Moviebase The Prodigy

The Prodigy
The Prodigy

Bewertung: 65%

Userbewertung: 65%
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Originaltitel: The Prodigy
Kinostart: 07.02.2019
DVD/Blu-Ray Verkauf: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: Unbekannt
Studio: Orion Pictures, Vinson Films
Produktionsjahr: 2019
Regie: Nicholas McCarthy
Drehbuch: Jeff Buhler
Darsteller: Taylor Schilling, Brittany Allen, Colm Feore, Jackson Robert Scott, Peter Mooney, Olunike Adeliyi, David Kohlsmith

Groß ist die Freude, wenn ein Kind das Licht der Welt erblickt. Und mindestens genauso ausgeprägt das Bemühen der Eltern, den innig geliebten Neuankömmling zu einem guten Menschen zu erziehen und vor den Gefahren dieser Welt fernzuhalten. Dass das mütterliche und väterliche Glück auch ins Gegenteil umschlagen kann, unterstreicht vor allem das Horrorgenre, in dem seit Dekaden kleine Satansbraten ihr Unwesen treiben. Mit seinem Gruselthriller „The Prodigy“ knüpft Filmemacher Nicholas McCarthy („At the Devil’s Door“) unumwunden an das uralte Motiv des bösen Nachwuchses an und liefert trotz einiger Ausflüge in den Klischeebereich eine stellenweise überraschend wirkungsvolle Schauergeschichte ab. Clevere Innovationen sind auf Handlungsebene dabei nicht im Angebot. Eine kompetente Inszenierung und überzeugende Darsteller garantieren aber dennoch rundum solide Genre-Unterhaltung.

Das titelgebende Wunderkind hört auf den Namen Miles (Jackson Robert Scott, „Es“) und ist schon als Achtjähriger viel intelligenter als die meisten seiner Altersgenossen. Probleme hat das schlaue Kerlchen allerdings im sozialen Miteinander, was seine Eltern Sarah (Taylor Schilling, „Titan – Evolve or Die“) und John (Peter Mooney, „Heroes Reborn“) zunehmend beunruhigt. Da Miles‘ Verhalten immer merkwürdiger wird, steht die Familie schon bald vor einer gewaltigen Zerreißprobe. Während sich John von seinem Sohn distanziert, sucht Sarah nach Erklärungen und trifft bei ihren Nachforschungen auf den unkonventionellen Therapeuten Arthur Jacobson (Colm Feore, „Anon“), der eine übernatürliche Erklärung für die aufgewühlte Frau parat hat.

Auch wenn McCarthy und Drehbuchautor Jeff Buhler (demnächst mit der Stephen-King-Neuverfilmung „Friedhof der Kuscheltiere“ in den deutschen Kinos) bereits im Anfangsdrittel mithilfe eines Parallelstrangs überdeutliche Hinweise ausstreuen, welche böse Macht von Miles Besitz ergreifen wird, sollen die Hintergründe an dieser Stelle keine prominente Rolle spielen. Nur so viel: Neu sind die Skriptideen sicher nicht, wie der Blick auf einen 70er-Jahre-Horrorfilm mit Shirley MacLaine beweist, dessen Titel der interessierte Leser hier in Erfahrung bringen kann. Die Geschichte von „The Prodigy“ ist wenig originell, verirrt sich mitunter in repetitiven Erklärungen und scheut zuweilen vor müden Genre-Plattitüden – etwa einem toten Haustier – nicht zurück.

Gleichwohl hebt sich der Evil-Child-Thriller in mancher Hinsicht positiv von vielen anderen aktuellen Horrorbeiträgen ab. Plakative, dem Zuschauer ins Gesicht springende Schocks kommen, lässt man die Einstiegssequenz außen vor, nur sehr sporadisch zum Einsatz, da dem Regisseur vor allem daran gelegen ist, ein sich langsam zuspitzendes Angstklima aufzubauen. In den Mittelpunkt rückt dabei die Gefühlswelt der hin- und hergerissenen Sarah, deren Liebe zu ihrem Sohn mehrfach aufblitzt, nach und nach aber in große Verunsicherung umschlägt. Besonders in Erinnerung behält man eine Schlafzimmerszene, in der sich Miles an seine Mutter schmiegt und ihr eine abgründige Frage stellt. Unbehagen schüren auch ein nur vermeintlich harmloses Blinzelspiel, eine eigenwillige Therapiesitzung bei Dr. Jacobson und eine schlichte Einstellung, die den hochbegabten Achtjährigen beim Feilen einer Schere zeigt.

Filme über böse Kinder kriechen freilich nur dann unter die Haut, wenn das kleine Teufelchen wirklich furchteinflößend ist. Mit dem Casting von Jackson Robert Scott landet McCarthy allerdings einen Treffer, der „The Prodigy“ ein gutes Stück aus dem Genre-Mittelmaß heraushebt. Selbstverständlich ist es nicht, mit welcher Souveränität der Jungdarsteller sowohl die verletzlichen als auch die finsteren Seiten seiner Rolle auslotet. Den süßen, liebenswerten Sohnemann nimmt man ihm genauso ab wie den durchtriebenen Zerstörer des Familienglücks.

Im letzten Akt, der spannungstechnisch noch einmal etwas zulegt und sich in einer Szene vor Nicolas Roegs Horrormeisterwerk „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ zu verbeugen scheint, drücken sich die Macher zwar mit Blick auf Sarah um eine perfide Wendung, finden für den Film aber eine angemessen finstere Schlussnote. So manchem Zuschauer könnte nach dem Besuch des Kinos übrigens die simple, aber effektiv unheimliche Melodie im Kopf herumschwirren, die an mehreren Stellen – unter anderem von Miles – gesummt wird.

>> von Christopher Diekhaus

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