Moviebase Viking Vengeance

Viking Vengeance
Viking Vengeance

Bewertung: 45%

Userbewertung: 98%
bei 11 Stimmen

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Originaltitel: The Head Hunter
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 07.06.2019
DVD/Blu-Ray Verleih: 07.06.2019
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: 73 Minuten
Studio: Brayne Studios, Detention Films
Produktionsjahr: 2018
Regie: Jordan Downey
Drehbuch: Kevin Stewart, Jordan Downey
Darsteller: Christopher Rygh, Cora Kaufman

Weniger ist manchmal mehr, weiß der Volksmund zu berichten. Gerade im Film bestätigt sich diese Weisheit erstaunlich oft. Gigantische Effektsalven sind keine Garanten für mitreißende Unterhaltung, sondern lassen den Zuschauer zuweilen Abstand von Handlung und Figuren nehmen. Dass ein stark reduzierter Ansatz allerdings kein Patentrezept ist, belegt der im Mittelalter spielende Horrorstreifen „Viking Vengeance“, der 2018 seine Weltpremiere auf dem Genrefestival von Sitges feierte. Regisseur Jordan Downey („ThanksKilling“) kreiert darin zwar eine ungemütliche Einsiedlerstimmung mit bedrohlicher Klangkulisse, versäumt es allerdings, seinem minimalistischen Plot ein handfestes emotionales Rückgrat zu geben.

Irgendwo am Rande eines nördlichen Königreichs haust ein namenloser Mann (Christopher Rygh, „The Last Kingdom“) mit seiner Tochter (Cora Kaufman) in einer Hütte und verdingt sich als Monsterjäger. Als das Mädchen eines Tages von einer Bestie ermordet wird, schwört der Eremit grausame Rache. Pflichtbewusst erledigt er in den folgenden Jahren seine Aufgabe als Beschützer und bekommt es irgendwann erneut mit dem Ungeheuer zu tun, das sein Kind auf dem Gewissen hat. Angetrieben von seiner unbändigen Wut, hetzt der furchtlose Krieger dem mörderischen Wesen nach, um endlich Vergeltung zu üben.

Der erste Akt bebildert beinahe ausschließlich die täglichen Routinen des Protagonisten, der ein einsames Leben in den Wäldern führt, merkwürdige Selbstheilungselixiere zusammenmixt und immer dann, wenn ein lautes Horn ertönt, in den Kampf gegen ein neues Monster zieht. „Viking Vengeance“ ist eine One-Man-Show, in der abgesehen von der Tochter andere Menschen, wenn überhaupt, nur in der Ferne auftauchen. Ins Auge sticht schon in den ersten Szenen, dass die blutigen Auseinandersetzungen bevorzugt im Off stattfinden, man also fast nie einen direkten Blick auf die unheimlichen Kreaturen erhält, die das Königreich durchstreifen. Bloß eine Sammlung abgeschlagener Köpfe an der Wand der Hütte und der nach den Gefechten oft drastisch geschundene Körper der Hauptfigur lassen erahnen, wie brutal es in dieser Welt zur Sache geht.

Dass Downey die Gewaltausbrüche nicht ins Bild holt, dürfte vor allem mit den beschränkten Mitteln der Low-Budget-Produktion zusammenhängen und sollte daher mit etwas Nachsicht beurteilt werden. Zu einem Problem wird diese Strategie jedoch beim Tod des kleinen Mädchens, der sich dem Betrachter bloß über einen arg lapidaren Voice-over-Kommentar vermittelt. Gerade weil es sich um das emotionale Herz der Erzählung handelt, hätte es zwingend mehr gebraucht als ein paar hingeworfene Sätze. Obschon Christopher Rygh den Schmerz und den Zorn des Kriegers halbwegs glaubhaft zum Ausdruck bringt, fehlt es dem angeblich so stark brennenden Rachegefühl an echter Wucht.

Reichlich unspektakulär und willkürlich erscheint auch der Moment, in dem das von Downey und Kevin Stewart verfasste Drehbuch die Jagd nach dem verhassten Monster eröffnet. Spielte sich das Geschehen vorher nur in der Hütte und ihrer näheren Umgebung ab, schickt der Film den namenlosen Krieger nun auf eine größere Reise. Trotz einiger beeindruckender Landschaftsaufnahmen wollen die Strapazen und die Gefahren der Unternehmung allerdings nicht recht greifbar werden, sodass die Spannungskurve eher flach bleibt.

Im weiteren Verlauf wartet „Viking Vengeance“ dann mit einer bizarren Wendung auf, die ein zumindest in Ansätzen unheimliches Katz-und-Maus-Spiel lostritt. Immer mal wieder macht sich allerdings auch unfreiwillige Komik breit. Und am Ende, nach schlanken 70 Minuten Laufzeit, lässt sich der Eindruck nicht verscheuchen, dass Downey einen Kurzfilmstoff krampfhaft auf Spielfilmlänge ausgedehnt hat. Der Regisseur macht aus seinen geringen finanziellen Möglichkeiten mitunter mehr, als man erwarten kann. Insgesamt ist sein archaisch-schnörkelloser Monsterstreifen aber nicht abwechslungsreich genug, um das Publikum auf einen durchgehend nervenaufreibenden Albtraumtrip zu entführen.

>> von Christopher Diekhaus

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