Moviebase Down a Dark Hall

Down a Dark Hall
Down a Dark Hall

Bewertung: 45%

Userbewertung: 46%
bei 11 Stimmen

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Originaltitel: Down a Dark Hall
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 07.03.2018
DVD/Blu-Ray Verleih: 07.03.2018
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: Unbekannt
Studio: Fickle Fish Films, Nostromo Pictures, Temple Hill Entertainment
Produktionsjahr: 2018
Regie: Rodrigo Cortés
Drehbuch: Michael Goldbach, Chris Sparling
Darsteller: AnnaSophia Robb, Uma Thurman, Isabelle Fuhrman, Victoria Moroles, Noah Silver, Taylor Russel, Rosie Day

Dass man aus begrenzten Möglichkeiten viel herausholen kann, bewies Filmemacher Rodrigo Cortés mit seiner klaustrophobischen Alfred-Hitchcock-Hommage „Buried – Lebend begraben“, in der ein von Ryan Reynolds gespielter LKW-Fahrer in einer Holzkiste ums nackte Überleben kämpfte. Weniger eindrücklich geriet trotz prominenter Besetzung – unter anderem gaben sich Robert De Niro, Sigourney Weaver und Cillian Murphy die Ehre – seine anschließende Regiearbeit „Red Lights“ von 2012. Ganze sechs Jahre dauerte es, bis Cortés nach diesem Fehlschlag abermals einen Spielfilm vorlegen konnte. Mit der spanisch-amerikanischen Koproduktion „Down a Dark Hall“, einer Adaption des Young-Adult-Romans „Ein dunkler Ort“ von US-Schriftstellerin Lois Duncan, wagt sich der Spannungsexperte in den Horrorbereich vor, schafft es aber zu selten, eine eindringliche Schaueratmosphäre aufzubauen.

Im Mittelpunkt der Handlung steht die aggressive, immer wieder auffällig werdende Kit (AnnaSophia Robb, „The Reaping – Die Boten der Apokalypse“), die von ihrer Mutter (Kirsty Mitchell, „Lake Placid 3“) und ihrem Stiefvater (Jim Sturgeon, „Die Macht des Bösen“) nach einem Brandstiftungsdelikt auf ein eigenartiges Elite-Internat verfrachtet wird. In Blackwood soll sie unter der strengen Leitung von Direktorin Madame Duret (in der Originalversion mit französischem Akzent: Uma Thurman, „The House That Jack Built“) endlich ihre Talente pflegen und lernen, ihr Temperament zu zügeln. Neben Kit besuchen auch vier andere, als schwer erziehbar abgestempelte Mädchen die einsam gelegene Schule, wobei sich Veronica (Victoria Moroles, „Teen Wolf“) als besonders renitente Unruhestifterin erweist. Bis auf Letztere entwickeln die jungen Frauen schon nach kurzer Zeit in jeweils unterschiedlichen Disziplinen bemerkenswerte Fähigkeiten, was Kit irgendwann zu der Annahme verleitet, dass in der Einrichtung unheimliche Dinge vor sich gehen müssen. 

Das mitten in der Pampa thronende Anwesen verbreitet mit seinen schummrig ausgeleuchteten Gängen und seinem altmodischen Interieur einen morbiden Charme und eignet sich als Grusel-Location eigentlich vortrefflich. Seltsamerweise gelingt es Cortés jedoch nur bedingt, eine fesselnde Gänsehautstimmung zu kreieren. Ab und an huschen im Hintergrund Gestalten durch das Bild. Sporadisch kommt ein konventioneller Buh-Effekt zum Einsatz. Und regelmäßig lässt der Regisseur seine Figuren in tiefster Dunkelheit herumstochern. Den Puls nach oben treibt das Geschehen, zumindest in der ersten Stunde, leider nicht. Vielmehr breitet das von Michael Goldbach („Mary Kills People“) und Chris Sparling („The Atticus Institute – Teuflische Experimente“) verfasste Drehbuch seine Geschichte eher zäh und schleppend aus und versäumt es außerdem, die Profile der unangepassten Blackwood-Schülerinnen spannend zu gestalten.

Besonders bedauerlich ist die spärliche Charakterzeichnung im Fall der urplötzlich mit unglaublichen Mathematikkenntnissen gesegneten Izzy, die von der horrorerprobten Isabelle Fuhrman verkörpert wird. Sorgte die US-Darstellerin in Jaume Collet-Serras Schocker „Orphan – Das Waisenkind“ in der Titelrolle noch für handfestes Frösteln, bleibt sie hier sträflich unterfordert und dementsprechend blass. Kits traumatische Backstory wollen die Macher im Schlusskapitel für emotionale Akzente nutzen, schießen aber größtenteils am Ziel vorbei, da sich der Nebenstrang alles andere als kunstvoll in die Haupthandlung einfügt. Das Geheimnis des elitären Internats, das sich bereits in einem dem Film vorangestellten Homer-Zitat ankündigt, hat durchaus seinen Reiz. Cortés zieht die Enthüllungen allerdings zu konfus auf, um den Zuschauer wirklich zu beeindrucken. Auch wenn man sich nach den manchmal einschläfernden ersten beiden Dritteln freuen sollte, dass gegen Ende etwas mehr Dringlichkeit gegeben ist, wirkt der plötzlich um sich greifende Budenzauber dann doch etwas überzogen. Mit aller Macht – so hat es den Anschein – versucht der Regisseur an dieser Stelle, den etwas trägen Vorlauf vergessen zu machen. Allein der Zuschauer kann sich noch gut an ihn erinnern.

>> von Christopher Diekhaus

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