Beau Is Afraid – Nach Midsommar: Ari Aster schickt Joaquin Phoenix auf albtraumhafte Reise!

Noch vor einem Jahr schwankte Regisseur Ari Aster zwischen drei Projekten, die das Potenzial haben sollten, sein nächster Film zu werden; eine albtraumhafte oder reinrassige Komödie und ein morbides Psycho-Drama standen dem Hereditary: Das Vermächtnis– und Midsommar-Schöpfer zur Auswahl. Inzwischen ist die Wahl zugunsten einer der eben erwähnten Produktionen gefallen – für Beau Is Afraid. „Es wird die albtraumhafte Komödie und alles, was ich dazu sagen kann, ist, dass sie vier Stunden lang wird“, erklärte Ari Aster im Sommer. Kurze Filme waren noch nie seine Stärke. Hereditary brachte es 2018 auf 127 Minuten, Midsommar danach allein in der Kinofassung auf rund 138 Minuten, während der ausschließlich im Heimkino veröffentlichte Director’s Cut sogar 171 Minuten unserer Zeit beanspruchte. Doch nicht nur die Lauflänge lässt aufhorchen. Für die männliche Hauptrolle des titelgebenden Beau soll Aster nämlich niemand anderen als Oscar-Gewinner Joaquin Phoenix (Walk the Line) im Sinn haben, der 2019 als Joker begeisterte und uns damit Einblicke in die verwirrte Seele eines der größten DC-Schurken ermöglichte.

Joaquin Phoenix soll für Aster durch die Hölle gehen. ©Warner Bros.

Auch Ari Asters Film dürfte keine leichte Kost werden und basiert lose auf seinem 2011er Kurzfilm Beau, der von einem verängstigten Mann und seinem Kampf gegen allerlei bedrohliche Situationen erzählte. Joaquin Phoenix spielt Beau, einen Mann, der nach dem plötzlichen, mysteriösen Tod seiner Mutter in die Heimat zurückkehrt und dort eine erschreckende Entdeckung in Bezug auf seine eigene Vergangenheit macht. Während seiner Reise muss er sich zahlreichen übernatürlichen Bedrohungen stellen. Aster beschreibt seinen Film „als surreales Horror-Erlebnis, angesiedelt in einer alternativen Gegenwart.“ Discussing Film wiederum konnte bereits einen Blick auf einige der Bedrohungen werfen und bringt das Gesehene mit folgenden Worten auf den Punkt: „das sind einige der verrücktesten Ideen, die sich Aster bislang hat einfallen lassen.“ Und das lässt hoffen, schließlich war Aster für zwei der größten und besten Genrefilme der letzten Jahre verantwortlich!

Midsommar war einer der Überraschungshits 2019. ©Weltkino

Ob es wieder Überschneidungen zu seinen beiden Vorgängerprojekten Hereditary und Midsommar gibt? Die sind bekanntlich in ein und demselben Universum angesiedelt. Seit Hereditary gilt Aster als neuer aufgehender Stern am Horror-Himmel – ein Ruf, dem er auch mit seinem am helllichten Tag angesiedelten Mittsommer-Albtraum Midsommar gerecht wurde. Denn nicht viele Regisseure wagen es, ihre Genrefilme bei schönstem Wetter und Sonnenschein spielen zu lassen. Dadurch trat das Grauen in diesem Fall aber umso stärker und eindrücklicher zum Vorschein. Denn auch wenn es auf den ersten Blick nicht den Anschein macht, ist Midsommar ein waschechter Horror-Schocker – und einer der besten Filme 2019 noch dazu. Deshalb darf man durchaus gespannt sein, wohin es Aster als Nächstes verschlägt.

Aster hat ein Gespür für unheilvolle Filme. ©Splendid

Geschrieben am 24.11.2020 von Torsten Schrader
Kategorie(n): News, Top News



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