Moviebase Waisenhaus, Das

Waisenhaus, Das
Waisenhaus, Das

Bewertung: 65%

Userbewertung: 86%
bei 133 Stimmen

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Originaltitel: Orfanato, El
Kinostart: 14.02.2008
DVD/Blu-Ray Verkauf: 29.09.2008
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 12
Lauflänge: 105 Minuten
Studio: Estudios Picasso / Senator Film
Produktionsjahr: 2007
Regie: Juan Antonio Bayona
Drehbuch: Sergio G. Sánchez
Darsteller: Belén Rueda, Geraldine Chaplin, Mabel Rivera, Edgar Vivar, Fernando Cayo, Montserrat Carulla, Andrés Gertrúdix, Roger Príncep, Carla Gordillo Alicia, Georgina Avellaneda, Alejandro Campos, Oscar Guillermo Garretón

Spanien steht für die etwas anderen Horrorfilme, die ruhigeren Genrevertreter. Neben dem im Mai startenden „REC“ verdanken wir den südländischen Filmemachern zusätzlich auch „Fragile“ oder „Darkness“. Der Mann, der uns im letzten Jahr den ebenso phantastischen wie schockierenden Film „Pans Labyrinth“ überreichte, präsentiert nun in seinem Namen ein neues Werk aus spanischen Landen. Auf dem Regiestuhl nahm unter den Fittichen Del Toros diesmal Juan Antonio Bayona Platz, der bisher überwiegend Musikvideos inszenierte und mit EL ORFANATO sein Spielfilmdebüt abliefert. Dieses wirkt als Gesamtkonstrukt aber leider nicht so ausgereift wie der Streifen von Guillermo del Toro.

Laura (Belén Rueda) verlebte einen Teil ihrer Kindheit in einem Waisenhaus und möchte es nun zusammen mit ihrem Mann Carlos (Fernando Cayo) wiedereröffnen. Gut gestimmt macht sie sich ans Werk, einzig ihr kleiner, aidskranker Sohn Simón (Roger Príncep) bereitet ihr Probleme. Häufig berichtet er seinen Eltern von seinen unsichtbaren Freunden, insbesondere ein gewisser Tomas besucht ihn häufig, so berichtet er zumindest. Argwöhnisch versucht Laura das Rätsel zu lösen, doch zunächst scheint es sich bei Simón lediglich um ein Kind mit viel Fantasie zu handeln. Imaginäre Spielkameraden sind bekanntlich keine Seltenheit. Als jedoch die merkwürdige alte Frau Benigna (Montserrat Carulla) auftaucht und sich nachts auf dem Gelände des Waisenhauses herumtreibt, wird die Angelegenheit immer verzwickter. Auf der Einweihungsparty des neu eingerichteten Waisenhauses kommt es zu einer Attacke durch Tomas, einem entstellten Jungen, der tatsächlich existierte und sein Leben lang gehänselt wurde und sein Antlitz hinter einer Maske verbarg, bis er nach einem Streich anderer Kinder in einer Höhle für immer verschwand. Das gleiche Schicksal droht auch Simón, der sich zum Meer aufmachte und nun vermisst wird.

Mit einer kurzen Rückblende ins Waisenhaus der alten Tagen beginnt ein ruhiges, stilistisch überwiegend sicheres Debüt von Bayona. Nach der Titeleinblendung befinden wir uns in der Gegenwart. Eine kleine Familie lebt im ehemaligen Waisenhaus und plant nun, eben dieses wieder in Gang zu setzen und verwaiste Kinder aufzunehmen. Allen voran Laura, die sich fürsorglich um alles kümmert, da sie mit ihrem Mann Carlos selbst einen kleinen Jungen namens Simón hat, den sie über alles liebt. Nur eines stört sie an ihm: Dass er immer noch mit imaginären Freunden spielt, die ihn angeblich sogar zu Hause besuchen kommen. Nach einem Ausflug zum stillgelegten Leuchtturm nehmen die Ängste der Mutter zu. Auf der Einweihungsparty kommt es dann zum Eklat. Bayona demonstriert dabei sein Händchen für eine ruhige und schnörkellose Regie. Die beklemmende Atmosphäre gelingt ihm sehr gut, die wirkungsvollen Bilder wurden vom Kameramann gut festgehalten. Was allerdings fehlt ist der besondere Kick, eine Spannungsschraube, die sich zwar zunehmend zuzieht, dennoch nicht ihre volle Kraft entfaltet. Dafür sind die Sequenzen teilweise einfach zu langatmig.

