Moviebase Rambo 5: Last Blood

Rambo 5: Last Blood
Rambo 5: Last Blood

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Originaltitel: Rambo: Last Blood
Kinostart: 19.09.2019
DVD/Blu-Ray Verkauf: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 18
Lauflänge: Unbekannt
Studio: ampbell Grobman Films, Lionsgate, Millennium Films
Produktionsjahr: 2019
Regie: Adrian Grunberg
Drehbuch: Matthew Cirulnick, David Morrell
Darsteller: Sylvester Stallone, Paz Vega, Louis Mandylor, Yvette Monreal, Óscar Jaenada, Louis Mandylor

Er will es noch mal wissen! Actionikone Sylvester Stallone, inzwischen 73 Jahre alt, schlüpft für ein fünftes Kapitel der Rambo-Reihe erneut in die Rolle des vom Krieg gezeichneten Vietnamveteranen. Mehr als eine Dekade ist seit seinem letzten Kinoauftritt verstrichen, an dessen Ende der frühere Elitekämpfer in seine Heimat zurückkehrt. Genauer gesagt auf die Farm seines Vaters in Arizona. Dort will John Rambo (Stallone) eigentlich seinen Lebensabend genießen. Doch die Geister der Vergangenheit folgen ihm noch immer auf Schritt und Tritt. Als Freiwilliger unterstützt er gelegentlich die lokalen Einsatzkräfte in Katastrophensituationen. Kann er dabei allerdings einen Menschen nicht retten, fühlt er sich sofort an seine einstigen Kameraden und die schrecklichen Ereignisse in Südostasien erinnert.

Etwas Trost findet er immer dann, wenn er die aufgeweckte Gabrielle (Yvette Monreal, „Once Upon a Superhero“), die Enkelin seiner Haushälterin Maria (Adriana Barraza, „The Strain“), um sich hat. Die Jugendliche betrachtet er als seine Ziehtochter und sieht ihrem baldigen Aufbruch zum College mit Wehmut entgegen. Als sie ihm irgendwann eröffnet, dass sie ihre Familiengeschichte aufarbeiten und ihren vor vielen Jahren abgehauenen Vater (Marco de la O, „El Chapo“) in Mexiko zur Rede stellen wolle, ist John, ebenso wie ihre Großmutter, wenig begeistert. Nichtsdestotrotz schlägt Gabrielle alle Verbote in den Wind und düst mit dem Auto über die Grenze. Nur wenig später gerät sie in die Fänge eines skrupellosen Kartells, das auf Menschenhandel und Zwangsprostitution spezialisiert ist. Die Gangster haben die Rechnung jedoch ohne Rambo gemacht, der die Verschwundene um jeden Preis aufspüren will.

Denkt man heute an den rabiaten Titelhelden, mag man kaum glauben, dass seine Leinwandkarriere 1982 mit einem durchaus differenzierten Actiondrama begann. Ted Kotcheffs Romanverfilmung „Rambo“ schildert eine spannende Hetzjagd, nimmt zugleich aber auch die labile Verfassung des heimkehrenden Protagonisten in den Blick, dem nach der Rückkehr in die USA Hass und Feindseligkeit entgegenschlagen. Das Bemühen um Zwischentöne, um die Abbildung der Auswirkungen des Krieges weicht in den Fortsetzungen leider einer platten Krawallshow, die den angeknacksten Kämpfer in eine stumpfe Killermaschine verwandelt.

„Rambo: Last Blood“ eifert dieser Marschroute fröhlich nach, auch wenn im ersten Akt noch der Eindruck entsteht, das Trauma der Hauptfigur könnte eine größere Rolle spielen. Plakativ und etwas ungelenk bauen Regisseur Adrian Grünberg („Get the Gringo“), der wie immer am Drehbuch mitbeteiligte Stallone und Koautor Matthew Cirulnick grüblerische Momente und schmerzhafte Gedankenblitze in das Geschehen ein, lassen diese Aspekte aber rasch links liegen. Ist Gabrielle einmal verschwunden, schreitet Rambo, der, so scheint es, nur auf diesen Augenblick gewartet hat, umgehend zur Tat. Was folgt, ist eine  Rettungsmission, bei der der Ex-Soldat zunächst reichlich naiv zu Werke geht und konsequenterweise deftige Prügel bezieht. Eine wenig elegant aus dem Hut gezauberte Journalistin (Paz Vega, „Demon Inside“), die ebenso wie alle anderen Nebenfiguren reinen Funktionscharakter hat, päppelt John wieder auf, sodass er danach zum Rundumschlag ausholen kann.

Ein raffinierter Plot war von Anfang an nicht zu erwarten. Ärgerlich ist aber schon, wie einfallslos „Rambo: Last Blood“ von einem Handlungspunkt zum nächsten springt. Auf dem Weg zum grotesken, comichaften, den Racheimpuls abfeiernden Metzel-Finale gibt es genau eine Überraschung. Ansonsten regieren ausgelutschte Klischees, die in anderen Vergeltungsreißern schon packender aufbereitet wurden. Die Actioneinlagen fallen hart und geradlinig aus, sind allerdings keineswegs spektakulär oder bahnbrechend. Dass man aus einer rudimentären Geschichte mit einer klugen Inszenierung und irritierenden Brüchen einiges an Intensität herausholen kann, beweist das inhaltlich ähnlich gelagerte Thriller-Drama „A Beautiful Day“, in dem Joaquin Phoenix einen seelisch kaputten Veteranen mimt. Im Vergleich dazu wirkt der fünfte Teil der Rambo-Reihe wie ein schlechter Witz, der zu allem Überfluss in einer ermüdend-aufdringlichen Musikuntermalung ertrinkt.

Den Vogel schießen die Macher freilich mit ihrer platten Der-Zweck-heiligt-die-Mittel-Maxime und der reißerisch-finsteren Mexiko-Zeichnung ab. Jenseits der US-Grenze tummeln sich fast ausschließlich durchtriebene Gestalten, deren grausames Handeln die brachiale Offensive Rambos legitimieren soll. Selbst die Polizisten fallen hier über die hilflosen, misshandelten Prostituierten her, womit ein Bild entsteht, wie es sich Donald Trump nicht düsterer ausmalen könnte. Die vom amtierenden Präsidenten gerne an die Wand geworfenen Horrorszenarien in Bezug auf das Nachbarland finden im Film spürbar Widerhall, was schwer erträglich ist.

Angesichts der gefährlichen Ideologie und der kreativen Armut bleibt nur zu hoffen, dass der im Abspann durch eine Szenenmontage aus allen Rambo-Abenteuern angestimmte Abschied nicht mehr revidiert wird. Stallones Gedankenspiele für den Fall, dass der neue Streifen an den Kassen reüssieren sollte, deuten allerdings auf ein Hintertürchen hin. Ob Prequel oder Sequel – die Wende zum Besseren dürfte nur schwer zu bewerkstelligen sein.

>> von Christopher Diekhaus

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