Moviebase Mara

Mara
Mara

Bewertung: 35%

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Originaltitel: Mara
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 07.12.2018
DVD/Blu-Ray Verleih: 07.12.2018
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: 94 Minuten
Studio: Moon River Studios, Grodnik /Aloe Productions
Produktionsjahr: 2018
Regie: Clive Tonge
Drehbuch: Jonathan Frank, Jonathan Frank
Darsteller: Olga Kurylenko, Mackenzie Imsand, Javier Botet, Mitch Eakins

Und täglich grüßt das Murmeltier. Mit „Dead Awake – Wenn du einschläfst, bist du tot“ und „Nightmare – Schlaf nicht ein!“ kamen in den letzten beiden Jahren bereits zwei Spielfilme auf den Markt, die sich mit dem unheimlichen Phänomen der Schlafparalyse befassten. In der Theorie scheint diese Störung, bei der der Körper im einem Zustand zwischen Traum und Aufwachen gefangen ist, sich ein Betroffener nicht bewegen kann und noch dazu häufig von Halluzinationen bedrängt wird, wie gemacht für einen Horrorthriller. Bislang waren die Ergebnisse – lässt man die Dokumentararbeit „The Nightmare“ von Rodney Ascher einmal außen vor – jedoch absolut ernüchternd. Ernst nehmen konnte man das weitgehend einfallslose, teilweise grässlich amateurhaft umgesetzte Gruseltreiben sicher nicht. Mit seinem Langfilmdebüt „Mara“ will Clive Tonge nun ein wenig Abhilfe schaffen, scheitert dabei aber auf ähnliche Weise wie seine Vorgänger.

Als die Kriminalpsychologin Kate (Olga Kurylenko, „Vampire Academy“) an einem Tatort auftaucht, um den Geisteszustand der mutmaßlichen Mörderin Helena (Rosie Fellner, „Nine Lives – Haus des Schreckens“) zu beurteilen, trifft sie dort auch auf deren verstörte Tochter Sophie (Newcomerin Mackenzie Imsand), die behauptet, dass ihr Vater nicht von ihrer Mutter, sondern von einem Wesen namens „Mara“ getötet worden sei. Kate verspricht dem Mädchen daraufhin, alles dafür zu tun, damit Helena so bald wie möglich wieder nach Hause kommen kann. Während der im Fall ermittelnde Polizeibeamte McCarthy (Lance E. Nichols, „The Domestics“) die Ehefrau des Ermordeten für schuldig hält, stellt die zweifelnde Psychologin weitere Nachforschungen an und stößt schließlich auf eine Selbsthilfegruppe für Menschen mit schweren Schlafstörungen. Glaubt man dem aufbrausenden Dougie (Craig Conway, „The Descent – Abgrund des Grauens“), ist Mara ein uralter Dämon, der seine im Dämmerzustand hilflosen Opfer brutal ins Jenseits befördert.

Tonges erste abendfüllende Regiearbeit ist verglichen mit dem lachhaften „Dead Awake“ zwar weniger peinlich und lässt in manchen Phasen solides inszenatorisches Gespür erkennen. Für einen packenden Horrortrip reicht es allerdings bei weitem nicht. So sehr man sich darüber freuen kann, dass „Mara“ keine ununterbrochen lärmende Geisterbahnfahrt ins Rollen bringt, so wenig gelingt es den Machern, das grauenhafte Empfinden während einer Schlafstarre in eindrückliche filmische Bilder zu übersetzen. Die Möglichkeit, mit der Wahrnehmung des Leidtragenden zu spielen, reizt der übernatürliche Thriller viel zu selten aus und verlässt sich dafür viel zu oft auf Standard-Grusel-Mechanismen – etwa Großaufnahmen eines Gesichtes mit weit aufgerissenen Augen und das langsame Herannähern einer deformierten Spukgestalt (gespielt von Javier Botet, einem Marfan-Syndrom-Patienten, der unter anderem die Titelfiguren in den Horrorfilmen „Mama“ und „Slender Man“ verkörperte). Manche Szenen lassen Anflüge einer Gänsehautstimmung aufkommen. Nachhaltig ins Gedächtnis brennt sich aber bis auf einen schmerzhaften Selbstverstümmelungsakt keine Passage, da die Schocktaktiken insgesamt zu leicht durchschaubar sind.

Chaotisch und alles andere als fesselnd präsentiert sich dummerweise auch das von Jonathan Frank („The Tournament“) verfasste Drehbuch. Einen Großteil der recht austauschbaren Mara-Vorgeschichte betet der aufgekratzte, sich in seinen Warnungen ständig wiederholende Dougie schon früh herunter, sodass Kate nur noch wenig Raum für eigene Ermittlungen bleibt. Unverständlich ist außerdem, warum das Skript die Beziehung zwischen der Psychologin und der kleinen, eine ganze Weile von der Bildfläche verschwindenden Sophie nicht stärker für emotionale Akzente nutzt. Einige Fragen wirft ferner die Haltung bzw. das Gebaren der Protagonistin auf. Ist es anfangs schon etwas verwunderlich, wie schnell Kate auf die übernatürliche Geschichte anspringt, mutet es ebenso seltsam an, dass sie Dougies Hinweisen später eher zögerlich nachgeht, obwohl sie die Präsenz des Dämons in Momenten der Starre mehrfach am eigenen Leib zu spüren bekommt. Vor allem im letzten Drittel wirkt „Mara“ fahrig zusammengeflickt – und erweist sich damit endgültig als nächster Fehlschuss auf dem Gebiet der Schlafparalyse-Fiktionen.

>> von Christopher Diekhaus

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