Moviebase Hannibal Rising - Wie alles begann

Hannibal Rising - Wie alles begann
Hannibal Rising - Wie alles begann

Bewertung: 70%

Userbewertung: 60%
bei 161 Stimmen

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Originaltitel: Hannibal Rising
Kinostart: 15.02.2007
DVD/Blu-Ray Verkauf: 03.09.2007
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: 121 Minuten
Studio: Ingenious Film Partners/ Tobis Filmverleih
Produktionsjahr: 2007
Regie: Peter Webber
Drehbuch: Thomas Harris
Darsteller: Gaspard Ulliel, Gong Li, Richard Brake, Ingeborga Dapkunaite, Martin Hub, Rhys Ifans, Goran Kostic, Richard Leaf, Lana Likic, Charles Maquignon, Kevin McKidd, Denis Menochet, Marek Vasut, Dominic West, Helena Lia Tachovska, Toby Alexander, Veronika Bellová

Der von den Mengen geliebte Hannibal Lecter ist zurück! Nach langer Zeit des Wartens lieferte Thomas Harris endlich das Prequel zur Lecter-Triologie. Doch im Gegensatz zu den bisherigen Filmen mit und über ihn, sieht man ihn in diesem Streifen in jungen Jahren und erlebt mit, wie aus einem unschuldigen Kind das fast schon übermenschliche Monster wird.

Wer jedoch den gleichen Nervenkitzel wie in den anderen Filmen erwartet, wird bitter enttäuscht.

Und darum geht’s: Die Geschichte beginnt 1944 in Litauen, Hannibals Heimatland. Dort lebt der damals 9-Jährige mit seiner Familie im eigenen Anwesen „ Lecter Castle“. Eine kleine Überraschung für die Zuschauer, denn was bisher kaum einer wusste: Dr. Lecter ist adliger Abstammung.

Es ist Winter und die Zeit des 2. Weltkrieges. Hannibal und seine Familie müssen wegen der Angriffe gleich zu Beginn des Filmes in eine nahe gelegene Jagdhütte flüchten. Kaum dort angekommen, steht ein russischer Panzer vor der Türe und die Nazis greifen auch noch aus der Luft an. Hannibals Eltern kommen dabei ums Leben und er ist fürs Erste mit seiner kleinen Schwester Mischa auf sich allein gestellt. Das ändert sich schnell, als Deserteure die Hütte stürmen und die beiden Kinder gefangen nehmen. Die Zeit vergeht und den Eindringlingen wird klar, dass sie verhungern werden, wenn sie nicht bald etwas zu essen bekommen. Und so kommt es, dass die kleine Mischa vor Hannibals Augen getötet und von den Männern verspeist wird.

8 Jahre später ist Hannibal zwar wieder im Anwesen seiner Familie, doch wurde das nach deren Tod kurzerhand in ein staatliches Waisenhaus umfunktioniert. Dort erleidet er Misshandlungen und reißt schließlich aus, um zu seinem Onkel nach Frankreich zu flüchten. Was Hannibal nicht weiß: sein Onkel ist bereits vor Monaten gestorben und so wird der Junge von der bildschönen japanischen Witwe aufgenommen. Die peppelt ihn wieder auf und lehrt ihn die asiatische Kampfkunst. Nach all den Jahren sozialer Isolation, fasst Hannibal endlich wieder Vertrauen zu einem Menschen und stellt seine Liebe zu dieser Frau gleich blutig unter Beweis, indem er einen Schlachter, der sie beleidigt hat, mit einem Samuraischwert enthauptet. Er hat also schon in jungen Jahren sein Fable für Höflichkeit. Dann geht er nach Paris, um dort Medizin zu studieren. Dabei ist er auch sehr erfolgreich und kann nebenbei ganz legal seiner Leidenschaft an Menschen herum zu schneiden nachgehen. Alles läuft gut für ihn, doch er kann die Ereignisse aus seiner Kindheit einfach nicht vergessen. Von seinen nächtlichen Albträumen und dem schon fast unkontrollierbaren Drang nach Rache angetrieben, macht er sich auf den Weg zurück in seine Heimat, um dort mehr über die Geschehnisse von damals heraus zu finden, denn das Meiste hat er erfolgreich verdrängt. Die Gesichter aus seinen Träumen bekommen endlich Namen und genau auf diese macht der Junge nun erbarmungslos Jagd. Schnell ist der erste der Männer exekutiert und Hannibal vergilt das Fleisch seiner Schwester, mit dem Fleisch ihrer Mörder. Anders ausgedrückt: Es ist die Geburtsstunde des Kannibalen Hannibal Lecter. Mit der Polizei im Nacken, schnappt er sich einen nach dem anderen und rächt den Tod der von ihm über alles geliebten Mischa…

