Captive State – Erst verschollen, jetzt bei Netflix: Spannendes Sci/Fi-Kino von Rupert Wyatt

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An umfassende Kinostart-Verschiebungen und Streichungen ist man inzwischen ja schon gewöhnt. Aber dass ein Film für beinahe zwei Jahre gänzlich von der Bildfläche verschwindet, nur um dann als reine Heimkino-Premiere wieder aufzutauchen, als wäre nichts geschehen, ruft dann doch einiges Stirnrunzeln hervor. So geschehen im Fall von Captive State, dem aktuellen Spielfilm von Planet der Affen: Prevolution-Regisseur Rupert Wyatt (The Exorcist, The Escapist). Viele Kinogänger hatten in dem Sci/Fi-Thriller bereits eines der potenziellen Highlights des Jahres 2019 ausgemacht, als der Kinostart im Frühjahr, nur wenige Wochen vor dem Stapellauf und während bereits die gewohnten Vorbereitungen (ein Trailer war veröffentlicht, PR und erste Pressevorführungen anberaumt) liefen, überraschend und ersatzlos von der Startliste gestrichen wurde.

Ein offizielles Statement vom zuständigen Verleih (eOne Entertainment) gab es nicht, der Film blieb lange Zeit einfach verschollen. Letzten Dezember, als man die Hoffnung auf eine deutsche Veröffentlichung schon fast aufgegeben hatte, dann die Überraschung: Captive State kommt doch noch – aber nur im kleinen Rahmen und nicht mehr wie geplant auf der Leinwand.

„Das ist nicht länger unser Planet“. ©eOne/Focus Features

Captive State: Jetzt direkt bei Netflix

Auch wenn die Coronakrise ihren Teil dazu beigetragen haben dürfte, dass wir so lange auf Captive State warten mussten, ist die Pandemie als alleiniger Grund für die Verschiebung doch eher unwahrscheinlich. Schließlich sollte der deutsche Start Anfang 2019, also lange vorher stattfinden.

Als Captive State am 10. Dezember 2020 dann endlich auf den Markt geworfen wurde, war der amerikanische Kinostart bereits 18 Monate alt und der Film in einigen Teilen der Welt (etwa Schweden oder Portugal) als TV-Premiere veröffentlicht. Ganz so weit geht man hierzulande zwar nicht, aber auch bei uns erscheint Captive State jetzt überraschend schnell als Stream – nämlich ab sofort direkt bei Netflix und natürlich ohne weitere Kosten für bestehende Abonnenten.

Hat sich das Warten denn gelohnt? Zwischen Sci/Fi-Thriller, Action-Drama und Horror erzählt Rupert Wyatt eine packende dystopische Geschichte, die aber etwas daran krankt, dass sie ihr großes Potenzial nicht vollkommen ausschöpft. Dazu werden viele der im Film aufgeworfenen Ideen zu oberflächlich abgehandelt, ohne näher ins Detail zu gehen – sicher auch, um das Budget kleinzuhalten und sich eine Hintertür für mögliche weitere Abstecher in diese Welt offen zu halten.

Angesichts der Veröffentlichungshistorie und der Tatsache, dass die Kinopremiere (weltweit spülte Captive State gerade mal acht Millionen Dollar in die Kinokassen) ein absoluter Misserfolg war, wird es dazu wohl nicht mehr kommen. Wer spannendes Sci/Fi-Kino mag, sollte Wyatts finsterer Zukunftsvision aber trotzdem eine Chance geben!

Trostlose Zukunft: Davon handelt der Film

Im dystopischen Endzeit-Thriller brechen intelligente Außerirdische wie eine Plage über die Erde und ihre Bewohner herein. Angesiedelt ist der Film aber nicht während, sondern – ähnlich wie District 9 – Jahre nach der Ankunft der mysteriösen Fremden, die das Leben, wie wir es kennen, für immer verändern sollen.

Captive State entwirft finstere Zukunftsvision. ©eOne/Focus Features

Und so ist die Gesellschaft in zwei Lager gespalten – jene, die kooperieren, und jene, die einen Aufstand gegen die seit 10 Jahren andauernde Besatzung anzetteln wollen. Offiziell existiert in dieser neuen Weltordnung kein Verbrechen mehr, die Arbeitslosigkeit ist auf einem historischen Tief und Armut wurde ausgemerzt. Doch diese scheinbar perfekte Welt hat eine düstere Kehrseite. Die Menschheit steht unter aufoktroyierter Kontrolle, die meisten ergeben sich ihrem Schicksal und kollaborieren. In Chicago jedoch formiert sich Widerstand im Untergrund:

Eine kleine Gruppe Aufständischer ist fest entschlossen, sich gegen die Eindringlinge zur Wehr zu setzen. Was nicht nur die Machthaber aus der fremden Galaxie, sondern auch deren Handlanger mit allen Mitteln verhindern wollen. Es beginnt eine erbarmungslose Jagd auf die Verschwörer, bei der nur eine Seite überleben kann.

Jetzt direkt auf Netflix verfügbar! ©eOne/Focus Features

Geschrieben am 10.03.2021 von Torsten Schrader
Kategorie(n): Captive State, News



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