Moviebase Annabelle 3

Annabelle 3
Annabelle 3

Bewertung: 50%

Userbewertung: 50%
bei 53 Stimmen

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Originaltitel: Annabelle 3
Kinostart: 04.07.2019
DVD/Blu-Ray Verkauf: 21.11.2019
DVD/Blu-Ray Verleih: 21.11.2019
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: Unbekannt
Studio: New Line Cinema, Atomic Monster
Produktionsjahr: 2019
Regie: Gary Dauberman
Drehbuch: Gary Dauberman
Darsteller: Mckenna Grace, Madison Iseman, Katie Sarife, Patrick Wilson, Vera Farmiga

Kriegen die kreativen Köpfe hinter dem Conjuring-Universum wieder die Kurve? Oder muss man weiteren Durchschnittsgrusel befürchten? Nachdem „The Nun“ und „Lloronas Fluch“, die letzten beiden Werke des gemeinsamen Erzählkosmos, austauschbare Spukgeschichten erzählten, drängen sich diese bangen Fragen zwangsläufig auf. Als siebter Eintrag in die stetig expandierende Horrorreihe bringt sich nun der dritte Film über die unheimliche Annabelle-Puppe in Stellung, mit dem der bislang vor allem als Drehbuchautor in Erscheinung getretene Gary Dauberman sein Regiedebüt abliefert. Leider ist es wie so oft im Conjuring-Franchise: Gute Ansätze werden nicht zu einer stimmigen, durchgehend packenden Gruselmär verbunden, sondern verblassen irgendwann angesichts hysterischer und dabei keineswegs verblüffender Geisterbahneffekte.

Im Prolog von „Annabelle 3“ geben sich die aus „Conjuring – Die Heimsuchung“ und „Conjuring 2“ bekannten Paraexperten Lorraine (Vera Farmiga, „Godzilla 2: King of the Monsters“) und Ed Warren (Patrick Wilson, „Insidious: The Last Key“) die Ehre und nehmen die titelgebende Puppe an sich, um ihre dämonischen Kräfte ein für alle Mal zu bannen. Im Aufbewahrungsraum des Ehepaares, der zahlreiche verfluchte Gegenstände beherbergt, landet Annabelle in einer geweihten, versiegelten Glasvitrine und kann ihre unheilvollen Fähigkeiten fortan nicht mehr ausspielen. Einige Zeit später engagieren die Warrens die sympathische Mary Ellen (Madison Iseman, „Gänsehaut 2: Gruseliges Halloween“) als Babysitterin für ihre zehnjährige Tochter Judy (Mckenna Grace, „Spuk in Hill House“), da sie selbst über Nacht verreisen müssen. Die jugendliche Aufpasserin ist wenig begeistert, als plötzlich ihre Freundin Daniela (Katie Sarife, „Supernatural – Zur Hölle mit dem Bösen“) auftaucht und nicht eher Ruhe gibt, bis sie das Haus der Geisterjäger betreten darf. In einem unbemerkten Augenblick dringt sie in das eigentlich verschlossene Zimmer mit den ominösen Artefakten ein und öffnet während ihres Rundgangs den Glaskasten von Annabelle.

Dauberman, der nicht nur die Drehbücher zu den beiden Puppenvorgängern schrieb, sondern auch das Skript zu „The Nun“ verfasste, verlegt sich zunächst auf sporadische Schockspitzen. Statt fortlaufend plärrende Buh-Momente loszutreten, übt sich sein neuer Schauerbeitrag in Zurückhaltung und versucht, phasenweise erfolgreich, eine bedrückende Gruselatmosphäre aufzubauen. Begrenzt ist die Handlung fast ausschließlich auf das urige Heim der Dämonologen, dessen liebevolle Retro-Einrichtung (eine Blumentapete, bunte Gläser in den Zimmertüren und vieles mehr) ein kräftiges Siebziger-Jahre-Flair verströmt. Einiges zu entdecken gibt es vor allem dann, als Daniela ihren Streifzug durch den Raum mit den obskuren Sammlerstücken beginnt. Ihre ehrfürchtige Erkundungstour gehört definitiv zu den stimmungsvollsten Passagen des ganzen Films.

Ausstattung und Optik können – wie in den meisten Conjuring-Arbeiten – überzeugen. Probleme gibt es dafür – auch das kennt man – bei der Figurenzeichnung. Judy, Mary Ellen und Daniela fallen zwar nicht in die Kategorie „Nervige Horrordumpfbacken“ und werden von durchaus fähigen Darstellerinnen verkörpert. Einen besonders starken Eindruck hinterlässt das Trio jedoch nicht, da Dauberman lediglich Charakterhäppchen ausstreut. Die Warren-Tochter wird als gehänselte Außenseiterin beschrieben. Ihre Babysitterin erhält einen kleinen, leicht humorig aufgeladenen Liebesstrang. Und deren Freundin plagt sich nach dem Ableben ihres Vaters mit Schuldgefühlen herum, weshalb sie so versessen darauf ist, im Haus der Geisterjäger Kontakt zur Totenwelt herzustellen. „Annabelle 3“ bietet potenziell ergreifende Hintergründe auf, formuliert diese aber nie richtig aus und verspielt so eine größere Anteilnahme.

Weitaus ernüchternder ist freilich die Erkenntnis, dass der Regisseur nach rund sechzig Minuten die Gangart drastisch wechselt. Kamen aufdringliche jump scares vorher nur gelegentlich zum Einsatz, ist krachendes Gepolter von nun an das Gebot der Stunde. Da Annabelle – so wird es eingangs erklärt – selbst nicht besessen ist, andere Geister allerdings mobilisieren kann, gibt es ein Schaulaufen neuer Spukgestalten aus dem Warren-Fundus. Während diese Schreckfiguren den Protagonistinnen das Leben zur Hölle machen, verkommt die titelgebende Puppe zu einer blassen Funktionsträgerin, deren einzige Aufgabe darin besteht, möglichst viele Bedrohungen zu entfesseln. Die sich hier Bahn brechende Beliebigkeit sollte schleunigst eingefangen werden. Ansonsten verödet das mit „Conjuring – Die Heimsuchung“ noch so wirkungsvoll gestartete Horroruniversum immer mehr.

>> von Christopher Diekhaus

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