Moviebase Brahms: The Boy 2

Brahms: The Boy 2
Brahms: The Boy 2

Bewertung: 45%

Userbewertung: 163%
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Originaltitel: The Boy 2
Kinostart: 20.02.2020
DVD/Blu-Ray Verkauf: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: Unbekannt
Studio: Lakeshore Entertainment, STX Entertainment
Produktionsjahr: 2019
Regie: William Brent Bell
Drehbuch: Stacey Menear
Darsteller: Katie Holmes, Ralph Ineson, Owain Yeoman, Christopher Convery

Wie viele andere moderne Horrorfilme auch ließ sich der von William Brent Bell („Wer – Das Biest in dir“) inszenierte Gruselthriller „The Boy“, der 2016 das Licht der Welt erblickte, am Ende die Möglichkeit für eine Weiterführung offen. Nachdem der größtenteils auf klassische Schauerelemente setzende, erzählerisch im Schlussdrittel aber aus dem Ruder laufende Film an den Kinokassen reüssieren konnte, war es nur eine Frage der Zeit, bis ein Sequel an den Start gehen würde. Musste sich im ersten Teil noch eine Nanny im altehrwürdigen Heelshire-Haus mit der titelgebenden Porzellanpuppe herumschlagen, ist es nun eine aus der Bahn geworfene Familie, die Bekanntschaft mit dem kleinen Brahms macht. Dass Kapitel zwei weniger unter die Haut geht als der solide Vorgänger, hat vor allem einen Grund: Immer wieder packen Bell und der abermals als Drehbuchautor fungierende Stacey Menear die Brechstange aus und schmälern so die durchaus gelungenen Stimmungsansätze.

Der Prolog hält für Liza (Katie Holmes, „Don’t Be Afraid of the Dark“) und ihren Sohn Jude (Christopher Convery, „Stranger Things“) eine äußerst unschöne Erfahrung bereit. In Abwesenheit von Ehemann und Vater Sean (Owain Yeoman, „Das Belko Experiment“) stehen die beiden eines Nachts in ihrem Haus plötzlich Einbrechern gegenüber, die Liza brutal zusammenschlagen. Obwohl sie mit dem Leben davonkommt, hinterlässt der Überfall in ihrer Seele tiefe Spuren. Verängstigt und gezeichnet ist auch ihr Sohn, der das Ganze hilflos mitansehen musste und seit dem schrecklichen Ereignis nicht mehr spricht. Um wieder an ihn heranzukommen, beschließen Liza und ihr Gatte, London vorübergehend zu verlassen und aufs Land zu ziehen. Ihr Ziel ist ausgerechnet ein kleines Gästehaus, das auf dem aus Teil eins bekannten Heelshire-Anwesen steht. Kurz nach ihrer Ankunft findet Jude auf dem Grundstück die vergrabene Brahms-Puppe und blüht anschließend zum Erstaunen seiner Eltern langsam auf. Der Einfluss seines neuen Freundes nimmt in Lizas Wahrnehmung jedoch rasch beunruhigende Züge an.

„The Boy“ war sicherlich kein Glanzstück des Horrorkinos, baute aber eine wirkungsvolle Gänsehautatmosphäre auf, die erst zum Ende hin absurden Exzessen weichen musste. In der Fortsetzung nehmen Regie und Drehbuch nun einen Strategiewechsel vor und konfrontieren das Publikum von Anfang an mit eher grob gestrickten jump scares. Im heutigen Gruselschaffen mag diese Taktik sehr beliebt sein. Wie so oft verliert das Abfeuern schriller Geisterbahneffekte allerdings schnell seinen Reiz. Dass man den Zuschauer auch auf subtilere Weise erschrecken kann, beweisen einige suggestive Kamerafahrten und die wiederkehrenden unheilvollen Puppeneinstellungen, die ein finsteres Eigenleben von Brahms nahelegen. Das Heelshire-Haupthaus, das mit seinen dunklen Gängen und seiner gediegenen, aus der Zeit gefallenen Einrichtung in „The Boy“ das Unbehagen kräftig nährte, spielt dieses Mal leider nur eine untergeordnete Rolle. Immer dann, wenn die Figuren die inzwischen heruntergekommene Villa betreten, steigt jedoch die Spannung an.

Auch wenn Bell und Menear im Sequel etwas mehr Zeit auf die Einführung ihrer Protagonisten verwenden und sogar Interesse für Lizas und Judes Traumata andeuten, durchdringen sie die emotionale Ebene nicht. Hier und da darf eine von Anjali Jay („Das 9. Leben des Louis Drax“) verkörperte Psychologin Standardfloskeln von sich geben. Mehrfach brechen die Folgen des Überfalls in Lizas Albträumen hervor. Das alles bleibt aber stets nur an der Oberfläche. Überhaupt gelingt es dem Drehbuch nicht, eine konstant packende Geschichte zu erzählen. Das erneut eher unfreiwillig komische Finale bereiten die Macher durch das Auftauchen platter Funktionsfiguren denkbar grobschlächtig vor. Die Hintergründe der ominösen Puppe werden wenig elegant erweitert. Und zu allem Überfluss ist der eigentlich charismatische „The Witch“-Darsteller Ralph Ineson als genretypischer Klischeesonderling Joseph, der mit seinem Gewehr ab und an durchs Bild stapft, sträflich unterfordert. Viele Argumente für eine weiteres Sequel, das am Ende natürlich in Aussicht gestellt wird, liefert „Brahms: The Boy II“ leider nicht.

>> von Christopher Diekhaus

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