Moviebase The Possession of Hannah Grace

The Possession of Hannah Grace
The Possession of Hannah Grace

Bewertung: 35%

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Originaltitel: The Possession of Hannah Grace
Kinostart: 31.01.2019
DVD/Blu-Ray Verkauf: 20.07.2019
DVD/Blu-Ray Verleih: 20.07.2019
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: Unbekannt
Studio: Broken Road Productions, Screen Gems
Produktionsjahr: 2018
Regie: Diederik Van Rooijen
Drehbuch: Brian Sieve
Darsteller: Stana Katic, Shay Mitchell, Grey Damon, Louis Herthum, Lexie Roth, Jacob Ming-Trent, J.P. Valenti, Kirby Johnson

Für Horrorfreunde hat das noch junge Jahr 2019 bisher nur wenig Spannendes zu bieten. Nach dem ernüchternden Kamera-Spuk „Polaroid“, der hierzulande am 10. Januar anlief, kommt mit dem Besessenheitsstreifen „The Possession of Hannah Grace“ nun der nächste unterdurchschnittliche Reißer in die deutschen Kinos. Auch wenn der von Diederik Van Rooijen inszenierte Film halbwegs vielversprechend anfängt und ein zumindest ansatzweise gruseliges Setting präsentiert, will der Funke auf den Zuschauer nicht überspringen. Spätestens im lustlos abgewickelten Finale gibt es reichlich Grund, sich über die Aneinanderreihung von Klischees zu ärgern.

Die originellste Idee spielen der niederländische Regisseur und Drehbuchautor Brian Sieve (beteiligt an der TV-Serie „Scream“) gleich zum Einstieg aus. Während ähnlich gelagerte Horrorthriller auf einen im letzten Akt krachend zelebrierten Exorzismus zusteuern, wird dem Publikum hier schon in den ersten Minuten eine wilde Austreibungsszene um die Ohren gehauen: Zwei sichtlich überforderte Priester wirken auf die an ein Bett gefesselte Hannah Grace (Verrenkungskünstlerin Kirby Johnson) ein und mühen sich verzweifelt ab, den Dämon zu erledigen, der die junge Frau befallen hat. Als einer der beiden Gottesmänner qualvoll ums Leben kommt, greift Hannahs ebenfalls anwesender Vater (Louis Herthum, „Westworld“) in das Ritual ein und erstickt schweren Herzens seine gepeinigte Tochter.

Drei Monate später begegnen wir der ehemaligen Polizistin Megan Reed (Shay Mitchell, „You – Du wirst mich lieben“), die den Tod eines Kollegen nicht verhindern konnte und daraufhin in eine Suchtspirale schlitterte. Nach einem erfolgreichen Entzugsprogramm erhält sie einen neuen Job in der Pathologie eines Bostoner Krankenhauses und tritt dort mit frischer Zuversicht die Nachschicht an. Die Arbeit bereitet ihr durchaus Unbehagen, verläuft zunächst aber ohne große Zwischenfälle. Erst als die Leiche der grausam zugerichteten Hannah Grace eingeliefert wird, nehmen furchteinflößende Ereignisse ihren Lauf.

Die Ausgangslage klingt nach einer Mischung aus William Friedkins Horrorklassiker „Der Exorzist“ und Ole Bornedals Überraschungshit „Nightwatch – Nachtwache“ und weckt fürs Erste größere Hoffnungen. Tatsächlich gelingt es dem thrillererprobten Van Rooijen in seinem US-Debüt aber viel zu selten, eine beklemmende Gänsehautatmosphäre zu erzeugen. Etwas unbehaglich wirkt der zentrale Schauplatz mit seiner kalten, klobigen Betonarchitektur, seinen langen, einsamen Fluren und den über Bewegungsmelder funktionierenden Lichtquellen sicherlich. Nur leider verpassen es die Macher, das bedrückende Gefühl kontinuierlich zu verstärken.

Viel zu schnell findet man sich in einer uninspirierten Gruselparade voller sattsam bekannter Elemente wieder, die knallige Schockeffekte gewitzten, stimmungsvollen Schauerzutaten vorzieht. Hier und da schleicht sich in das Geschehen ein beunruhigender Akzent ein. Viele Buh-Momente sind jedoch leicht durchschaubar und dürften Genre-Liebhabern allenfalls ein Schulterzucken abringen. Zur wenig innovativen Inszenierung gesellt sich ein bemühtes, aber heillos überfordertes Drehbuch, das leider am löblichen Versuch, der Protagonistin Tiefgang zu verleihen, scheitert. Megans Backstory erscheint arg aufgesetzt und zielt auf eine erzählerische Ambivalenz ab, die sich beim besten Willen nicht einstellt. Da der Auftakt das Wirken böser, außerweltlicher Mächte überdeutlich zeigt, glaubt man später keine Sekunde lang, dass die seltsamen Ereignisse in der Pathologie womöglich auch Hirngespinste der psychisch labilen Ex-Polizistin sein könnten.

Negativer Höhepunkt des abgegriffenen Treibens ist das mit willkürlichen Erklärungen gespickte, eher lieblos heruntergekurbelte letzte Drittel, das den Zuschauer nicht mitfiebern, sondern über eine merkwürdige, ironischerweise explizit angesprochene Begebenheit grübeln lässt: Weshalb der fiese Dämon die Protagonistin bis kurz vor dem Finale verschont, während er andere Krankenhausbedienstete ohne großes Zögern attackiert, dürfte das Geheimnis der kreativen Köpfe hinter diesem verkorksten Horrorthriller bleiben.

>> von Christopher Diekhaus

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