Bride of Frankenstein – Remake wäre «aufwendig & schön» geworden

In Hollywood läuft nicht immer alles nach Plan, was in vielen Fällen wohl oder übel zu immensen Enttäuschungen, vor allem aber verschwendete Zeit führt. Schließlich kann es im Worst Case-Szenario vorkommen, dass man als Filmemacher bereits seit Jahren an einer bestimmten Produktion arbeitet, dann aber vom verantwortlichen Studio völlig unerwartet die unschöne Botschaft erhält, dass das gesamte Projekt eingestampft wird, alle bisherigen Planungen über Bord geworfen werden.

Auch Bride of Frankenstein, das Reboot des gleichnamigen Kult-Klassikers, das mit Mr. & Mrs. Smith– und Lara Croft: Tomb Raider-Star Angelina Jolie sogar ziemlich prominent besetzt worden wäre, gehört zu den Pechsvögeln, die mitten in der Vorbereitungsphase eingestellt wurden.

Schuld daran war das weltweite Einspielergebnis von Die Mumie, dem Startschuss und einzigen Ableger aus dem nach gerade einmal einem Film gescheiterten Dark Universe (quasi das Marvel Cinematic Universe von klassischen Monstern wie dem Blutsauger Dracula oder dem Unsichtbaren), das zum Nachteil aller Beteiligten sehr zu wünschen übrig ließ.

Die Braut von Frankenstein wartet immer noch auf ihren großen Auftritt. ©Universal

Nach DIE MUMIE war das Dark Universe schon wieder vom Tisch

Weil das Remake nur dazu imstande war, global etwas mehr als 400 Millionen US-Dollar in die Kassen zu schwemmen (zu wenig, wenn man die enormen Produktionskosten in Höhe von 125 Millionen US-Dollar bedenkt), wurde bei allen Franchise-Kollegen, die das in Die Mumie eingeführte Universum weiter ausgebaut hätten, vorzeitig der Stecker gezogen.

Bedauerlicherweise auch bei Bride of Frankenstein, jene Neuverfilmung, die von Regisseur Bill Condon (Dreamgirls, Kinsey, Chicago) und Drehbuchautor David Koepp (Inferno, Mission: Impossible, Jurassic Park) realisiert worden wäre. In einem brandneuen Interview verrät Koepp nun, was er und Condon mit der beliebten Marke ursprünglich mal vorhatten, als sie bei Universal Pictures noch unter Vertrag standen:

«Bride of Frankenstein wäre eine richtig große, aufwendige und schöne Gothic-Horror-Schauermär geworden», erinnert sich Koepp. «Was ich am Skript mochte, war, dass sich die ersten 30 oder 40 Seiten daraus mit den Siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts auseinandergesetzt hätten.»

«Und dann wäre die Geschichte 150 Jahre in die Zukunft befördert worden, wo die Braut in unserer Gegenwart wiederentdeckt und neu erweckt worden wäre», schwärmt der Geschichtenerzähler gegenüber den Kollegen von Collider, der außerdem durchsickern ließ, dass die moderne Erzählung sehr dramatisch, der Streifen großartig gewesen wäre.

Der geplatzte Traum von einem Remake

Man habe nach dem Mumien-Flop noch den letzten Versuch unternommen, im Hinblick auf das Budget zurückzurudern und etwas kleinere Brötchen zu backen, doch die Crew musste kurze Zeit später einfach einsehen, dass das geplante Vorhaben nur dann gelingen kann, wenn auch die notwendigen Geldmittel zur Verfügung gestellt werden. Da Universal diese verweigerte, sind Koepp und Condon ausgestiegen und haben ihre kostbare Zeit anderen Werken gewidmet.

Ob es ein Fehler vom Produktionshaus war, diese Version von Bride of Frankenstein fallen zu lassen? Wir werden es voraussichtlich nie erfahren, da inzwischen an einer ganz anderen, zusammenhanglosen Reihe gearbeitet wird, mit der Genrespezialist Jason Blum (Halloween (2018), Get Out – Rette deine Haut) vertraut gemacht wurde.

Da die Blumhouse-Produktion Der Unsichtbare, die von SAW-Schöpfer Leigh Whannell ins Leben gerufen wurde, das Box Office kurz vor der Pandemie im Sturm erobern konnte, dürfen Blum und sein Team nun auch den Wolfsmenschen einem Update unterziehen, für das niemand Geringeres als Ryan Gosling (Blade Runner 2049) für die Titelrolle verpflichtet werden konnte. Ob man sich anschließend noch einmal an die Braut von Frankenstein heranwagt?

©Universal

Geschrieben am 28.03.2022 von Carmine Carpenito



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