Slender Man – Darum enttäuscht die Verfilmung an den Kinokassen

Selten wurde ein Horrorfilm so offensichtlich gegen die Wand gefahren wie im Fall von Slender Man. Dabei hätte die Schauermär rund um das furchterregende Internet-Meme durchaus das Zeug zu einem echten Horror-Phänomen an den Kinokassen gehabt – wenn denn die Vermarktung und Umsetzung gestimmt hätte. Tatsächlich aber war bis kurz vor US-Start gar nicht klar, ob das Werk von Sylvian White überhaupt noch über Sony in die Kinos kommen würde. Das Studio kriegte sich wegen kreativer Differenzen so sehr mit den Produzenten des Films in die Haare, dass die einen neuen Verleih für Slender Man auftun wollten – jedoch erfolglos. Sony stellte sich daraufhin verständlicherweise quer und ließ mehr als ein halbes Jahr ohne weiteres Marketingmaterial verstreichen – der Todesstoß für jeden potenziellen Kinohit. Doch vor wenigen Wochen dann die Überraschung: Slender Man kommt tatsächlich und sogar verfrüht ins Kino, allerdings in direkter Konkurrenz zu Warner Bros‘ Horror-Blockbuster The MEG. Böswillige Absicht oder Zufall?

Die Kollegen von IGN fanden heraus, dass der Film ursprünglich ganz anders in die Kinosäle kommen sollte. Von vielen der im Teaser gezeigten Szenen, darunter jener, in der sich ein Opfer die Augen aussticht, fehlt im Film selbst nämlich jede Spur. Der Grund dafür ist offenbar bei einem realen Kriminalfall zu finden: 2014 lockten zwei Mädchen, Anissa Weier und Morgan Geyser, eine Mitschülerin in den Wald und stachen anschließend zwạnzigmal auf sie ein. Bei der Vernehmung durch die Polizei gaben sie an, im Auftrag des Slender Man gehandelt zu haben. Ihr Opfer, Payton Leutner, überlebte schwerverletzt. Der Fall sorgte weltweit für Aufsehen und geht auf das 2009 ins Leben gerufene Meme um den gesichtslosen, anzugtragenden Schrecken zurück.

Schon während der Dreharbeiten hetzte Weiers Vater, dass der Film „geschmacklos“ sei. Bei der Marcus Cinemas-Kette in Milwaukee verzichtete man aus Respekt vor dem Opfer sogar auf eine Aufführung. Auch wenn das große Lauffauer ausblieb, reichten die kritischen Stimmen doch aus, um Sony von den ursprünglichen Plänen abzubringen. Ein Erfolg dürfte Slender Man trotzdem werden. Dennoch wäre mehr möglich gewesen, wenn Sony den Mut zu einem breiteren Kinostart und einer offensiveren Kampagne gehabt hätte. Letztlich schätzte man die Gefahr eines Skandals aber als zu hoch ein. Dass Slender Man trotzdem mit mehr als 10 Millionen Dollar eröffnete, grenzt da schon fast an ein Wunder. Potenzial für mehr wäre also definitiv vorhanden gewesen.

Geschrieben am 22.08.2018 von Torsten Schrader
Kategorie(n): News, Slender Man



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