Moviebase Project Almanac

Project Almanac
Project Almanac

Bewertung: 35%

Userbewertung: 35%
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Originaltitel: Welcome to Yesterday
Kinostart: 05.03.2015
DVD/Blu-Ray Verkauf: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: Unbekannt
Lauflänge: Unbekannt
Studio: Paramount Pictures, Platinum Dunes
Produktionsjahr: 2014
Regie: Dean Israelite
Drehbuch: Jason Pagan, Andrew Stark
Darsteller: Sir Maejor, Jonny Weston, Amy Landecker, Sofia Black-D'Elia, Gary Grubbs, Patrick Johnson

Der Found-Footage-Stil ist einfach nicht totzukriegen. Trieb er zunächst speziell im Horrorfach sein Unwesen, werden seit neuestem auch andere Genres von Amateuraufnahmen infiziert. In „Cloverfield“ traf es den Katastrophenfilm, in „Chronicle – Wozu bist du fähig?“ ein Superhelden-Szenario, und mit „Project Almanac“ ist nun ein Zeitreise-Abenteuer an der Reihe, das trotz spannender Ausgangslage und stimmiger Effekte schnell seinen anfänglichen Reiz verliert und den Zuschauer auf eine echte Belastungsprobe stellt. Gut gemeint, aber unzureichend ausgeführt – so könnte die Devise dieses Science-Fiction-Thrillers lauten, mit dem Dean Israelite, unterstützt von Michael Bays Genreschmiede Platinum Dunes, sein Debüt als Spielfilmregisseur abliefert.

Schon lange hat der Highschool-Außenseiter David (Jonny Weston) von einem Studium an der berühmten MIT-Hochschule geträumt. Als er die Aufnahmepapiere der Universität allerdings in Händen hält, herrscht erst einmal große Ernüchterung. Denn dem Teenager fehlen ganz einfach die Mittel, um die Gebühren aufzubringen. Damit seine Mutter ihr Haus nicht verkaufen muss, sucht David auf dem Dachboden nach Gegenständen, die er zu Geld machen kann, und stößt dabei auf ein altes Geburtstagsvideo, das Erstaunliches zu Tage fördert: In einem Spiegel im Hintergrund ist nämlich Davids jetziges Ich zu sehen. Umgehend versucht der junge Mann mit seiner Schwester Christina (Virginia Gardner) und seinen Freunden Quinn und Adam, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Im Nachlass seines verstorbenen Vaters findet David schließlich Konstruktionspläne für eine Zeitmaschine und macht sich mit seinen Kumpels daran, die Apparatur zusammenzubauen. Schon bald ist auch Davids heimliche Flamme Jessie (Sofia Black-D’Elia) mit an Bord, und nach einigen Fehlversuchen gelingt es den fünf Jugendlichen, in der Zeit zurückzureisen. Was sie natürlich zu ihrem eigenen Vorteil nutzen.

Dokumentiert wird das Geschehen dabei stets von Christinas Videokamera, die pausenlos läuft und auch dann nicht ausfällt, wenn Figuren und Gegenstände im Zuge der Experimente wild durch den Raum gewirbelt werden. Ähnlich wie in anderen Found-Footage-Werken bleibt die Logik hinter dem ständigen Filmen des Öfteren auf der Strecke. Daran können auch die wiederholten Bekräftigungen nichts ändern, wonach die Ereignisse unglaublich und damit aufnahmewürdig seien. Erklärungsversuche des Drehbuchs, die gerade weil sie explizit Erwähnung finden, umso unbeholfener erscheinen.

Weitaus problematischer ist jedoch die Art und Weise, wie sich die Amateuraufnahmen gestalten. Ist man anfangs noch gewillt, das anhaltende Gewackel hinzunehmen, erreicht es schon bald ärgerlich-stümperhafte Ausmaße. Nur selten wird uns eine ruhige Minute gegönnt. Andauernd ist das Bild in Bewegung. Und unaufhörlich schreien uns von der wuchtigen Tonspur die aufgekratzten Teenager entgegen. Wirken die wissenschaftlich interessierten Protagonisten in ihrer Neugierde zunächst noch recht sympathisch, verwandeln sie sich rasch in Nervensägen, deren Schicksal man nur bedingt weiterverfolgen möchte.

Inhaltlich bewegt sich Dean Israelites Regiedebüt, was wenig verwundern muss, im Fahrwasser anderer Zeitreisefilme, wobei die Figuren in ihren Diskussionen manch prominentes Genre-Beispiel direkt ansprechen. Aus den spaßigen Eingriffen in die Vergangenheit wird irgendwann bitterer Ernst, da selbst kleinste Abänderungen fatale Konsequenzen haben können. Anstatt die düsteren Seiten des Plots konsequent in den Blick zu nehmen, halten sich die Macher allerdings viel zu lange mit der Experimentierphase der Jugendlichen auf und führen das Geschehen danach auch noch in eine wenig erquickende Mischung aus Partytreiben und Teenie-Romanze über. Wirft „Project Almanac“ dann endlich ein packendes Schreckensszenario an die Wand, das den berühmt-berüchtigten Schmetterlingseffekt beschwört, kommt der Absturz in Wahnsinn und Paranoia äußerst oberflächlich daher. Spätestens hier ist die Frage erlaubt, warum der Science-Fiction-Streifen seine eigentlich spannenden Kerngedanken derart bereitwillig verschenkt.

>> von Christopher Diekhaus

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