Moviebase Countdown

Countdown
Countdown

Bewertung: 30%

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Originaltitel: Countdown
Kinostart: 30.01.2020
DVD/Blu-Ray Verkauf: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: Unbekannt
Studio: Boies / Schiller Film Group, Wrigley Pictures
Produktionsjahr: 2019
Regie: Justin Dec
Drehbuch: Justin Dec
Darsteller: Anne Winters, Elizabeth Lail, Peter Facinelli, Talitha Eliana Bateman, Charlie McDermott, Talitha Eliana Bateman

Fluch oder Segen? Mit Blick auf die sich rasant entwickelnde moderne Technik stellt sich diese Frage immer häufiger. Brauchen wir wirklich in allen Lebensbereichen digitale Hilfsmittel? Sind uns Erleichterungen wichtiger als die eigene Privatsphäre? Und sorgen manche Smartphone-Programme nicht erst recht für wachsende Verunsicherung? In Justin Decs Kinodebüt „Countdown“, das von einer App erzählt, die den Todeszeitpunkt ihrer Nutzer genau bestimmen kann, hätten derartige Überlegungen durchaus Platz finden können. Leider hat der Regisseur und Drehbuchautor jedoch nicht den Mut, seine griffige Prämisse eingehender zu beleuchten, und nutzt sie bloß für eine überraschungsarme Gruselshow, die nicht einmal das anvisierte Teenager-Publikum sonderlich erschrecken dürfte.

In alkoholgeschwängerter Stimmung kommt die junge Courtney (Anne Winters, „Mom & Dad“) auf einer Party zum ersten Mal mit der titelgebenden Handy-Anwendung in Berührung und staunt nicht schlecht, als sie erfährt, dass sie in wenigen Stunden sterben soll. Den Heimweg bringt sie noch halbwegs unbeschadet hinter sich. Zu Hause angekommen, schlägt das Schicksal aber zu. Parallel zu ihrem punktgenau vorhergesagten Tod hat ihr betrunkener Freund Evan (Dillon Lane, „Charlie Says“) einen heftigen Autounfall, der ihn schnurstracks in eine Klinik befördert. In Erwartung einer Operation, die er laut Countdown-App nicht überleben wird, offenbart er sich der frischgebackenen Krankenschwester Quinn (Elizabeth Lail, „You: Du wirst mich lieben“), die seinen Warnungen zunächst keinen Glauben schenken will. Nichtsdestotrotz zieht sie sich das ominöse Programm auf ihr Smartphone und fürchtet nach Evans angeblichem Selbstmord plötzlich ebenfalls um ihr Leben. Laut der unbarmherzig heruntertickenden Anzeige läuft auch ihre Uhr bald ab.

Philosophische Ausführungen darf man von einem Horrorthriller sicher nicht erwarten. Wie sich das Wissen um das eigene Todesdatum auf einen Menschen und seine Beziehung zu seiner Umwelt auswirkt, hätte man aber ruhig in Ansätzen diskutieren können. Justin Dec hält sich mit solchen Gedankenspielen nicht lange auf und setzt viel lieber auf ein von der „Final Destination“-Reihe inspiriertes Fluch-Konstrukt, das atmosphärisch fast gar nichts hermacht. Schockmomente kündigen sich mit lautem Trommelwirbel an. Die Gefahren der modernen Medienwelt – Stichwort: Nutzungsbedingungen – werden angerissen, jedoch nie mit satirischer Schärfe garniert. Immer mal wieder fallen verquaste religiöse Stichworte. Und auch der regelmäßig auftauchende Todesengel verdient sich das Prädikat „Inbegriff der Beliebigkeit“.

Dass Haupthandlung und Grusel-Mythologie keinen Eindruck schinden können, scheint auch der Regisseur erkannt zu haben und ergänzt den lahmen Spuk daher um einige komische Einlagen und einen Subplot, der das ernste Thema sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz auf plakative Weise ausbuchstabiert. Für die humoristischen Töne sind vor allem zwei von Tom Segura und P. J. Byrne verkörperte Nebenfiguren verantwortlich, die das Drehbuch arg krampfhaft auf exzentrisch trimmt. Statt laute Lacher zu produzieren, rütteln ihre Auftritte allerdings bedenklich schnell am Nervenkostüm des Zuschauers.

Zum Mitfiebern taugt „Countdown“ auch deshalb nicht, weil die mit einer aufgesetzten Backstory beschenkte Quinn sträflich blass bleibt und so manche dämliche Entscheidung trifft. Ihre Zufallsbekanntschaft Matt (Jordan Calloway, „Riverdale“) wird etwas ungelenk als love interest aufgebaut, ist unter dem Strich aber seltsam überflüssig. Bezeichnenderweise schreckt Dec im letzten Drittel davor zurück, seinen Film in die angedeuteten düsteren Gefilde zu lenken und seiner Protagonistin die Sympathien zu entziehen. Ein solcher Schritt hätte dem langweiligen Treiben noch einmal etwas Pep verleihen können. Zufriedengeben muss man sich jedoch mit einem denkbar faden Schlusspunkt, der natürlich nicht ohne die obligatorische Fortsetzungsandrohung auskommt.

>> von Christopher Diekhaus

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