Wolf – Trailer: 1917-Star George MacKay glaubt, er sei ein Raubtier

Artenidentitätsstörung lautet die offizielle Bezeichnung, welche sich Ärzte und Psychologen für jene Leute ausgedacht haben, die felsenfest überzeugt davon sind, im falschen Körper geboren worden zu sein. In diesem Fall sind aber keine Männer gemeint, die sich wie Frauen fühlen oder umgekehrt. Stattdessen spricht man hier von Personen, die zu wissen glauben, zwar eine menschliche Hülle zu besitzen, in Wahrheit allerdings einer völlig anderen Spezies anzugehören.

Mit dem Horror-Drama Wolf von Nathalie Biancheri, Regisseurin von diversen Kurzfilmen wie The Crossing oder In the Flesh sowie einigen Dokus, beispielsweise Xavier Corbero: Portrait of an Artist in Winter oder 24H Europe: The Next Generation, und ihrem 2019 erschienenen Independent-Spielfilmdebüt Nocturnal mit Sadie Frost (Dracula – Tot aber glücklich, Sky Captain and the World of Tomorrow) und Cosmo Jarvis (Lady Macbeth, Calm with Horses) in den Hauptrollen, entführt uns Focus Features demnächst in die komplexe Gedankenwelt von Jacob.

Junger Mann soll sich umpolen lassen

Weil der junge Mann, vor allem aber seine um ihn besorgte Familie, darauf hofft, die ihm eingeredete Krankheit irgendwie und endlich geheilt zu bekommen, lässt er sich freiwillig in eine Einrichtung einweisen, die fast schon einer (inzwischen in immer mehr Ländern auf der Welt verbotene) Konversionstherapie ähnelt: «Eine Artenidentitätsstörung ist heilbar», ist sich ein Seelenforscher im offiziellen Trailer sicher. «Menschen, die das Gefühl haben, sie seien ein Tier, können es immer noch erreichen, in absehbarer Zeit ein glückliches, gesundes Leben zu führen.» Nicht weniger garantiert die erfolgsversprechende, aber fragwürdige Umpolung.

Aber was, wenn Jacob nur dann eine glückliche Zukunft bevorsteht, wenn er zu sich selbst und seine Natur steht? «Es geht nicht nur darum, einfach zu überleben – ich will als ich selbst überleben», erklärt der offensichtlich Leidende gegenüber Wildcat, einer Gleichgesinnten in der Klinik, als dieser langsam realisiert, dass die Therapie all das zerstört, was ihn und sein wahres Wesen wirklich ausmacht.

George MacKay kann seine wahre Natur nicht mehr länger zurückhalten. ©Focus Features

Zurück in die Wildnis

Mit jedem weiteren Tag, der ohne zufriedenstellendes Resultat verstreicht, stellt Jacob zunehmend fest, dass er sich doch nicht verändern lassen und nur noch eines will – seine Entscheidung, sich von Ärzten und Psychoanalytikern «helfen» zu lassen, irgendwie wieder rückgängig zu machen und nach draußen in die Wildnis zu gehen, um anderen Wölfen bei Vollmond beim Heulen Gesellschaft zu leisten. Da aber nur Patienten entlassen werden, die als mental genesen gelten, bleibt ihm nichts anderes übrig als die Flucht zu ergreifen. Doch wie soll ihm diese gelingen, wenn das Anwesen besser überwacht wird als ein örtliches Gefängnis?

Auch Wildcat weiß, wie schwierig und nahezu unmöglich allein schon der Versuch sein kann. Schließlich war es in all den Jahren, seit sie selbst vom Tierpfleger (wie sie und ihre gleichdenkenden Kollegen den vordergründigen Therapeuten nennen) in den Käfig gesperrt wurde, nur einem Artgenossen möglich, es zurück in die Freiheit zu schaffen. Ob Jacob in den dessen Fußstapfen tritt?

Ab zu den Wölfen: George MacKay will Heulen. ©Focus Features

Neue Chance auf einen Oscar für George MacKay?

Verkörpert wird er vom britischen Schauspieler George MacKay, der in Sam Mendes‘ Kriegs-Drama 1917 in die Rolle von Lance Corporal Schofield schlüpfte und in dieser einem General eine wichtige Botschaft überbringen musste, und im wendungsreichen Horror-Thriller Das Geheimnis von Marrowbone als großer Bruder zu sehen war, der seine jüngeren Geschwister vor dem Geist ihres gemeinsamen, sehr gefährlichen sowie mordlustigen Vaters beschützte, dessen Tod sie zu verantworten hatten.

Ob der 29-Jährige in Wolf gerettet werden kann, erfährt man als amerikanischer Kinogänger ab dem 3. Dezember 2021.

Wurde 2018 auf Blu-ray veröffentlicht: Das Geheimnis von Marrowbone. ©Universum Film

Geschrieben am 01.10.2021 von Carmine Carpenito
Kategorie(n): News, Wolf



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