrachten „The Grudge“-Reihe eine Frischzellenkur. Für Regie und Drehbuch verpflichtete er den Independent-Filmer Nicolas Pesce, der 2016 mit seinem Debütwerk „The Eyes of My Mother“ ebenso eigenwillige wie kompromisslose Kost abgeliefert hatte. Eine Wahl, die hoffen ließ, dass die auf Takashi Shimizus japanischem Gruselstreifen „Ju-on: The Grudge“ basierende, nach drei US-Beiträgen erzählerisch eigentlich schon erschöpfte Saga um einen aus einer Familientragödie entsprungenen Fluch noch einmal einen spannenden Dreh bekommen könnte. Pesces Film hat zwar einige gute Ansätze in petto, erweist sich dann aber doch als mittelschwere Enttäuschung.

War lange davon die Rede, dass der neue „The Grudge“ ein Reboot des gleichnamigen Ami-Remakes von 2004 sei, präsentiert sich der Horrorthriller in Wahrheit als Mischprodukt zwischen Neuverfilmung und Spin-off. Die Handlung spielt teilweise parallel zu den Ereignissen der Vorgänger, stellt allerdings andere Figuren in den Mittelpunkt und entführt den Zuschauer in die US-Kleinstadt Cross River. Gleich zu Beginn begegnen wir der vorübergehend in Tokio weilenden Pflegerin Fiona Landers (Tara Westwood, „Hell Girl“), die im Jahr 2004 im Spukhaus aus dem ersten Teil einen Geisterzusammenstoß erlebt und daraufhin panisch in den oben genannten Heimatort zu ihrer Familie flüchtet. Dummerweise folgt ihr unbemerkt der Fluch, mit dem sie in der japanischen Metropole in Berührung gekommen ist.

2006 lässt sich Detective Muldoon (Andrea Riseborough, „Mandy“) nach dem Krebs-Tod ihres Mannes mit ihrem Sohn in Cross River nieder. Als die Polizistin und ihr Kollege Goodman (Demián Bichir, „The Nun“) zu einer verwesten Leiche gerufen werden, stolpert die junge Frau in einen mysteriösen Fall. Dass die Tote vor ihrem Ableben das Haus am Reyburn Drive 44 besucht hat, versetzt Muldoons Partner sofort in Unruhe. Immerhin hat sich eben dort 2004 Schreckliches zugetragen. Während Goodman nichts mit den weiteren Nachforschungen zu tun haben will, begibt sich die Ermittlerin zu der genannten Adresse und trifft auf die verwirrte, blutverschmierte Faith Matheson (Lin Shaye, „Insidious: The Last Key“) und deren toten Ehemann William (Frankie Faison, „Roter Drache“). Nach dieser grauenvollen Entdeckung suchen Muldoon immer häufiger geisterhafte Visionen heim.

Wer Takashi Shimizus „Ju-on: The Grudge“ und die von ihm selbst inszenierte Hollywood-Adaption mit Sarah Michelle Gellar kennt, wird sich nicht wundern, dass Pesces Reiheneintrag achronologisch angeordnet ist und aus diversen, zu unterschiedlichen Zeitpunkten spielenden Handlungsfäden besteht. Den Hauptstrang bilden die Recherchen von Detective Muldoon, über die wir immer wieder in die Vergangenheit des unheilvollen Hauses am Reyburn Drive 44 eintauchen und verschiedene Menschen kennenlernen, die von dem aus Japan importierten Fluch befallen werden. Den Figuren – es tauchen auch das Ehepaar Nina (Betty Gilpin, „Elementary“) und Peter Spencer (John Cho, „Searching“), Goodmans Ex-Kollege Wilson (William Sadler, „The Blacklist“) und die Sterbehilfeberaterin Lorna Moody (Jacki Weaver, „Bird Box – Schließe deine Augen“) auf – heftet der Regisseur einige interessante Schicksale an und schafft es gelegentlich sogar, ein kleines emotionales Ausrufezeichen zu setzen. Gewinnbringend auszuschöpfen weiß er die Backstorys aber leider nicht. Viele Andeutungen und Konflikte versanden mit der Zeit und treten gegenüber dem Geisterrummel in den Hintergrund.

