Moviebase Brightburn: Son of Darkness

Brightburn: Son of Darkness
Brightburn: Son of Darkness

Bewertung: 65%

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Originaltitel: Brightburn
Kinostart: 20.06.2019
DVD/Blu-Ray Verkauf: 30.10.2019
DVD/Blu-Ray Verleih: 30.10.2019
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: Unbekannt
Studio: The H Collective
Produktionsjahr: 2018
Regie: David Yarovesky
Drehbuch: Brian Gunn, Mark Gunn
Darsteller: Elizabeth Banks, David Denman, Meredith Hagner, Matt Jones, Jennifer Holland, Steve Agee, Gregory Alan Williams, Becky Wahlstrom

Sie sind da, wenn die Menschheit am Abgrund steht. Wenn alles verloren scheint. Und fast niemand mehr an eine Wende glaubt. Gerade in den letzten Jahren sprangen Superhelden auf der Leinwand ständig in die Bresche, führten gigantische Schlachten an und sorgten mit ihrem unermüdlichen Einsatz für ein Fortbestehen der Hoffnung. Filmemacher James Gunn, der mit den Marvel-Blockbustern „Guardians of the Galaxy“ und „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ selbst kräftig an diesem Mythos gebastelt hat, verpasst dem Konzept der großen Weltenretter als Produzent nun einen finsteren Anstrich. Der von David Yarovesky („The Hive“) inszenierte Scifi-Schocker „Brightburn: Son of Darkness“, dessen Drehbuch Gunns Bruder Brian und sein Cousin Mark verfassten, schickt keinen für die gute Sache kämpfenden Protagonisten ins Rennen, sondern einen kleinen Jungen, der seine besonderen Fähigkeiten auf destruktive Weise einsetzt. Eine pfiffige Idee, die zwar nicht sehr raffiniert ausgearbeitet wird, aber dennoch spannende und furchteinflößende Momente garantiert.

Obwohl sie sich sehnlichst Nachwuchs wünschen, will es bei den Eheleuten Tori (Elizabeth Banks, „Die Tribute von Panem – The Hunger Games“) und Kyle Breyer (David Denman, „Outcast“) mit dem Kinderkriegen nicht klappen. Als eines Tages jedoch eine Art Raumkapsel in der Nähe ihres Hauses niedergeht, scheint ihr Traum zum Greifen nah. Im Inneren entdecken die beiden nämlich ein menschlich aussehendes Baby, das sie, ohne lange zu zögern, als ihren Sohn bei sich aufnehmen. Zwölf Jahre später bemerkt der Brandon genannte Junge (Jackson A. Dunn, „Colony“), dass er außergewöhnliche Kräfte besitzt, und nutzt diese, um seine Umwelt zu terrorisieren.

Ein Superheld als böses Monster. Der Grundgedanke ist erfrischend und wird von Produzent James Gunn und seinen Mitstreitern angemessen konsequent zu Ende gedacht. Wo Marvel- und DC-Blockbuster auf massentaugliche – will heißen: entschärfte – Konfrontationen und Gefechte setzen, entfesselt „Brightburn: Son of Darkness“ eine Eskalation mit blutigen Überraschungen. Das Zerstörungspotenzial von Brandons übermenschlichen Gaben zeigt sich auf äußerst schmerzliche Weise, als der Zwölfjährige seinen Onkel Noah (Matt Jones, „Cooties“) attackiert. Ähnlich unangenehm ist eine Szene, in der Glassplitter eine prominente Rolle spielen. Gunn, die beiden Drehbuchautoren und Regisseur Yarovesky verschließen den Blick vor den grauenhaften Folgen nicht und verleihen ihrem Horrorthriller damit eine dreckig-garstige Note, die den großen Superheldenfilmen gänzlich abgeht.

Vorwerfen kann man den Machern gewiss, dass sie aus ihrer Prämisse weniger herausholen, als möglich gewesen wäre. Der Plot orientiert sich stark an den Konventionen des Evil-Child-Subgenres. Mit wenigen Strichen werden die Hauptfiguren entworfen. Und um Fragen nach Brandons Herkunft, seinen Absichten und den genauen Ursachen für seinen bedrohlichen Wandel drückt sich „Brightburn: Son of Darkness“ größtenteils herum. Mehr erfahren lässt sich wahrscheinlich erst in einer potenziellen Fortsetzung, für die am Ende der Boden bereitet wird.

Auch wenn die Geschichte in bekannten Bahnen verläuft und die Protagonisten etwas mehr Profil vertragen könnten, schafft es Yarovesky mit seiner schnörkellos-kompetenten Inszenierung und einigen routiniert-effektiven Schocks, Langeweile abzutöten. Echte Innovationen sucht man vergeblich. Klassische Elemente und Versatzstücke werden aber so arrangiert, dass immer mal wieder handfeste Spannung aufkommt. Von Vorteil sind überdies die passablen Darbietungen der Schauspieler, die das gradlinige Geschehen zumindest sporadisch emotional aufwerten. Nicht überragend, für die unheimliche Wirkung allerdings überzeugend genug gerät die Performance von Jung-Mime Jackson A. Dunn, der Brandon mit einer unbehaglichen Kaltblütigkeit und Verschlagenheit ausstattet. Das Horrorgenre hat gewiss schon weniger gruselige Kinder gesehen. Und das Kino zweifelsohne schon viele sympathischere Zeitgenossen mit Superkräften.

>> von Christopher Diekhaus

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