Moviebase Friedhof der Kuscheltiere [2019]

Friedhof der Kuscheltiere [2019]
Friedhof der Kuscheltiere [2019]

Bewertung: 50%

Userbewertung: 57%
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Originaltitel: Pet Sematary
Kinostart: 04.04.2019
DVD/Blu-Ray Verkauf: 15.08.2019
DVD/Blu-Ray Verleih: 15.08.2019
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: Unbekannt
Studio: Alphaville Films, Paramount Pictures
Produktionsjahr: 2018
Regie: Kevin Kolsch, Dennis Widmyer
Drehbuch: Stephen King, David Kajganich
Darsteller: Jason Clarke, John Lithgow

Spätestens seit der gefeierten Neuverfilmung des Horrorromans „Es“ scheint unter Film- und Serienmachern ein regelrechtes Stephen-King-Fieber ausgebrochen zu sein. Der Meister des Grauens ist in aller Munde. Und regelmäßig kündigen Pressemitteilungen frische Adaptionen seiner Werke an. Noch einmal durch den Fleischwolf gedreht wurde auch die bereits 1989 für die große Leinwand aufbereitete Gruselgeschichte „Friedhof der Kuscheltiere“ (der deutsche Titel ist seltsam irreführend, immerhin ist im Original von Haustieren die Rede), deren Untertöne – die Themen Trauer, Verlust und Schuld spielten im Roman eine prominente Rolle – in Mary Lamberts Kinoversion leider kaum zur Geltung kamen. Und das, obwohl der Erfolgsschriftsteller höchstpersönlich das Drehbuch schrieb. In Konkurrenz zu diesem allenfalls mittelprächtigen Horrorstreifen tritt nun die Fassung des eingespielten Regiegespanns Kevin Kölsch und Dennis Widmyer („Starry Eyes“), das Kings Stoff nach einem Skript von „The Prodigy“-Autor Jeff Buhler inszenierte.

Auf einen entspannten Neustart auf dem Land hofft darin der Arzt Louis Creed (Jason Clarke, „Winchester: Das Haus der Verdammten“), den es mit seiner Ehefrau Rachel (Amy Seimetz, „Alien: Covenant“) und seinen Kindern Ellie (Jeté Laurence, „Schneemann“) und Gage (Hugo und Lucas Lavoie) von Boston in die Kleinstadt Ludlow im US-Bundesstaat Maine verschlägt. Dass ihr neues Heim an einer von Lastwagen stark frequentierten Schnellstraße liegt und sich hinter dem Anwesen ein Tierfriedhof erstreckt, bereitet der Familie zunächst keine großen Sorgen. Eines Tages wird jedoch die vor allem von Ellie innig geliebte Katze Church – eine Kurzform für Winston Churchill – totgefahren. Um seiner Tochter die traurige Wahrheit zu ersparen, will Louis den Kater heimlich beerdigen und kann dabei auf die Hilfe des kauzig-liebenswerten Nachbarn Jud Crandall (John Lithgow, „Interstellar“) zählen, der den Arzt zu einer alten Ureinwohner-Begräbnisstätte jenseits des Tierfriedhofs führt. Ein Ort, vor dem Louis zuvor bereits gewarnt wurde, an dem er Church dennoch zur letzten Ruhe bettet. Zu seiner Verwunderung kehrt der Vierbeiner allerdings nur wenig später lebendig, wenn auch wesensverändert und verdreckt, in den Schoss der Creeds zurück.

Verglichen mit Mary Lamberts Romanverfilmung ist der neue „Friedhof der Kuscheltiere“ sicherlich nicht schlechter, wirkt in seiner Aufmachung sogar professioneller. Dass unter dem Strich jedoch ebenfalls nur ein durchwachsenes Gruselvergnügen steht, hängt vor allem mit dem Ansatz der beiden Regisseure zusammen. Statt subtiles Grauen zu erzeugen, vertrauen sie allzu oft auf die Methode Holzhammer, die im modernen Horrorkino die Oberhand gewonnen hat. Großes Raunen, krachende Buh-Effekte und plakative Albtraumbilder ziehen sich wie ein roter Faden durch den Film, der bloß stellenweise eine knisternde Schaueratmosphäre zu erzeugen weiß. Einige der Schocks verfehlen ihre Wirkung sicher nicht. Häufig wünscht man sich aber etwas mehr Subtilität herbei.

Exemplarisch für das Abspulen aufdringlicher Schreckmuster sind die reißerischen, willkürlich bemühten Einschübe, die Rachels traumatische Kindheitserlebnisse mit ihrer todkranken Schwester illustrieren. Was der Figur der Ehefrau etwas mehr Profil verleihen könnte, verkümmert zu einer grellen Geisterbahnshow ohne erkennbaren Mehrwert. Mit der Brechstange agieren Kölsch und Widmyer auch im Finale, das die Eskalationen der Erstadaption noch einmal toppt. Der um sich greifende Wahnsinn ist durchaus verstörend, entfaltet aber nicht sein volles Potenzial, da das blutige Treiben mehrfach auf der Grenze zur unfreiwilligen Komik tänzelt.

Ähnlich wie sein Vorgänger schafft es das Remake nicht, den spannenden Subtext aus Kings Romanvorlage rundum überzeugend auf die Leinwand zu transportieren. Obwohl die Darsteller ordentliche bis gute Arbeit leisten und so, zumindest ab und an, echtes Interesse für das Schicksal der Protagonisten entsteht, hätten die Macher das Auseinanderbrechen der Familie weitaus stärker sezieren können. Bedauerlich ist überdies, dass der Film die mythologischen Hintergründe der unheimlichen Totenerweckung nur sehr vage erkundet. Überdecken lassen sich diese Versäumnisse und die marktschreierische Inszenierung auch durch die überraschenden Abweichungen von der Ursprungshandlung nicht. Kölsch, Widmyer und Drehbuchautor Jeff Buhler haben einige markante Änderungen in petto, die in den offiziellen Trailern zum Teil erstaunlich offen ausgebreitet werden. Ob diese Modifikationen eine Neuverfilmung rechtfertigen, darüber kann man nach der Sichtung leidenschaftlich diskutieren.

>> von Christopher Diekhaus

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