Moviebase Hell Fest

Hell Fest
Hell Fest

Bewertung: 45%

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Originaltitel: Hellfest
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 13.09.2019
DVD/Blu-Ray Verleih: 13.09.2019
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: 86 Minuten
Studio: Valhalla Motion Pictures
Produktionsjahr: 2018
Regie: Gregory Plotkin
Drehbuch: Seth M. Sherwood, Blair Butler
Darsteller: Amy Forsyth, Reign Edwards, Bex Taylor-Klaus, Roby Attal, Matt Mercurio, Christian James

Die Lust am Schrecken treibt die Menschen nicht nur in die Kinos, wo ständig Horrornachschub wartet. Auf der Suche nach dem Angstkick stürmen Gruselenthusiasten außerdem immer öfters in durch die Lande tingelnde Spukhauskabinette und Freizeitparks, die ihren Besuchern grauenhafte Erfahrungen versprechen. Filmemacher Bobby Roe spürte dieser Leidenschaft 2014 in seiner ersten abendfüllenden Regiearbeit „Houses of Terror“ nach, lieferte aber nur einen lahmen, selten angsteinflößenden Found-Footage-Streifen ab, auf den er drei Jahre später dennoch eine nicht weniger müde Fortsetzung folgen ließ. Die im Original „The Houses That October Built 2“ betitelte Produktion kam hierzulande nicht mal in den Handel. Die Faszination von Horrorattraktionen nimmt auch Roes Kollege Gregory Plotkin in den Blick, der „Paranormal Activity: Ghost Dimension“ inszenierte und überdies für den Schnitt bei diversen Beiträgen der Reihe sowie dem hochgelobten Satire-Thriller „Get Out“ verantwortlich zeichnete. Trotz umfangreicher Genreerfahrung legt er dem Zuschauer mit dem betont klassisch gehaltenen Schlitzer-Filmchen „Hell Fest“ allerdings bloß ein wenig sättigendes Fast-Food-Häppchen vor.

Als Natalie (Amy Forsyth, „A Christmas Horror Story“) ihre Freundin Brooke (Reign Edwards, „MacGyver“) besucht, wird sie in einen unheimlichen Erlebnispark geschleift, der in der Halloween-Zeit umherzieht. Mit von der Partie sind auch Brookes Freund Quinn (Christian James, „Freefall“), ihre Mitbewohnerin Taylor (Bex Taylor-Klaus, „Scream“), deren Partner Asher (Matt Mercurio, „Hangman: The Killing Game“) und der niedliche Gavin (Roby Attal, „Red 11“), mit dem die anderen Natalie verkuppeln wollen. Was die spaßberauschte Truppe jedoch nicht ahnt: Unter das nach Schrecken lechzende Volk hat sich ein Mann (in den Credits nur als „The Other“ geführt: Stephen Conroy, „Puls“) geschmuggelt, der tödliche Absichten verfolgt. Ins Visier des maskierten Killers, dessen Gesicht wir nie zu sehen bekommen, geraten alsbald Natalie und ihre Clique.

Mindestens eine Frage kommt einem nach der Sichtung sofort in den Sinn: Warum brauchte es ganze drei Drehbuchautoren und zusätzlich drei Story-Lieferanten, wo doch die Handlung von Plotkins zweitem Spielfilm derart dünn ist, dass selbst ein Bierdeckel zur Hälfte unbeschrieben bliebe. Nach einer, freundlich ausgedrückt, sparsamen Einführung der Protagonisten geht es direkt in den Freizeitpark, wo das Motto sehr schnell nur noch „Stolpern durch die Attraktionen und Flüchten vor dem Killer“ lautet. Das verdruckste Turteln zwischen Natalie und Gavin ist zwar sympathisch gespielt, verleiht den Figuren aber kein stärkeres Profil. Da sie sich zunächst nicht übermäßig dämlich oder gravierend nervig geben, ist man allerdings bereit, ihnen für den Spießrutenlauf Glück zu wünschen.

„Hell Fest“ hat durchaus einige nette praktische Effekte und ordentliche Einfälle in der Hinterhand. Herrlich makaber ist zum Beispiel das erste Zusammentreffen zwischen Natalie und dem Mörder, bei dem sie ihn im Glauben, er gehöre zum Inventar der Einrichtung, auffordert, sein Pflicht zu tun und ein vor ihm fliehendes Mädchen spielerisch abzustechen. Weil sein Gewaltausbruch erstaunlich echt wirkt, kommt die junge Frau anschließend ins Grübeln: War sie womöglich doch nicht Zeuge einer Inszenierung? Als Pluspunkt lässt sich sicher auch verbuchen, dass Plotkin und seine Schreiberschar ein erstes Todesopfer aus der Gruppe präsentieren, mit dem man nicht unbedingt gerechnet hat. Wohlwollend hervorheben kann man zudem die Sorgfalt, die die Ausstattungsabteilung rund um Michael Perry an den Tag legt. In den Sets steckt spürbar schweißtreibende Arbeit. Von einem oscarverdächtigen Produktionsdesign, über das der Kritikerkollege des Online-Magazins Filmstarts in seinem Text sinniert, ist „Hell Fest“ aber doch ein ganzes Stück entfernt.

Tatsächlich nutzt sich das Horrorpark-Setting mit der Zeit merklich ab, was vor allem zwei Gründe hat. Zum einen sehen manche der auf dem Gelände herumlaufenden, von den Betreibern engagierten Schausteller eher skurril denn gruselig aus. Und zum anderen schwächt es die Wirkung, dass man in einer Location wie dieser im Grunde jede Minute auf eine Buh-Attacke wartet. Überraschungsmomente sind rar gesät, routinemäßig abgespulte Geisterbahnschocks umso üppiger verteilt. Verwunderlich ist keineswegs, dass eine der wenigen wirklich spannenden Szenen nicht in einer der Attraktionen spielt, sondern in einer stinknormalen Toilettenanlage.

Dicke, unverzeihliche Schnitzer unterlaufen den Machern eher nicht. Zu oft huldigen der Regisseur und seine Mitstreiter allerdings dem Malen-nach-Zahlen-Prinzip und vergessen, ihrem kleinen Slasher-Thriller ein paar frische Impulse zu geben. Wenn die Überlebenden am Ende vor dem Killer flüchten, darf man über die unsinnige Wahl ihres Verstecks mal wieder schmunzeln. Und auch der Punch im Hinblick auf den Maskenmann, den „Hell Fest“ in der letzten Szene anvisiert, trifft nicht in die Magengrube des Betrachters. Manchmal lohnt es eben schon, die Grenzen etwas auszureizen und Muster, wenn auch nur leicht, aufzubrechen.

>> von Christopher Diekhaus

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