Moviebase What the Waters Left Behind

What the Waters Left Behind
What the Waters Left Behind

Bewertung: 30%

Userbewertung: 45%
bei 79 Stimmen

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Originaltitel: Los olvidados
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 16.11.2018
DVD/Blu-Ray Verleih: 16.11.2018
Freigabe: FSK 18
Lauflänge: Unbekannt
Studio: Black Mandala, Onetti Brothers Productions, Rusty Robot
Produktionsjahr: 2017
Regie: Luciano Onetti, Nicolás Onetti
Drehbuch: Luciano Onetti, Nicolás Onetti
Darsteller: German Baudino, Paula Brasca, Mirta Busnelli, Tamara Garzón , Chucho Fernandez , Damián Dreizik

Sich von anderen Filmemachern inspirieren zu lassen, ist keineswegs verwerflich. Selbst bekannte Regisseure eiferten vor allem in der Frühphase ihrer Karriere anderen ikonischen Leinwandkünstlern nach. Problematisch wird es immer dann, wenn die cineastische Begeisterung und die Verehrung in billige Imitation umschlagen. Schmerzhaft zu sehen am Beispiel des argentinischen Hinterland-Schockers „What the Waters Left Behind“, mit dem sich die Brüder Luciano und Nicolás Onetti („Francesca“) in erster Linie vor Tobe Hoopers Backwoods-Klassiker „The Texas Chainsaw Massacre“ verbeugen. Obwohl die beiden Horrorenthusiasten an einem denkbar unheimlichen Schauplatz, einer einst versunkenen, inzwischen wieder aufgetauchten Geisterstadt, drehen konnten, servieren sie dem Zuschauer eine weitestgehend dümmliche Kopie ihres großen Vorbilds.

Als im Jahr 1985 ungewöhnlich starke Regenfälle auf den beliebten Touristenort Epecuén niedergingen, stieg der Wasserspiegel in einem nahegelegenen Salzsee dramatisch an, was schließlich zu einem Dammbruch führte. Die Gemeinde wurde binnen kurzer Zeit von den Fluten überrollt. Und die Bewohner sahen sich gezwungen, ihre untergegangene Heimat zu verlassen. Erst ab 2009 zogen sich die Wassermassen langsam zurück und gaben nach und nach den Blick auf eine verwüstete Ruinenlandschaft frei. An eben diesen tristen Flecken Erde verschlägt es in der Jetztzeit eine Filmcrew, die die Verwüstung dokumentieren will. Begleitet wird die Gruppe von einer Einheimischen, der es nicht gerade leichtfällt, über das Leben vor der Katastrophe zu sprechen. Nach ihrer Ankunft bemerkt der kleine Reisetrupp dummerweise nicht, dass in den Überresten Epecuéns finstere Gestalten hausen.

Dass auch ein dreckig-rauer Horrorthriller halbwegs interessante Figuren gebrauchen kann, scheinen die Onettis und ihr Koautor Carlos Goitia nicht zu verstehen. Leider tun sie es vielen anderen Genremachern gleich und lassen eine Reihe unsympathischer Idioten von der Leine, deren Schicksal schon nach einer Viertelstunde herzlich wenig interessiert. Zu keinem Zeitpunkt nimmt man den einfältigen, grauenhaft stereotyp gezeichneten Dummschwätzern ab, dass sie tatsächlich einen seriösen Dokumentarfilm drehen könnten. Und wie man es aus unzähligen Provinzschockern kennt, begegnen die Protagonisten gleich zu Anfang einigen merkwürdigen, vollkommen verdreckten Ortsansässigen, denen das Etikett „Hinterwälder“ fett auf der Stirn prangt. Wer nach diesem Treffen nicht das Weite sucht, ist selber schuld!

Nach einer ersten Hälfte, die mit ominösen Andeutungen, öden Gesprächen und etwas Intimverkehr über die Bühne gegangen ist, fahren die Onettis härtere Geschütze auf und schicken das durch die Gegend stolpernde Filmteam auf einen Trip der Qualen. Ironischerweise orientieren sie sich dabei höchst inkonsequent an ihrem Meister Tobe Hooper. Zum einen klauen sie diverse Handlungselemente, Motive und Szenen aus „The Texas Chainsaw Massacre“. Zum anderen begreifen die Regisseure aber nicht, woraus der Horror-Meilenstein einen Großteil seiner verstörenden Wirkung bezieht. Der von Hooper geschickt arrangierte Angriff auf die Sinne des Publikums arbeitet an vielen Stellen mit suggestiven Mitteln und pflanzt dem Betrachter furchteinflößende Bilder in den Kopf, die im Film selbst überhaupt nicht zu sehen sind. Im Gegensatz dazu entfesselt „What the Waters Left Behind“ eine explizite Psychopathen-Show und mutiert zu einem plumpen Folterporno inklusive einer abstoßenden Vergewaltigung und einer vorhersehbaren finalen Volte. Deutlich wird dabei wieder mal eins: Blutige Eskalationen sind noch lange kein Garant für echten Nervenkitzel!

Zur Ehrenrettung des Brüdergespanns lässt sich sagen, dass die optische Gestaltung ihrer Backwoods-Mär verhältnismäßig kompetent ausfällt. Die leicht braunstichigen Bilder wecken Erinnerungen an das Horrorkino der siebziger Jahre. Und die wiederholten Kameraflüge über den zerstörten Handlungsort mit seinem kaputten, aber bedrohlich aufragenden Schlachthaus lassen zumindest erahnen, welch stimmungsvoller Survival-Thriller in diesem schaurig-schönen Setting möglich gewesen wäre. Dass die gespenstische Epecuén-Kulisse letztlich an einen abgedroschenen und stumpfsinnigen Plot verschenkt wird, ist wirklich eine Schande!

>> von Christopher Diekhaus

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