Dass „The Grudge“ unter dem Strich inhaltlich zu wenig hergibt, hätte den in ausgewaschene Farben getauchten Film allein nicht ins Abseits manövriert. Fatalerweise scheitert Pesce allerdings auch daran, eine intensive Gruselatmosphäre zu etablieren. Die regelmäßig eingebauten Jump-Scares verlaufen meistens nach demselben Schema und bleiben daher oft erschreckend wirkungslos. Selbst düstere Szenen wie Muldoons Aufenthalt im Keller der Polizeiwache oder ihr Besuch in einer Psychiatrie wollen kein durchdringendes Bedrohungsgefühl aufkommen lassen. Ärgern kann man sich zudem über das uninspiriert abgespulte, mit einer dämlichen Entscheidung der Ermittlerin aufwartende, billig in Richtung Fortsetzung schielende Finale und die Erkenntnis, dass „The Grudge“ die für einen Horrorfilm erstaunlich geballte Schauspielpower in den Nebenrollen größtenteils verschenkt. Den Vogel schießen die Macher fraglos mit der Besetzung Demián Bichirs ab, dessen knurrigen Beamten ebenso gut ein drittklassiger Mime hätte verkörpern können. Mehr als ein langweiliger Stichwortgeber und Mahner ist Detective Goodman nämlich nicht.

>> von Christopher Diekhaus

Bewertung abgeben:




Countdown
Kinostart: 30.01.2020Countdown beginnt damit, dass sich die junge Krankenschwester Quinn eine App herunterlädt, von der behauptet wird, sie könne den eigenen Tod vorausbestimmen. Zunächst ... mehr erfahren
The Lodge
Kinostart: 06.02.2020In The Lodge wird eine werdende Stiefmutter mit den beiden Kinder ihres Verlobten in einer einsamen Berghütte eingeschneit. Gerade, als das Trio untereinander etwas aufz... mehr erfahren
Birds of Prey
Kinostart: 06.02.2020Vier Jahre nach den Ereignissen aus Suicide Squad ist in Gotham City nichts mehr so, wie es früher einmal war. Harley Quinn hat sich von Joker getrennt und kämpft an de... mehr erfahren
Brahms: The Boy 2
Kinostart: 20.02.2020Im Sequel The Boy 2 zieht es eine junge Familie in die herrschaftliche Heelshire Villa. Sie weiß nichts von den verstörenden Szenen und Ereignissen, die sich hier vor k... mehr erfahren
Fantasy Island
Kinostart: 20.02.2020Fantasy Island befasst sich mit dem rätselhaften Mr. Roarke, der auf seiner abgelgenen, luxeriösen Insel die heimlichen Wünsche seiner Gäste Wirklichkeit werden läss... mehr erfahren
ES: Kapitel 2
DVD-Start: 23.01.2020Das zweite Kapitel von ES greift die Geschehnisse aus Sicht der Erwachsenen auf. 30 Jahre lang glauben sie, das unvorstellbare Grauen besiegt zu haben. Doch dann kehrt "E... mehr erfahren
Light of my Life
DVD-Start: 24.01.2020Zehn Jahre nach einer Epidemie, die fast alle Frauen und Mädchen der Erde das Leben gekostet hat, muss ein Vater seine heranwachsende Tochter um jeden Preis beschützen.... mehr erfahren
Quiet Comes the Dawn
DVD-Start: 30.01.2020Seit dem mysteriösen Tod ihres Bruders, leidet Sveta unter quälenden Albträumen. Auf der Suche nach Antworten, schließt sie sich im Institut für Somnologie einem Exp... mehr erfahren
Code 8
DVD-Start: 30.01.2020Lincoln City, in der nahen Zukunft: 4 % der Menschheit werden mit übernatürlichen Fähigkeiten geboren. Manche können Hitze erzeugen, andere Wunden heilen. Oder haben ... mehr erfahren
Freaks
DVD-Start: 31.01.2020Eine umfangreiche Aufklärungskampagne der Regierung warnt die Bevölkerung: „Sie sehen aus wie wir – Bitte melden Sie alles Ungewöhnliche“. Gesucht werden die FRE... mehr erfahren