Was Bayona wiederum gelingt sind die geschickt eingesetzten Schockmomente, welche eine Altersfreigabe ab 12 Jahren durchaus in Frage stellen. War es bei Abrams „Cloverfield“ die Panik, das verheerende Ausmaß einer Katastrophe, das einem 12-Jährigen doch sehr auf die Psyche schlagen dürfte, sind es hier die überraschenden Schocker, die den Gegenpol zu den ansonsten gemächlichen Bildern bilden. Zwar kommen im gesamten Film vielleicht gerade mal vier dieser Momente vor, aber die haben es in sich. War man vorher völlig in der Atmosphäre eingelullt, wird man mit einem mal aus diesem, fast schon Wohlbefinden, hinaus gerissen und der Puls steigt sofort. Da verstehe einer die FSK, die schon so manch harmlose Komödie mit einem FSK 12-Siegel versehen hat.

Etwas auf die Stimmung schlägt in DAS WAISENHAUS zudem die Geschichte, die nichts Neues erzählt. Simóns unsichtbare Freunde sorgen für den eigentlichen Grusel, eine Geräusche hörende Mutter spiegelt die Hilflosigkeit und die Verzweiflung wieder. Zwischendurch könnten einen gar Assoziationen zum US-Grusler „Hide And Seek“ (Robert DeNiro, Dakota Fanning) in den Sinn kommen. Etwas an Glaubwürdigkeit verliert Bayonas Film, wenn ein Medium im Haus via Hightech-Geräte Ausschau nach möglichen Kindergeistern hält. A la „White Noise“ werden hierbei Stimmen aus dem Jenseits aufgezeichnet, mit versteckten Infrarotkameras wird jeder Winkel akribisch festgehalten. Dies erzeugt Spannung, passt aber nicht ganz in die bis dahin von Juan Antonio Bayona gefahrene Schiene.

So schleicht sich DAS WAISENHAUS durch etwas zu lang geratene 105 Filmminuten, mit einer tollen Atmosphäre und deftigen Schockmomenten, aber leider zu wenig Spannung und einer eher müden Geschichte. Auch das Finale wirkt zwar logisch, aber wenig überraschend. Wer die etwas seichtere Gangart aus Spanien mag und sich trotzdem erschrecken lassen möchte, ganz sich DAS WAISENHAUS durchaus ansehen.

