Moviebase St. Agatha

St. Agatha
St. Agatha

Bewertung: 40%

Userbewertung: 35%
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Originaltitel: St. Agatha
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 31.05.2019
DVD/Blu-Ray Verleih: 31.05.2019
Freigabe: FSK 18
Lauflänge: 98 Minuten
Studio: Dragon Blood Holdings, St. Agatha, The Outside Writers
Produktionsjahr: 2018
Regie: Darren Lynn Bousman
Drehbuch: Andy Demetrio, Shaun Fletcher, Sara Sometti Michaels, Clint Sears
Darsteller: Sabrina Kern, Carolyn Hennesy, Courtney Halverson, Seth Michaels, Trin Miller

Nach der visuell eigenwilligen, dramaturgisch jedoch enttäuschend zähen Gruselmär „Abattoir“ aus dem Jahr 2016 meldet sich der für die „Saw“-Titel II, III und IV verantwortliche Darren Lynn Bousman mit einem Horrorthriller zurück, der im Bereich des Nunsploitation-Subgenres angesiedelt ist. Ein unheimliches Kloster und dessen nicht minder ominöse Schwestern avancieren in „St. Agatha“ zum Albtraum einer jungen Frau, die nach Schutz und Geborgenheit sucht. Die bedrückende Atmosphäre des abgelegenen Anwesens überträgt sich zwar in einigen Momenten auf den Zuschauer. Unter dem Strich fällt dem Regisseur und den vier am Drehbuch beteiligten Autoren aber herzlich wenig ein, um ein dauerhaftes Mitfiebern zu erwirken.

Im Jahr 1957 verschlägt es die schwangere Mary (Sabrina Kern), die sich vor kurzem von ihrem Freund, dem Vater des Kindes, getrennt hat, in einen Konvent, der werdenden Müttern aus schwierigen Verhältnissen eine sichere Umgebung bieten will. Bereits beim Betreten der tief im Wald verstecken Einrichtung ergreift den Neuankömmling ein mulmiges Gefühl. Doch die strenge Mutter Oberin (Carolyn Hennesy, „True Blood“) versichert ihr, dass sie hier in besten Händen sei. Marys Zweifel wachsen allerdings dramatisch an, als sie sieht, wie hart und unerbittlich die Nonnen die Insassinnen behandeln. Bevor sie sich versehen kann, liegt sie auch schon in einer Kiste im Keller und wird schließlich auf sadistische Weise gezwungen, ihren Namen abzulegen, den sie aufgrund ihrer Sünden nicht verdiene. Als Agatha lebt sie fortan in ständiger Angst vor neuen Übergriffen und ist schon bald wild entschlossen, aus dem Terrorkloster zu flüchten.

Finster dreinblickende Ordensschwestern, der Hinweis, dass Freundschaften in diesem Haus nicht erwünscht seien, ein Redeverbot und eine dominant auftretende Äbtissin, die geradezu stolz davon berichtet, dass die Kirche ihre Arbeit missbillige und daher nicht mehr unterstütze. Im Grunde grenzt es an ein Wunder, dass es Mary alias Agatha auch nur eine Nacht in ihrer neuen Unterkunft aushält. Der Film kann noch so sehr bemüht sein, ihre verzweifelte Lage – eine schwangere alleinstehende Frau in einer von rigiden Moralvorstellungen bestimmten Zeit – als Erklärung für ihr Bleiben heranzuziehen. Ihrem Kind zuliebe müsste sie eigentlich sofort das Weite suchen. Denn das Böse lauert hier nicht im Schatten, sondern ist von Anfang an mit Händen greifbar.

Das ranzige, von der Außenwelt beinahe abgeschnittene Setting erzeugt in einigen Passagen durchaus Beklommenheit. Vereinzelte Gewaltspitzen dürften den Puls kurz nach oben treiben. Die von Mark Sayfritz arrangierte Musik mit ihren unheilvoll geflüsterten Choralgesängen lässt einem ab und an die Nackenhaare zu Berge stehen. Und das lustvoll boshafte, stets etwas herablassende Spiel von Carolyn Hennesy hat sicherlich einen gewissen Reiz. Dennoch drängt sich schon früh im zweiten Akt der Eindruck auf, dass sich die Handlung etwas zu sehr im Kreise dreht und es keine spannenden Geheimnisse zu entdecken gibt. Das Gebaren der Nonnen ist von den ersten Augenblicken an offen feindselig. Die blaustichigen Rückblenden in Marys/Agathas traumatische Vergangenheit sollen der Figur Tiefe geben, fallen aber denkbar öde aus. Ihre Mitgefangenen entwickeln noch viel weniger Persönlichkeit. Und ungeschickte Fluchtversuche wiederholen sich.

Obwohl mit Andy Demetrio, Shaun Fletcher, Sara Sometti Michaels und Clint Sears gleich vier Autoren am Film beteiligt waren, passiert bis zum Finale nur wenig Überraschendes. Reichlich schlampig und denkfaul ist auch die Art und Weise, wie „St. Agatha“ seine überschaubare Geschichte zu Ende bringt. Die 180-Grad-Wende, die einige Beteiligte plötzlich hinlegen, erscheint im Licht der vorangegangenen Ereignisse komplett unglaubwürdig und dürfte vor allem für Gelächter sorgen. Mit eben diesen Impressionen im Hinterkopf ist es allemal verwunderlich, dass Bousmans neues Horrorwerk von vielen US-Kritikern wohlwollend aufgenommen wurde. Der Nonnenschocker hat gewiss seine Momente, bietet aber auch reichlich Leerlauf, Ungenauigkeiten und so manche dämliche Idee.

>> von Christopher Diekhaus

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