Moviebase Bloodshot

Bloodshot
Bloodshot

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Originaltitel: Bloodshot
Kinostart: 05.03.2020
DVD/Blu-Ray Verkauf: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: Unbekannt
Studio: Sony Pictures Entertainment (SPE), Cross Creek Pictures, Mimran Schur Pictures
Produktionsjahr: 2020
Regie: Dave Wilson
Drehbuch: Yvel Guichet, Eric Heisserer
Darsteller: Eiza González, Sam Heughan, Vin Diesel, Guy Pearce, Toby Kebbell, Jóhannes Haukur Jóhannesson

Finden Pressevorführungen erst knapp vor dem Kinostarttermin statt - und sind Besprechungen dann auch noch mit einer Sperrfrist belegt, die regelt, ab wann ausführliche Meinungen über das Gesehene veröffentlicht werden dürfen -, kann man in vielen Fällen davon ausgehen, dass der betreffende Film nur wenig taugt. Dieses Muster bestätigt sich leider auch beim neuen Vin-Diesel-Vehikel „Bloodshot“, in dem der „Fast and Furious“-Star einen Superhelden aus dem Erzählkosmos des Verlagshauses Valiant Comics verkörpert. Was ursprünglich einmal als Teil einer zusammenhängenden Reihe geplant war, kommt nun als eigenständiger Beitrag in die Kinos – hierzulande sogar eine Woche früher als in den USA. Schraubt man seine Ansprüche weit nach unten, kann man dem kruden Science-Fiction-Actioner vielleicht etwas Unterhaltungswert abgewinnen. Erwartet man auch nur ein bisschen Sorgfalt bei Handlung und Figurenführung, dürfte sich spätestens zur Hälfte Ernüchterung einstellen.

Zu Beginn begegnen wir dem von Vin Diesel gespielten Ray Garrison auf einer Mission im kenianischen Mombasa, die der US-Elitesoldat erfolgreich abschließt. Um einige Kratzer und Narben reicher, kehrt er anschließend zu seiner Ehefrau Gina (Talulah Riley, „Westworld“) zurück und bereist mit ihr die traumhaft schöne, in kitschig sonnendurchfluteten Bildern eingefangene Amalfiküste in Italien. Das traute Beisammensein wird allerdings durch den Psychopathen Martin Axe (Toby Kebbell, „Planet der Affen: Survival“) gestört, der Ray und seine Gattin in ein schäbiges Lagerhaus verschleppt und dort kaltblütig ermordet.

Erstaunlicherweise erwacht Ray jedoch irgendwann in den Laborräumen eines Konzerns namens RST und wird von einem gewissen Dr. Harting (Guy Pearce, „Brimstone: Erlöse uns von dem Bösen“) informiert, dass man ihn wiederbelebt und in eine übermenschliche Kampfmaschine verwandelt habe. Nanoroboter in seinem Blutkreislauf verleihen ihm eine ungeahnte Muskelkraft und erstaunliche selbstregenerative Fähigkeiten. Als die anfangs verschüttete Erinnerung an seine Vergangenheit bruchstückhaft zurückkehrt, reißt der wütende Supersoldat aus der Forschungseinrichtung aus, um Ginas Mörder zur Strecke zu bringen.

Auch wenn der offizielle Trailer den zentralen Twist und damit die größte Überraschung der Geschichte bereits vorwegnimmt, soll die Wendung an dieser Stelle nicht eingehender beschrieben werden. Nur so viel: Die anfangs oft dick auftragende Inszenierung und das Abklappern abgegriffener Stereotypen wird durch die Handlungsvolte zumindest halbwegs überzeugend erklärt. Wirklich etwas anfangen können Regisseur Dave Wilson und die Drehbuchautoren Jeff Wadlow („Fantasy Island“) und Eric Heisserer („Bird Box – Schließe deine Augen“) mit der neuen Erkenntnis aber nicht. Im Gegenteil: Von hier an spult „Bloodshot“ ein arg vorhersehbares Krawallprogramm ab, das in ein uninspiriertes Finale mündet. Allein die unübersehbar bescheidenen, ärgerlich künstlich wirkenden Computereffekte reißen den Zuschauer im Showdown wiederholt aus dem Leinwandgeschehen heraus.

Dass man die Lust schon früher verliert, hat freilich weitere Gründe: Rays emotionale Ausnahmesituation und sein an den Horrorklassiker „Frankenstein“ erinnerndes existenzielles Dilemma werden bloß alibimäßig thematisiert, anstatt aus ihnen Kraft für die Erzählung zu schöpfen. Am Ende ist Garrison bloß einer von vielen technisch aufgemotzten Supersoldaten, die sich im Science-Fiction- und Actionkino tummeln. Auch deshalb, weil der darstellerisch limitierte Vin Diesel dem Protagonisten keine besonderen Ecken und Kanten geben kann. Mit gefühlt zwei verschiedenen Gesichtsausdrücken durch den Film zu walzen, ist dann doch etwas zu wenig. Vergessen hat man nach dem Kinobesuch überdies sehr schnell die Riege an eindimensionalen Nebenfiguren, zu denen auch die ebenfalls technisch hochgerüstete KT (Eiza González, „Alita: Battle Angel“) gehört. Hängen bleiben vielleicht einzig die Auftritte des nerdigen Computerexperten Wilfred Wigans (Lamorne Morris, „Game Night“), der allerdings überdeutlich die Rolle des komischen Sidekicks ausfüllen muss.

All die genannten Schwächen fielen womöglich nur halb so schwer ins Gewicht, wenn Spielfilmdebütant Wilson formal und inszenatorisch durchweg solide Arbeit abgeliefert hätte. Zwar versucht sich der Regisseur an einigen passablen visuellen Spielereien. Und gelegentlich – etwa bei einer bleihaltigen Konfrontation in einem Tunnel – mag er gelungene atmosphärische Akzente setzen. Nicht wenige Actionmomente kranken jedoch an arg hektischen, Desorientierung produzierenden Schnitten. Die hohe Kunst, Kampfpassagen gleichzeitig temporeich und übersichtlich zu arrangieren, beherrscht der Filmemacher offenkundig noch nicht.

>> von Christopher Diekhaus

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