Moviebase Vorahnung, Die

Vorahnung, Die
Vorahnung, Die

Bewertung: 35%

Userbewertung: 53%
bei 47 Stimmen

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Originaltitel: Premonition
Kinostart: 11.10.2007
DVD/Blu-Ray Verkauf: 20.03.2008
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: 94 Minuten
Studio: TriStar Pictures/ Kinowelt Filmverleih
Produktionsjahr: 2007
Regie: Mennan Yapo
Drehbuch: Bill Kelly
Darsteller: Sandra Bullock, Julian McMahon, Nia Long, Kate Nelligan, Amber Valletta, Courtney Taylor Burness, Marc Macaulay, Jude Ciccolella, Peter Stormare, Laurel Whitsett, Marcus Lyle Brown, Jason Douglas, Mark Famiglietti, Kimberly Whitfield, Shyann McClure, Irene Ziegler, Phillip DeVona

Geschichten, die mit dem Phänomen des Zeitreisens spielen, verheddern sich oftmals in ihrem eigenen Konstrukt, in Inkonsistenzen und logischen Fallstricken, wenn sie ihr Konzept nicht stringent bis zum Ende durchdenken. So unwahrscheinlich und unrealistisch die Prämisse auch sein mag, damit der Film funktioniert, ist es notwendig, entweder eine zumindest im Rahmen der Geschichte verständliche oder – die Alternative – gar keine Erklärung anzubieten und alles im Bereich der Spekulation zu belassen. Oder gab es jemals eine Begründung dafür, warum Bill Murrays Alter Ego in Und täglich grüßt das Murmeltier plötzlich in der Zeitschleife gefangen war? Nein, der Film war auch ohne dies ein Knaller.

Die Vorahnung entscheidet sich für den gefährlichen Mittelweg und verliert sich dabei in einem spirituellen, religiösen Gerede über Schicksal und Vorbestimmung, kurzum über das, was sich nicht ändern lässt oder worauf man als Mensch nur schwerlich einen Einfluss hat. In einer der für das Verständnis des Films zentralen Szenen erhält die von Sandra Bullock verkörperte Heldin von einem Priester eine Unterweisung in die großen Dinge des Lebens. Danach, so scheinen die Macher zu hoffen, werde der Zuschauer schon nicht länger nach dem „Warum?“ für den unglaublich ernst vorgetragenen Visions-Mumpitz fragen, sondern schlicht akzeptieren, dass sich jede Erklärung auf einer metaphysischen Ebene, sprich im Bereich des Glaubens, abspielt.

Die eigentliche Handlung setzt ein, als Linda Hanson (Sandra Bullock) eines Tages die schreckliche Nachricht vom Unfalltod ihres Ehemanns Jim (Nip/Tuck-Star Julian McMahon) übermittelt bekommt. Der Mann, den sie liebt und der der Vater ihrer beiden Töchter ist, soll bei einem Autounfall gestorben sein. Der Schock darüber erschüttert ihr Innerstes. Unfähig überhaupt noch einen klaren Gedanken zu verfassen, verlebt Linda den Rest des Tages wie in Trance. Am nächsten Morgen muss sie dann eine noch unglaublichere Entdeckung machen: Jim lebt! Ganz so, als hätte es nie einen Unfall gegeben. Linda weiß plötzlich nicht mehr, was sie glauben soll. Hat sie sich das alles nur eingebildet? War der Unfall womöglich nur ein Albtraum?

Dass die erste US-Produktion des deutschen Regisseurs Mennan Yapo, der über das stilistisch aufregende, inhaltlich aber reichlich dröge Profikiller-Drama Lautlos von Hollywood entdeckt wurde, auf jede ironische Brechung des Zeitreise-Aspekts verzichtet und nicht wie der thematisch verwandte The Butterfly Effect zumindest ab und an durchblitzen lässt, dass das Ganze eigentlich vor allem unterhalten soll, gehört zu den vielen unglücklichen Entscheidungen von Drehbuchautor Bill Kelly. Eine andere betrifft die Ausgestaltung der beiden zentralen Charaktere. Linda gehören zweifellos alle Sympathien, doch obwohl der Film ganz auf sie und damit auf Publikumsliebling Sandra Bullock, zugeschnitten ist und kaum eine Szene ohne sie auskommt, erfährt man recht wenig über ihre Person. Abseits der klischeebeladenen Bilder einer treusorgenden Mutter und Hausfrau – Eva Hermann wäre stolz auf Linda – hat Kelly nicht viel zu erzählen.