Und das war’s im Großen und Ganzen leider schon mit der Story.

Es gab große Erwartungen an diesen Film und so traurig es ist, sie wurden nicht erfüllt. Den ganzen Film über baut sich keine richtige Spannung auf. Klar gibt es interessante Momente, aber die sind rar und auch das Schaudern, das wir aus den bisherigen Filmen mit Lecter kennen, will nicht wirklich aufkommen. Dies liegt zum einen daran, dass einer nach dem anderen umgebracht wird und das dummerweise immer relativ ähnlich abläuft, so was ist einfach ermüdend. Noch ein großes Problem, womit ein Film wie dieser zu kämpfen hat: Man weiß bereits, wie die Geschichte ausgeht. Dabei interessiert es jeden Lecter-Fan, was damals passiert ist und wie Hannibal zum Kannibalen wurde. Die ganze Geschichte wurde einfach von Anfang bis Ende falsch umgesetzt. Auch wenn Mr. Harris sonst ein grandioser Schreiber ist, bei diesem Drehbuch hat er redlich versagt.

Ein weiteres Manko in diesem Film ist die fehlende Emotionalität, vor allem bei einer derartigen Thematik. Alles wirkt etwas kalt und die Personen tendenziell unbetroffen. Auch wenn Hannibal schon Charakterzüge aus den später spielenden Filmen besitzt, kommt er einem nicht wirklich vor, wie der von den Mengen geliebte „Hannibal the Cannibal“. Aber vielleicht darf man das auch gar nicht von ihm erwarten, denn wie er selbst so schön in „Roter Drache“ sagt: „ Der Junge fängt ja gerade erst an…“ Außerdem fällt es etwas schwer, Gaspard Ulliel als Hannibal anzunehmen, wo wir doch alle Weltklasse-Schauspieler Anthony Hopkins gewohnt sind. Doch es geht eben um den jungen Hannibal, und dafür war Gaspard die Idealbesetzung. Er spielt so glaubwürdig, wie es das Drehbuch zu lässt und gehört neben Li Gong sowie den gut gelungenen Außenkulissen zu den Augenweiden in diesem Film. Was jedoch sehr enttäuscht, ist die Plattheit der Bösewichte und die extreme Unglaubwürdigkeit des Polizisten Popil, der Hannibal nach seinem Geständnis, Kannibale zu sein, und dem Wissen über seinen ersten Mord an dem Schlachter, einfach wieder laufen lässt. Er mag zwar mit Lecter auf Grund einer ähnlichen Vergangenheit sympathisieren und kaum Beweise gegen Hannibal haben, aber man nimmt es ihm einfach nicht ab.

