Moviebase Blob - Schrecken ohne Namen

Blob - Schrecken ohne Namen
Blob - Schrecken ohne Namen

Bewertung: 75%

Userbewertung: 80%
bei 111 Stimmen

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Originaltitel: The Blob
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 24.04.2015
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 12
Lauflänge: 83 Minuten
Studio: Fairview Productions, Tonylyn Productions Inc
Produktionsjahr: 1958
Regie: Irvin S. Yeaworth Jr., Russell S. Doughten Jr.
Drehbuch: Theodore Simonson, Kay Linaker
Darsteller: Steve McQueen, Aneta Corsaut, Earl Rowe

Schon nach dem Vorspann ist man eingenommen für den sympathischen Alien-Trash namens Blob: Zu Bildern von hypnotisch wabernden Kreisen singen “The Five Blobs” den Titelsong, komponiert von Burt Bacharach (!): “Beware of the Blob, it creeps and leaps and glides and slides…” Bereits hier wird außerdem deutlich, dass man den Film schon damals nicht unbedingt allzu ernst nehmen sollte. In Deutschland seinerzeit unter dem Titel “Schrecken ohne Namen” erschienen, fristete der Film hierzulande lange ein Schattendasein, während er in seinem Entstehungsland USA längst Kultstatus genoss. Nun erscheint “Der Blob” in High Definition auf einer mit Extras vollgepackten Special Edition für Blob-Fans und alle, die den Blob erst jetzt kennen lernen wollen.

Der rätselhaften, amorphen Masse aus dem Weltraum stellt sich hier vor allem ein Mann entgegen: der spätere Superstar Steve McQueen, der mit 27 Jahren einen Highschool-Schüler im Teenager-Alter verkörperte, was zusätzlich zur leicht verschobenen Stimmung des Films beiträgt. Als Steve eines Nachts mit seiner Freundin Jane im Auto herumknutschen will, rast vor den Augen des Pärchens ein Meteorit in den nahgelegenen Wald. Darin befindet sich der Blob, ein zunächst harmlos wirkender, kleiner, grauer Schleimklumpen. Doch kaum kommt er in Kontakt mit Menschenfleisch beginnt er zu fressen, zu wachsen und sich blutrot einzufärben. Zunächst verschlingt er einen alten Vagabunden, dann einen Arzt, dann einen Automechaniker. Vor dem roten Blob ist niemand sicher – man kann ihn nicht erschießen, nicht anzünden, nicht vor ihm weglaufen. In einem unachtsamen Moment schleimt er sich durch den Türspalt oder die Lüftungsschlitze und es ist zu spät.

Wie viele Horror- und Sci-Fi-Filme der 50er Jahre kann man “Der Blob” als Ausdruck der im Amerika der 50er um sich greifenden Angst vor sozialistischer Ideologie, der sogenannten “Red Scare”, begreifen. Die rote, schleimige Masse des Blob scheint diese irrationalen, hysterischen Ängste perfekt zu verkörpern: Sie kommt von “irgendwo da draußen”, man versteht sie nicht, kann sie nicht mit Schusswaffen bekämpfen, aber sie ist zweifellos aggressiv gegen den amerikanischen Durchschnittsbürger gerichtet. “We must be getting close to the front line!”, scherzt einer der Freunde von Steve, als er den rauchenden Krater erblickt, den der Blob-Meteorit hinterlassen hat. Man ahnt: Dieser Scherz ist kein Scherz, die Front des Kalten Krieges verlief durchs Herz der USA – jeder konnte schließlich plötzlich zum “Kommie” werden.

Es macht Spaß, diesen durch und durch albernen Film in einem solch ernsten historischen Kontext zu betrachten. Auch die letzte Dialogzeile des Films sorgt beim heutigen Zuschauer für ein belustigtes Schmunzeln: Nachdem der kälteempfindliche Blob in der Arktis entsorgt wurde (töten kann man ihn nicht), erklärt Steve: “Now we're safe – as long as the arctic stays cold!” An Klimawandel und schmelzende Polkappen dachte damals allerdings noch niemand – ein perfekter Ausgangspunkt für ein aktuelles, klimabewusstes Sequel! Aber auch davon ab kann man sich dem amateurhaften Charme dieses schleimigen Kultfilms kaum entziehen. Es sind nicht nur die Szenen mit dem “Monster”, die für wohligen Retro-Genuss sorgen, sondern auch das ganze Drumherum: das Kleinstadtsetting, die illegalen Autorennen der Teenager (im rot-weißen James-Dean-Outfit), die gestelzte Vortragsweise der Dialoge. Für alle, deren filmischer Horizont spätestens in den 80er Jahren endet, ist das natürlich ein Graus; für alle anderen aber ein humorvoller Blick in eine interessante Genre-Epoche.

Die neue Blu-ray des Films überzeugt neben gestochener Schärfe bei gleichzeitig angenehm körnigen Look vor allem auch mit der Herausarbeitung der Farben des Films: Im Gegensatz zu vielen billigen Sci-Fi-Trashfilmen der 50er wurde “The Blob” nämlich knallbunt in Farbe gedreht. Dazu kommen die spannenden Extras, allen voran die drei Audiokommentare mit Filmjournalisten und am Film Beteiligten. Besonders letztere lohnen sich, erfährt man hier doch solch informative Leckerbissen, wie dass der Blob aus Silikon und einem Wetterballon gefertigt wurde und ursprünglich mal  “Glob” heißen sollte – der Name war aber bereits patentiert, so wählte man einfach den ersten Konsonanten des Alphabets als Anfangsbuchstaben.

>> von Tim Lindemann

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