Moviebase Rampage

Rampage
Rampage

Bewertung: 55%

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Originaltitel: Rampage
Kinostart: 10.05.2018
DVD/Blu-Ray Verkauf: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 12
Lauflänge: Unbekannt
Studio: New Line Cinema, Wrigley Pictures
Produktionsjahr: 2017
Regie: Brad Peyton
Drehbuch: Ryan Engle, Carlton Cuse
Darsteller: Jeffrey Dean Morgan, Dwayne Johnson, Jake Lacy, Joe Manganiello, Malin Akerman, Matt Gerald, Naomie Harris

2015 inszenierte Brad Peyton („Die Reise zur geheimnisvollen Insel“) den Hollywood-Hünen Dwayne Johnson in „San Andreas“ in der Rolle eines unerschrockenen Retters, der inmitten eines verheerenden Erdbebens nichts unversucht ließ, um seine Familie in Sicherheit zu bringen. Auch ihre neue Zusammenarbeit „Rampage – Big Meets Bigger“ setzt auf spektakuläre Zerstörungsbilder und feiert die Heldenqualitäten des früheren Wrestling-Stars, ergänzt das Ganze aber um eine Monsterebene. Während der Actionkracher tricktechnisch zu überzeugen weiß, wird man auf Handlungsebene mit hanebüchenem Unsinn abgespeist. Nichtsdestotrotz bietet die lose Adaption eines beliebten Videospiels aus den achtziger Jahren passable Popcorn-Unterhaltung, die allerdings nur dann Spaß macht, wenn man den Kinosaal ohne große Ansprüche betritt.

Nach einem komplett aus dem Ruder gelaufenen Experiment im Weltraum sausen gefährliche Genproben auf die Erde nieder, mit denen an unterschiedlichen Orten in Nordamerika mehrere Tiere in Kontakt kommen. Primatenforscher Davis Okoye (Dwayne Johnson, „Hercules“) staunt nicht schlecht, als der ihm ans Herz gewachsene Albino-Gorilla George plötzlich einen gewaltigen Schuss macht und noch dazu ein deutlich aggressiveres Verhalten an den Tag legt. Da parallel auch ein riesenhafter Wolf und ein genetisch mutiertes Krokodil ihr Unwesen treiben, mobilisiert die Regierung zahlreiche Kräfte, um größeres Unheil abzuwenden. Gemeinsam mit der Wissenschaftlerin Dr. Kate Caldwell (Naomie Harris, „28 Days Later“) versucht Okoye, die Ermordung seines animalischen Freundes zu verhindern, und kommt dabei der skrupellosen Konzernchefin Claire Wyden (Malin Åkerman, „The Final Grils“) in die Quere, die für das fatale Genexperiment verantwortlich ist.

Im Grunde sagt der Titel schon alles aus, was man über „Rampage – Big Meets Bigger“ wissen muss. Muskelpaket Johnson stemmt sich dieses Mal nicht gegen eine Naturkatastrophe, sondern nimmt es mit überdimensionierten Bestien auf, die eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Spätestens im Showdown, bei dem Chicago bildgewaltig in Schutt und Asche gelegt wird, fühlt man sich an diverse Superheldenfilme erinnert, in denen ebenfalls ganze Städte dem Erdboden gleichgemacht werden. Brad Peyton und seine kreativen Mitstreiter toben sich richtig aus und servieren dem Publikum überwältigende Actionszenen, die die digitalen Möglichkeiten in vollem Umfang ausschöpfen.

Der Plot passt, wie nicht anders zu erwarten war, auf einen Bierdeckel und reißt interessante Gedanken zum Thema „Genforschung“ lediglich an. Hat es anfangs noch den Anschein, als würden sich der Regisseur und seine vier (!) Autoren ernsthaft für emotionale Zwischentöne interessieren, zeigt sich im weiteren Verlauf, dass „Rampage – Big Meets Bigger“ weit entfernt ist von der komplexen und packenden Innenschau, die das ambitionierte Tierspektakel „Planet der Affen: Survival“ betreibt. Die starke Bindung zwischen Okoye und George wird durchaus ergreifend etabliert, fördert nach dem Auftakt aber nur noch formelhafte, pathetisch überhöhte Figurenmomente zu Tage.

Auch die Charakterzeichnung des menschlichen Protagonisten kommt über simple Ansätze nicht hinaus und bestätigt einmal mehr das übliche Dwayne-Johnson-Bild: Selbstredend entpuppt sich der von ihm gespielte Primatenforscher auch hier als schlagkräftiger Alleskönner, der dank einer militärischen Ausbildung bestens für den Kampf gegen die aggressiven Ungetüme gerüstet ist. Lässt sich über dieses Klischee noch relativ entspannt hinwegsehen, stößt umso negativer auf, dass das Drehbuch Okoyes Begleiterin Caldwell in eine reichlich undankbare Rolle zwängt. Hier und da darf die Genexpertin etwas zum Gelingen der Rettungsmission beitragen. Die meiste Zeit überlässt sie das Schmieden eines Planes jedoch dem Kraftprotz an ihrer Seite, der sie darüber hinaus mehrfach aus brenzligen Situationen befreien muss. Eine fragwürdige Darstellung für einen Actionfilm im Jahr 2018!

Obwohl „Rampage – Big Meets Bigger“ inhaltlich nicht viel hermacht, kommt keine große Langeweile auf. Zu verdanken ist dieser Umstand der sympathischen Ausstrahlung des Hauptdarstellers, einigen selbstironischen Scherzen und den wuchtig inszenierten Auseinandersetzungen zwischen Tier und Mensch. Wer einfach nur den Kopf ausschalten und Johnson im Kampfmodus erleben will, wird sicher seine Freude haben.

>> von Christopher Diekhaus

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