Darum gehört Lloronas Fluch nicht zum Conjuring-Franchise: Regisseur klärt auf

Kinogänger dürften Mitte 2019 vermutlich nicht schlecht gestaunt haben, als sie zum Kinostart von Lloronas Fluch (The Curse of La Llorona) nicht nur die namensgebende, auf einer urbanen Legende basierende weinende Frau, sondern auch den bereits aus den Annabelle-Filmen bekannten Priester Perez (Tony Amendola) erblickten.

Er taucht zwar nur in einer für den Plot eher unwichtigen Szene auf, die noch dazu wie drangetackert wirkte, berichtet an der Stelle aber von seiner verhängnisvollen Begegnung mit einer unheimlichen Grusel-Puppe, mit der er schon einmal zu tun hatte: Annabelle. So entstand der Eindruck, als gehöre der Film von Michael Chavez dem größeren The Conjuring-Franchise an, obwohl die Verbindung im Vorfeld nie offiziell gemacht, seitens New Line Cinema sogar abgestritten und dementiert wurde.

Dennoch fragten sich nicht wenige Zuschauer nach dem Film: Ist Lloronas Fluch (The Curse of La Llorona) denn nun ein Bestandteil der ikonischen Grusel-Saga oder nicht?

Suchte 2019 erfolgreich die Kinos heim: Lloronas Fluch ©Warner Bros.

Darum bleibt Lloronas Fluch außen vor

„Nein!“, weist Chaves ganz entschieden zurück. Erst jetzt, nach seinem erfolgreichen Stelldichein mit Ed (Patrick Wilson) und Lorraine Warren (Vera Farmiga), fühle er sich dem ConjuringVerse, das 2013 von James Wan (Aquaman, Insidous) aus der Taufe gehoben wurde, zugehörig.

Anlässlich der Premiere von The Conjuring 3: Im Banne des Teufels hat DreadCentral dem Filmemacher noch einmal auf den Zahn gefühlt und mit ihm auch über sein gespenstisches Vorgängerprojekt gesprochen. Dass der Film zwar Querverweise mitbringt, technisch aber trotzdem nicht wirklich dazugehört, hat einen ganz einfachen, ziemlich profanen Grund:

Vater Perez darf auch in Lloronas Fluch Beistand leisten. ©Warner Bros.

„Wir hatten nicht alle Produzenten aus dem The Conjuring-Universeum an Bord, konnten die Idee daher nicht vollends ausschöpfen“, weiß Michael Chavez, der nach Lloronas Fluch (The Curse of La Llorona) und weltweiten Einnahmen von mehr als 120 Millionen Dollar umgehend für den dritten The Conjuring-Film, den ersten ohne Wan, an Bord geholt wurde.

So gesehen kam er verspätet also doch noch zu seinem eigenen The Conjuring-Ableger. Dass Lloronas Fluch nur das inoffizielle fünfte Rad am Franchise-Wagen geworden ist, findet er aber auch gar nicht schlimm. „Der Mythos um La Llorona kann gut auf eigenen Füßen stehen“, sagt Chavez.

James Wan kam auf die Idee, dritter Conjuring naht

„Ursprünglich war geplant, dass wir den Priester einbauen, Annabelle aufblitzen und es dabei bewenden lassen. Der Film sollte nie als Conjuring-Ableger vermarktet werden. Die Zuschauer sollten ins Kino gehen und dann erstaunt feststellen:“

„“Oh mein Gott, die sind ja verbunden!‘ Und anfänglich sollte es nicht mal das geben. Erst James Wan brachte die Idee ins Rollen, als eine Art Easter Egg. Die Zuschauer liebten die Verbindung. Aber da nicht alle Conjuring-Produzenten dabei waren, hätten wir nicht das Recht gehabt, ihn als Teil davon aufzuziehen. Nun haben wir diesen Außenseiterstatus. Da La Llorona [der Charakter] selbst Außenseiter ist, passt das aber ganz gut.“

Wer dagegen auf „richtigen“ The Conjuring-Nachschub hofft, muss sich nur noch bis zum 01. Juli 2021 gedulden. Dann nämlich startet in Deutschland das offizielle dritte Kapitel, das einen der berühmtesten Kriminalfälle der amerikanischen Geschichte neu aufrollt – den von Arne Johnson.

Das Besondere? Zum ersten Mal gab ein wegen Mordes angeklagter US-Bürger zu Protokoll, zum Tatzeitpunkt unter Einfluss einer dämonischen Präsenz gestanden, den Mord also nicht selbst begangen zu haben. Und so finden sich Ed und Lorraine Warren in The Conjuring 3: Im Banne des Teufels vor Gericht wieder!

The Conjuring 3 beginnt mit schmerzhaften Verrenkungen! ©Warner Bros.

Geschrieben am 08.06.2021 von Torsten Schrader
Kategorie(n): Lloronas Fluch, News, Top News