Moviebase The Inhabitant

The Inhabitant
The Inhabitant

Bewertung: 70%

Userbewertung: 60%
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Originaltitel: El habitante
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 26.10.2018
DVD/Blu-Ray Verleih: 26.10.2018
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: Unbekannt
Studio: Bh5, Purgatorio, Sobras International Pictures
Produktionsjahr: 2017
Regie: Guillermo Amoedo
Drehbuch: Guillermo Amoedo
Darsteller: María Evoli, Vanesa Restrepo, Carla Adell, Gabriela de la Garza, Flavio Medina, Fernando Becerril, Natasha Cubria

„Der Exorzist“ trifft auf „Don’t Breathe“! Dieser markige Vergleich lächelt dem potenziellen Käufer auf der Blu-ray- und DVD-Verpackung des Heimkinotitels „The Inhabitant“ entgegen. Was auf den ersten Blick nach plumpem Marketing-Geschwätz klingt, erweist sich bei genauerer Betrachtung als annehmbare Beschreibung für den von Guillermo Amoedo („The Stranger“) verfassten und inszenierten Horrorthriller. Wenngleich das neue Werk des Uruguayers nicht an die Intensität der eingangs erwähnten Schocker heranreicht, gelingt eine kleine, aber reizvolle Abwandlung des hinlänglich bekannten Austreibungsmotivs, die sich größtenteils auf einen einzigen Handlungsschauplatz konzentriert.

Eigentlich wollen die Schwestern Camila (Vanesa Restrepo), Maria (María Evoli) und Ana (Carla Adell) nur rasch in das Anwesen eines korrupten Senators (Flavio Medina) und dessen Ehefrau (Gabriela de la Garza) einsteigen, um das dort lagernde Bestechungsgeld zu erbeuten. Einmal angerollt, nimmt der Diebeszug jedoch dramatische Ausmaße an. Denn im Keller der herrschaftlichen Villa stoßen sie auf Tamara (Natasha Cubria), die Tochter des Hauses, die offenbar längere Zeit schwer misshandelt wurde und, gefesselt an ihr Bett, um Hilfe fleht. Wortführerin Camila ist wild entschlossen, das Mädchen zu befreien und es umgehend in ein Krankenhaus zu bringen. Schon bald müssen sie und ihre Schwestern allerdings erkennen, dass die kryptischen, aber eindringlichen Warnungen der entsetzten Eltern durchaus Hand und Fuß haben.

Dass „The Inhabitant“ irgendwann ins Übernatürliche ausgreift, darf man an dieser Stelle guten Gewissens verraten, da weder der Trailer noch das das Bild auf dem DVD-Cover oder die oben zitierte Werbezeile einen Hehl aus der teuflischen Besessenheit Tamaras machen. Die Ausgangslage ähnelt der Prämisse des nervenaufreibenden Thrillers „Don’t Breathe“, der ebenfalls mehrere junge Menschen durch einen Einbruchalbtraum schickte – böse Kellerüberraschungen inklusive. Ähnlich wie sein Landsmann und Kollege Fede Alvarez spielt Amoedo auf clevere Weise mit seinem Setting, das im Vergleich jedoch deutlich größer und verwinkelter daherkommt.

Lag der Fokus in „Don’t Breathe“ fast ausschließlich auf dem beklemmenden Überlebenskampf der skizzenhaft entworfenen Protagonisten, lässt „The Inhabitant“ nach und nach kleine erzählerische Ambitionen erkennen. Rückblenden in die Kindheit der drei Schwestern dringen mehrfach in die Haupthandlung ein und eröffnen mit ihren teils verstörenden Bildern einen erschütternden Diskurs über Missbrauch und die dunklen Seiten des Glaubens. Reizvoll sind die Flashbacks auch deshalb, weil sie immer wieder mit dem Geschehen auf der Gegenwartsebene verschwimmen.

Eine Gänsehaut rufen zweifellos die Auftritte der von Satan befallenen Tamara hervor, die in die Vergangenheit der Einbrecherinnen schauen kann und es geschickt versteht, ihre Opfer mit Worten zu manipulieren und durch unheimliche Visionen zu verängstigen. Großen Anteil an der beunruhigenden Wirkung hat nicht zuletzt Filmdebütantin Natasha Cubria. Ihre Figur stattet die Darstellerin mit einer einprägsamen Verschlagenheit aus. Und noch dazu beherrscht sie wunderbar das Fratzenspiel, ohne – wie in vielen Exorzismus-Streifen gang und gäbe – vollkommen zu überdrehen.

Obwohl manche Charaktere etwas lieblos aus der Erzählung herausbefördert werden und die Geschichte, wie man erwarten kann, in einer langen Austreibungssequenz mündet, hält Amoedo die Spannung mit dem ständigen Wechsel der Machtverhältnisse auf einem überdurchschnittlichen Niveau. Im Finale geht es noch einmal ordentlich zur Sache, wobei es angesichts der Subgenre-Verortung schon erstaunlich ist, dass keine ausufernden Effektsalven zum Einsatz kommen. Flackernde Lichter, verzerrte Stimmen und plötzliche Figurenverwandlungen reichen aus, um das Zuschauerinteresse wachzuhalten. Der böse, keineswegs neue Twist am Ende ist dank einiger im Vorbeigehen eingestreuter Informationen vorauszuahnen. Ein kleines Schaudern stellt sich aber dennoch ein.

>> von Christopher Diekhaus

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