Moviebase Ad Astra - Zu den Sternen

Ad Astra - Zu den Sternen
Ad Astra - Zu den Sternen

Bewertung: 70%

Userbewertung: 22%
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Originaltitel: Ad Astra
Kinostart: 19.09.2019
DVD/Blu-Ray Verkauf: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 12
Lauflänge: Unbekannt
Studio: New Regency Pictures, 20th Century Fox Film Corporation, Bona Film Group
Produktionsjahr: 2019
Regie: James Gray
Drehbuch: James Gray, Ethan Gross
Darsteller: Brad Pitt, Tommy Lee Jones, Ruth Negga, Donald Sutherland, Jamie Kennedy

Gerade noch in Quentin Tarantinos Kinohommage „Once Upon a Time in… Hollywood“ als lässiger Stuntman zu sehen, und nun in der Rolle eines grüblerischen Astronauten gehüllt in einen Raumanzug: Leinwandstar Brad Pitt zeigt aktuell Präsenz und demonstriert einmal mehr, dass er ein Könner seines Fachs ist. Beim Science-Fiction-Abenteuer „Ad Astra – Zu den Sternen“, das nach einigen Verschiebungen kürzlich seine Weltpremiere im Wettbewerb der Filmfestspiele von Venedig feierte, war der US-Darsteller überdies mit seiner eigenen Firma Plan B Entertainment als Produzent federführend an der Entwicklung des Stoffes beteiligt. Pitt und Regisseur James Gray („Die versunkene Stadt Z“) verfolgen große Ambitionen, eifern legendären Filmemachern wie Stanley Kubrick und Andrei Tarkowski nach, können mit tollen Impressionen auftrumpfen, servieren dem Publikum aber ein Werk, das mehr verspricht, als es am Ende halten kann.

In der nahen Zukunft wird die Erde durch seltsame Energiewellen aus dem Universum bedroht. Astronaut Roy McBride (Brad Pitt, „World War Z“) bekommt ihre Wucht hautnah zu spüren, als er gerade eine gigantische Weltraumantenne inspiziert. Nur wenig später nimmt der stets beherrschte Mann an einem geheimen Treffen teil, bei dem er einen pikanten Auftrag erhält. Da die Experten glauben, dass die elektromagnetischen Stürme aus dem Umfeld des Neptuns kommen, wo Roys Vater Clifford (Tommy Lee Jones, „Men in Black“) einst nach intelligentem Leben suchte, dann jedoch spurlos verschwand, soll der Sohn nun über den Mond zum Mars reisen und von dort eine Sprachnachricht an den Vermissten absetzen. Der wie ein Held verehrte Clifford ist offenbar, anders als bislang angenommen, nicht tot und könnte, so die Befürchtung, für die verheerenden Phänomene verantwortlich sein.

Wie man es von einem Science-Fiction-Streifen dieser Preisklasse – kolportiert werden zwischen 80 und 90 Millionen Dollar – erwarten darf, geizt er nicht mit großen Schauwerten. Schon in den ersten Minuten, wenn Roy an der riesigen Antenne entlangklettert und nach dem Auftreten der Energiewellen im Sturzflug Richtung Erde saust, wird man regelrecht in die spektakulären Bilder hineingesogen. Auch im weiteren Verlauf dürfte „Ad Astra – Zu den Sternen“ für staunende Gesichter sorgen. Viel zu entdecken gibt es etwa bei der Ankunft auf dem Mond, dessen Basis einem kleinen Konsumtempel gleicht, in dem sich auch eine DHL-Filiale angesiedelt hat. Optisch ganz andere, aber nicht weniger eindrucksvolle Akzente setzt der Film auf dem Mars. Die eigenwillige Innenarchitektur der unterirdischen Basis und die markante rötliche Färbung der Umgebung erzeugen eine fast surreale Atmosphäre.

Die Qualität der Aufnahmen, der Effekte, der Ausstattung und der Requisiten spiegelt sich auf inhaltlicher Ebene allerdings nicht im gleichen Maße wider. Der Ausgangspunkt des Drehbuchs ist fraglos spannend. Mehrfach schafft es Gray, Nervenkitzel zu produzieren. Etwa während einer Verfolgungsjagd auf dem Mond oder während der Erkundung eines havarierten Raumschiffes. Ab und an blitzen reizvolle kritische Gedanken zum menschlichen Ausgreifen ins All auf. Und mit ihrem bedächtigen Tempo bewahrt sich die futuristische Geschichte eine individuelle Note. Gleichzeitig wird man aber das Gefühl nicht los, dass der Regisseur und sein Koautor Ethan Gross einmal quer durch das Science-Fiction-Genre pflügen. Kleine Horroranleihen finden sich ebenso wie Mystery-Bausteine, ein verschollener Forschungstrupp und die immer gern genommene Bedrohung der gesamten Menschheit.

Auch wenn Roys Expedition eine Reihe eindringlicher Momente bietet, wirken seine Selbstfindung und der im Zentrum stehende Vater-Sohn-Konflikt doch etwas zu konventionell und schlicht, um den Betrachter vollends gefangen zu nehmen. Gut gemeint, aber stellenweise banal und krampfhaft um philosophischen Anstrich bemüht sind die nachdenklichen Voiceover-Monologe des emotional kontrollierten Protagonisten, die sein Hadern mit sich und seiner Aufgabe unterstreichen. Roy hat sich, wie sein Vater, dem Weltall verschrieben, dafür allerdings geliebte Menschen von sich gestoßen. Vor allem seine Frau Eve (Liv Tyler, „Wildling“), die im fertigen Film leider fast kein Profil erhält, obwohl der offizielle Trailer etwas anderes vermuten lässt. Ein paar traurige Blicke und kurze Video-Botschaften – mehr Platz wird ihrer Figur nicht zugestanden, weshalb sie lediglich als Anhängsel in Erinnerung bleibt.

„As Astra – Zu den Sternen“ hat unbestreitbar starke Passagen, kommt technisch hochwertig daher und punktet mit einem charismatischen Hauptdarsteller, dessen zurückgenommene Performance fasziniert. Die Einzelteile sind unter dem Strich aber besser als das Gesamtkonstrukt. Was auch bedeutet, dass die Vorbilder Kubrick und Tarkowski mit ihren Science-Fiction-Meilensteinen „2001: Odyssee im Weltraum“ und „Solaris“ in anderen Sphären schweben.

>> von Christopher Diekhaus

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