Selbiges trifft auf Jim zu, der sich zudem mit deutlich weniger Leinwandzeit begnügen muss. Seine Beziehung zu Linda erscheint als Vakuum. Ihre Liebe, das, was sie verbindet, wird nie wirklich greifbar, weshalb es schwer fällt, zu den beiden und ihrer Geschichte eine Bindung aufzubauen. Das Vor- und Zurückspringen in der Zeit, einmal ist Jim bereits tot, ein anderes Mal hat der Unfall noch nicht stattgefunden, böte genügend Ansatzpunkte für ein interessantes Spiel mit Eventualitäten und den Paradoxien des Zeitsprung-Phänomens. Doch auch an dieser Stelle verschenkt der Film ohne Not sein Potenzial, in dem er keinerlei Interaktion zwischen den einzelnen Handlungssträngen zulässt. Filmisch sind sich darüber hinaus beide Zeitebenen einfach viel zu ähnlich. Yapo bleibt geradezu mechanisch einem Tempo, einem Rhythmus von der ersten Szene bis zum Abspann treu. Und so kocht der groß angekündigte psychologische Suspense-Faktor weitgehend auf Sparflamme.

Bedenkt man, mit welcher Leichtigkeit der mit erheblich weniger Aufwand produzierte TV-Film 12:01 bereits Anfang der 90er die Murmeltier-Pointe in das Thriller-Genre überführte, wiegt die Enttäuschung über das wenige, was Die Vorahnung letztlich zu erzählen hat, umso schwerer nach. Hier haben wir es mit einem laut Pressenotiz „emotionalen Thriller“ zu tun, der weder emotional noch Thriller ist.

>> verfasst von Marcus Wessel

70%
Freier Filmkritiker
geschrieben am 27.04.2010 um 20:00 Uhr
Ich fand den Film gut gemacht. Besser jedenfalls wie andere hochgepriesene Mystery Streifen. Wirklich unterhaltsam bis zum Schluss.Zum Genere des Horrorfilms würde ich den Streifen aber nicht zählen.
40%
Nero
geschrieben am 12.11.2007 um 18:00 Uhr
Irgendwie musste ich an die Weissagung des Ödipus denken, dessen Schicksal (und das seiner Eltern) sich erst durch die Kenntnis der kommenden Ereignisse erfüllt. Während bei Ödipus jedoch der Handlungsablauf logisch und gut durchdacht ist und beim ersten Genuss einen aha-Effekt verursacht, läßt dieser Streifen den Zuschauer mit mehreren "Ja aber..." zurück. Die Story ist voller Widersprüche und äußerst langweilig.
80%
martina
geschrieben am 01.11.2007 um 05:00 Uhr
Das langsame Sterben einer Beziehung ist banal, alltäglich. Die Schärfe des Augenblick der Erkenntnis aber lässt die Betroffene in atemberaubender Einsamkeit zurück. Selten wurde dieser Augenblick in einem Film ähnlich gut gezeigt, vom Drehbuchautor schlüssig auf den Punkt gebracht, dem Regisseur rhythmisch perfekt inszeniert und von der allgegenwärtigen Hauptdarstellerin (Sandra Bullock) so hervorragend interpretiert. Für Erwachsene.
20%
Buckelfips
geschrieben am 29.10.2007 um 18:00 Uhr
Dieser Streifen ist an Langeweile kaum zu übertreffen! Die Story in keinster Weise schlüssig. Im Prinzip behandelt er nichts anderes als ein simples Ehedrama, verschleiert als emotionaler Thriller, wie schon erwähnt, er ist nichts von beiden. Es kommt keine Spannung auf und der Handlungsstrang ist unschlüssig. Ich war derbe enttäuscht und froh als dieses Elend dem Ende zu ging. 20% vergebe ich dennoch, wegen der guten Darsteller.
70%
joshy
geschrieben am 22.09.2007 um 12:00 Uhr
SO schlecht war der Film nun auch nicht. Es ist sicher kein Mainstream-Filmchen (auch wenn man dies auf den ersten Blick erwarten würde), aber die ruhige Erzähl-Art hat auch etwas für sich. Die Story fand ich persönlich recht schlüssig. Sicherlich - wenn man ihn als Horrorfilm oder spannenden Thriller sehen möchte, geht man ganz falsch an diesem Film ran. Als ruhiges Drama mit mysteriösen Momenten jedoch durchaus zu empfehlen.
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