Moviebase Frankenhooker

Frankenhooker
Frankenhooker

Bewertung: 65%

Userbewertung: 60%
bei 10 Stimmen

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Originaltitel: Frankenhooker
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 08.04.2008
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: 81 Minuten
Studio: Levins-Henenlotter / Legend
Produktionsjahr: 1990
Regie: Frank Henenlotter
Drehbuch: Frank Henenlotter
Darsteller: Shirley Stoler, Frank Henenlotter, James Lorinz, Joanne Ritchie, Patty Mullen, J.J. Clark, Carissa Channing, Shirl Bernheim, Judy Grafe, Helmar Augustus Cooper, Louise Lasser, John Zacherle, Charlotte J. Helmkamp, Kimberly Taylor, Joseph Gonzalez, Ari M. Roussimoff, Tom Hair, Beverly Bonner, Jennifer Delora, Lia Chang, Susan Napoli, Heather Hunter, Gittan Goding, Vicki Darnell, Sandy Colosimo, Max Brandt, James Smythe, Gregory Gilbert, David Lipman, Avind Harum, Thomas Crognale, Kathleen Gati, Sonya Hensley, Dominic Marcus, Paul-Felix Montez, Alan Pratt, Jan Saint, Carrotte, Richard Casey, Eren Ozker, Sam Gordon, Anibal O. Lleras, Judy Young

Vor 16 Jahren wurde FRANKENHOOKER indiziert. Nun feiert er seine Auferstehung auf DVD, remastered und ungeschnitten, zur Überraschung aller dann auch noch mit einer FSK 16-Freigabe. In Fankreisen gilt der Streifen von Frank Henenlotter als Kult. Ob die Bezeichnung gerechtfertigt ist, kann man in Frage stellen. Fest steht allerdings, dass wir es bei FRANKENHOOKER mit einem reinen Trashfilm zu tun haben, der mitunter sehr amüsant anzusehen ist.

Bei einem tragischen Unfall kommt die Verlobte des Hobbychirurgen Jeffrey Franken ums Leben. Nur Elizabeths Kopf kann er retten. Wild entschlossen sie wiederzubeleben, lädt der schüchterne Jeffrey eine Gruppe von Prostituierten zu einer Party ein. Als die Damen begeistert von Jeffreys Supercrack probieren, explodieren sie. Aus den einzelnen Körperteilen bastelt Jeffrey seine "neue" Elizabeth und haucht ihr dank eines Serums und viel Elektrizität wieder Leben ein. Doch Elizabeth benimmt sich wie eine Straßenhure und tötet ihre Freier grausam per Stromschlag.

Wie man bereits beim Lesen der Filmhandlung vermuten kann, darf der Film absolut nicht ernst genommen werden. Und das Schöne: Er selbst tut dies auch nicht. Deshalb wirkt FRANKENHOOKER auch nicht krampfhaft ernst und unrealistisch, sondern bietet dem Zuschauer Trash mit schönen Spezialeffekten und kreativen Szenen, bei denen man sich durchaus amüsieren kann. Dabei punktet Henenlotters Film mit ein paar witzigen Einfällen (zum Beispiel die Kamerafahrt aus Sicht eines abgerissenen Beins), die den Spaßfaktor immer aufrecht erhalten. Langweilig wird es somit fast nie.

Natürlich bleibt die Geschichte zum Haareraufen, aber eben genau richtig für einen Film dieser Art. Eine Superdroge, die Menschen zum Explodieren bringt, ein Eigenbrödler, der seine Verlobte durch einen Rasenmäherunfall verliert und sie nun wieder zusammenbasteln will – aber wenn schon, dann auch nach seinen Vorstellungen. Dafür braucht Mister Superhirn aber natürlich noch einen Baukasten mit verschiedenen Einzelteilen, die er ziemlich schnell in den Prostituierten des Zuhälters Zorros findet. Viel nackte Haut und eine Splatterparty sorgen dann bald für ausgelassene Stimmung. Nach zwei Dritteln der Spielzeit ist sie dann endlich vollendet: Die 100.000 Volt Liebesmaschine – wie sie auf dem DVD-Cover angekündigt wird.

Und diese hat es in sich. Da sie aus den Einzelteilen der Huren besteht, wiederholt sie ständig die letzten Sätze dieser und beweist sich als freiermordende Venusfalle mit Hang zum Elektrischen. Die armen Männer (denen das merkwürdige Aussehen der Liebesmaschine anscheinend nicht auffällt) werden nacheinander via Stromschläge dahingerafft. Nach jedem Tod wechselt die Handlung dann zum verzweifelten Jeffrey, der doch nur seine Traumfrau zurück haben wollte. Für den Zuschauer natürlich Glück, dass dieses Vorhaben deutlich in die Hose ging.

Auch der untermalende Score schallt mit schrillen Neunziger Jahre typischen Popsound in unsere Gehörgänge und harmoniert somit perfekt zum trashigen Bildmaterial. Auch wenn FRANKENHOOKER wie ein spontan zusammengewürfeltes Puzzle wirkt, macht die Betrachtung dessen durchaus Spaß. Die Spezialeffekte locken in der heutigen Zeit keinen Transformers verwöhnten Filmfan hinter dem Ofen hervor, können sich bis zum Finale des Film allerdings dennoch sehen lassen. Schauspielerisch bewegen sich die Darsteller im trashigen Mittelfeld. Patty Mullen als elektrisierende Stromamazone kann wohl die meisten Lacher hervorrufen, dagegen wirkt James Lorinz als Jeffrey etwas überdreht. Über weitere Leistungen muss an dieser Stelle nicht gesprochen werden, da kaum weitere Charaktere auftauchen, die eine tragende Rolle vorweisen können.

Die geschnittenen Szenen, die jetzt hinzugefügt wurden, sind lediglich mit deutschen Untertiteln versehen und liegen in der Originalsprache vor. Diese Handhabe verdeutlich ausgesprochen gut, was damals der Schere zum Opfer fiel und es erscheint ein wenig seltsam, warum denn hier überhaupt mal geschnitten wurde. Diejenigen, für die Horror kein Spaß ist, sollten sich lieber in anderen Regionen umsehen. Wem die englischsprachigen Einschübe egal sind, kann sich auf einen lupenreinen Trash-Horror aus den Neunzigern einstellen. Ein Meisterwerk ist das Frankenhooker sicherlich nicht, reicht aber aus, um knapp anderthalb Stunden ganz vergnüglich zu verbringen.

>> verfasst von Janosch Leuffen

80%
Chris
geschrieben am 15.07.2008 um 12:00 Uhr
"Frankenhooker" beweist viel skurrilen Flair und Mut auch mal zum Trash. Warum dieser teils doch sehr zahme, manchmal bitterböse Film Indiziert wurde, kann ich leider nicht wirklich nachvollziehen. Legend hat dem Film eine tolle DVD spendiert, die Bildqualität ist erste Sahne. Nur bei den sehenswerten Extras fehlen leider die Untertitel.
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