>> verfasst von Janosch Leuffen

100%
Glenn-Dandy
geschrieben am 22.01.2013 um 17:09 Uhr
Oha, Bild und Ton in Harmonie, die Farben die Aufnahmen die Musik.. es ist unbeschreiblich. So baut man Spannung auf. Der Film steht somit ganz oben auf der Liste. @Wild Wing... dann solltest du dir den Film an einer gescheiten anlage angucken und in orginal.. Der Film schockt an vielen stellen..
90%
MovieMatt
geschrieben am 03.06.2012 um 11:10 Uhr
Großartig! "Das Waisenhaus" schildert in atmosphärischen Bildern eine gut durchdachte Geschichte, die mehr in ihrer Tragik als in ihrer Schaurigkeit überzeugt. Wer blutigen Slasher-Horror bevorzugt ist hier sicherlich falsch, Fans von sanfteren Mysterythrillern mit tollen Darstellern, netten Schreckmomenten und einer packenden sowie intelligenten Handlung werden begeistert sein - denn nicht brutale Szenen sondern die eigene Vorstellungskraft jagt einem den Schauer über den Rücken.
90%
sir_säpp
geschrieben am 05.12.2011 um 21:40 Uhr
Super Film,sehenswert!Kaum sinnlose Specialeffects..sondern Wert auf Dramatik und Inhalt der Geschichte gelegt!Mehr brauch man da nicht sagen!
70%
Miami
geschrieben am 14.11.2010 um 14:00 Uhr
Mal ein Horrofilm der auch ohne ein Blutgemetzel überzeugen kann, schön und irgendwie auch passend ist dann das Filmende. Der Film hat allerdings ein wenig Überlänge, was ihn teilweise ein wenig lahm macht.
50%
Schanine
geschrieben am 09.11.2009 um 17:00 Uhr
Ich als eingefleischter Horror/Psycho-Freak muss sagen, besser hätte Hollywood den Film auch nicht machen können. Man braucht keine Blut und Gemetzel um Gänsehaut zu bekommen. Das beweist dieser Film. Packend und spannend. Erste Klasse!
90%
Sascha
geschrieben am 11.05.2008 um 12:00 Uhr
Mir hat der Film sehr gut gefallen. Atmosphärische Bilder, passende Musik, eine interessante (wenn auch vielleicht nicht ganz neue) Geschichte, eine gute Hauptdarstellerin und hier und da ein kleiner Schocker eingestreut machen aus dem WAISENHAUS einen schönen Grusler, von denen es leider viel zu wenige gibt. Für alle, die mal eine Alternative zum sonst vorherrschenden brutalo-US-Einheitsbrei suchen und eher auf Filme á la "THE OTHERS" stehen ist "DAS WAISENHAUS" ein echter Tip. --- Bleibt nur noch abzuwarten wann ein US-Remake kommt und wie es verwurstet wird :(
90%
Vogelscheuche
geschrieben am 25.02.2008 um 11:00 Uhr
....bin schwer begeistert!Lieber solch purer atmosphärischer Grusel als weiterhin tumber Torture-Mist.Nur ersteres hat den Namen Horrorfilm verdient. Der Rest ist debiler Proletenkramfür Leute mit leichten Problemen. Habe selten und lange nicht mehr solch einenstimmigen Grusler gesehen....und das noch mit wunderbarer Wendung am Schluss.
90%
Dodo
geschrieben am 18.02.2008 um 00:00 Uhr
Ganz toller Film, wenn man auf Filme steht, die im Nachhinein eine (hier dramatische) Auflösung parat haben. Die Schockmomente sind wohldosiert und knallen zum richtigen Zeitpunkt. Das Haus ansich versprüht eine Bedrohlichkeit... sehr schön in Szene gesetzt. Danke für den tollen Film!..und FSK12? Defenitiv NICHT!
70%
Kakaomaus
geschrieben am 17.02.2008 um 16:00 Uhr
Ein ruhiger und spannender Thriller, der genau meinen Geschmack trifft. Habe allerdings nicht ganz das Ende verstanden, aber das trifft wohl Silent Hill/The Dark.
20%
Wild Wing
geschrieben am 14.02.2008 um 13:00 Uhr
Es ging mir in dem Film ein bisschen wie in "them"..Ich habe den ganzen Film über auf Schockmomente gewartet, wovon lediglich einer kam.Da es nicht die Filmklasse ist, die ich mag, da im Film selbst einfach zu wenig passiert, waren das 105 Minuten vergoldete Lebenszeit!
60%
MarkMcGrath1
geschrieben am 13.02.2008 um 14:00 Uhr
also für einen nicht-amerikanischen Film war er sehr ordentlich. sicher ist der film keinen meilenstein der filmgeschichte, aber er besticht durch eine nette, unheimliche atmosphäre und die gute leistung der hauptdarstellerin. positiv finde ich darüber hinaus, dass der film ohne die heutzutage obligatorischen blutorgien auskommt und es auch so teilweise schafft, unheimlich zu sein. stellt euch -wenn man das ende berücksichtigt- aber eher auf ein gruselmärchen, als auf einen horrorfilm ein...
50%
ArtoftheDevil
geschrieben am 13.02.2008 um 09:00 Uhr
Die Story ist etwas zu durchschaubar und bekommt doch wirklich sehr schnell das Gefühl das man den Film schon mal gesehen hat. Manche Teile der Geschichte sind recht bescheiden. Auch das "Weisenhaus" erinnert eher an Filmhäuser wie Amityville oder Bates Motel.Die dunkele, beklemmende Atmosphäre sowie die Schauspieler sind recht gut. Die FSK 12 finde ich eher nicht passend. Meiner Meinung ist, das Weisenenhaus, eher was für den etwas romantischen, gelegendlich Horrorseher.
90%
ThePredator
geschrieben am 12.02.2008 um 23:00 Uhr
Klasse Arbeit von Juan Antonio Bayona!Und das Guillermo del Toro als Produzent tätig war, merkte man an einigen Stellen ganz genau.Handwerklich sehr, sehr gut.Und was soll bitte ein "richtiger" Horrorfilm sein? Gibt es denn "falsche"? Definitiv besser als die peinlichen Horrorfilme der letzten Jahre (Saw, Hostel, Hills Have Eyes etc.)!Außer "The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning" gingen alle baden!
50%
Horrorbär
geschrieben am 12.02.2008 um 15:00 Uhr
Sehe ich genauso. Es war eine solide Regiearbeit, aber die Geschichte sprühte nicht gerade Funken. Für den kleinen Filmhunger zwischendurch, bis zum nächsten "richtigen" Horrorstreifen.
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