Wie bereits erwähnt, ist der Streifen kalt. Doch nicht nur von der Atmosphäre her, sondern auch von Hannibals Taten. Damit bleibt der Film wenigstens in einer Hinsicht dem Stil seiner Vorgänger treu. Er geht grausam und blutig vor. Man könnte fast sagen, dass er seine sadistische Ader schon früh entdeckt hat, aber dieser Film macht klar, dass Böse wird nicht so geboren, sondern es wird zum Bösen gemacht. Dieser Streifen ist ein kleiner Ausflug in die Psychoanalyse, was eigentlich sehr passend zu Dr. Lecter und dennoch etwas zu mager ausgefallen ist. Zu wenige Facetten von ihm werden beleuchtet. Etwas dürftig sind auch die Mordszenen an sich. Nur die Hälfte ist zu sehen und dabei fließt bei Weitem nicht so viel Blut, wie in den bisherigen Filmen. Den Rest kann man dann nur durch die Geräuschkulisse oder gar nur durch Andeutungen erahnen. Auch sonst ist oft nicht wirklich viel zu erkennen, denn das Meiste spielt in dunklen Räumen und düsteren Ecken, nur selten gibt es helle und klare Bilder.

Hannibal Rising ist kein schlechter Film, er wird seinen Vorgängern nur einfach nicht gerecht. Trotzdem ist es sehr interessant zu erfahren, wie Hannibal Lecter zu dem wurde, was er am Ende einfach ist: eine Bestie, die auf der ganzen Welt für Angst und Schrecken sorgt. Für alle Fans ist er in jedem Fall sehenswert und einige werden gewiss großes Gefallen an ihm finden. Für alle anderen aber ist er ein einfacher Film über Lynchjustiz, in dem eben eine der bekanntesten Figuren der Filmgeschichte die Hauptrolle hat…

>> verfasst von Angela Berroth

100%
Eleonora
geschrieben am 05.12.2011 um 04:02 Uhr
Hannibal Rising unterscheidet sich sehr stark von den ersten drei Teilen der Hannibal Reihe. Das sollte einem klar sein bevor man sich den Film zu Gemüte führt. Die Schauspielerische Leistung Gaspart Ulliels ist großartig - krank aber dennoch stilvoll - auch schon im jungen alter kann man diese Charaktereigenschaften bei Hannibal beobachten. Der Film als Ganzes ist wirklich sehr gut gelungen - verstörend aber dennoch auch gefühlsvoll.Ich sag nur: "ein Männlein steht im Walde ganz still und stumm.......".
100%
Chris
geschrieben am 17.11.2007 um 20:00 Uhr
"Hannibal Rising" ist ästhetischer Horrorthrill der sich bis zum Ende in seiner Grausamkeit und Rachedurst der Hauptfigur steigert.
60%
MarkMcGrath1
geschrieben am 28.10.2007 um 13:00 Uhr
Bin durch die geilen Filme "Das Schweigen der Lämmer" und "Hannibal" mit größeren Erwartungen in den Film gegangen. Leider ist er mit dem durchschnittlichen "Roter Drache" auf eine Stufe zu stellen...mehr nicht
70%
Moik
geschrieben am 02.10.2007 um 15:00 Uhr
habe den film gerade in der unrated-dvd-version gesehen. ich finde der anfang bis zur mitte ungefähr ist der film sehr gut gelungen. es sind interessante züge und etwas kranke ideen eingebaut (z.b. die metzger-szene mit dem samuraischwert) aber nach und nach baut der film wirklich ab und beschränkt sich nur noch auf die nötigsten stellen um die vorausgegangene geschichte "zu ende" zu bringen (für diesen film natürlich nur ;) ). das ende ist sehr nett gemacht, da man ein dejavue bekommt (s. hannibal ==> szene im flugzeug mit dem kind) habe mir danach nochmal den trailer von "hannibal" angeschaut, um alles aufzufrischen und fand aber das dies nicht wirklich zusammen passt, aber das hängt wahrscheinlich an den unterschiedlichen schauspielern, da anthony hopkins einen etwas anderen hannibal darstellt als gaspard ulliel!alles in allem aber ein muss für jeden lecter-fan
100%
Damon Fry
geschrieben am 13.09.2007 um 22:00 Uhr
So sanft und doch so grausam in ästhetischen Bildern erzählt. Mit Gaspard Ulliel als Hannibal Lecter in der Hauptrolle ideal besetzt. Dieser Film ist ganz große Kunst.
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