Justice League – Nichts für Kinder: Zielt laut Snyder auf R-Rating ab, Kinostart geplant

In der jüngeren Vergangenheit war das R-Rating vor allem Horror- und härteren Actionfilmen und Thrillern vorbehalten – und selbst hier wurde oftmals noch um diese gefürchtete Einstufung herumgeschnitten. Spätestens seit Deadpool, Logan und Joker gilt die zweithöchste US-Freigabe aber auch im Comicbereich, wo hohe Budgets und Angst vor Flops früher eine derartige Entscheidungsfreiheit erschwerten, als salonfähig. Deshalb runzelt man inzwischen auch nur noch anerkennend die Stirn, wenn Zack Snyder aktuell ankündigt, dass sein vierstündiger Director’s Cut von Justice League mit großer Wahrscheinlichkeit nicht um ein erwachsenes R-Rating (damit bliebe Kinogängern unter siebzehn Jahren der Besuch ohne Begleitung eines Volljährigen verwehrt) herumkommen wird. Noch habe er zwar nichts von der amerikanischen MPA (Motion Picture Association) gehört, es sei aber bereits absehbar, dass sein Film diese Einstufung bekommen werde. „Hier ist etwas, das vermutlich noch niemand weiß: Der Film ist wahnsinnig, verdammt episch und braucht vermutlich ein R-Rating – bei diesem Punkt bin ich mir sogar ziemlich sicher“, erklärt Snyder gegenüber Entertainment Weekly. „Das sagt mir mein Bauchgefühl.“

Der Snyder-Cut verspricht dunkler und besser zu werden. ©Warner Bros.

Das neue Material soll den Film nicht nur wesentlich länger, dunkler und erwachsener machen, es scheut offenbar auch vor Kraftausdrücken unter den sonst so sauberen und vorbildlichen Helden nicht zurück. „Es gibt eine Szene, in der Batman die F-Bombe fallen lässt. Cyborg wiederum ist nicht gerade glücklich mit seiner Situation, bevor er die Justice League trifft, und bringt das auch lautstark zum Ausdruck.“ Und das führt in den USA, wo Worte wie „Fuck“ verpönt sind, zwangsläufig zu einer höheren Einstufung. Ebenfalls problematisch sei, dass Steppenwolf seine Feinde buchstäblich zu Hackfleisch verarbeite, sagt Synder. Seine Einschätzung daher: Ein R für Gewalt und Kraftausdrücke, vermutlich sogar beides.

Ebenfalls noch nicht in trockenen Tüchern, von Snyder aber gewünscht, ist, dass der Director’s Cut zusätzlich zur digitalen HBO Max-Premiere auch im Kino gezeigt werden könnte. Ursprünglich sollte der Film ein Vorzeigetitel für Warners neue Streamingplattform werden und dort auch exklusiv zu sehen sein. Dass Justice League zusätzlich dazu nun auch noch einen traditionellen Kinostart bekommen könnte, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Immerhin überraschte Warner erst vor wenigen Tagen mit der Ankündigung, das gesamte Kino-Lineup 2021 direkt digital veröffentlichen zu wollen. Eine Entscheidung dafür oder dagegen steht aber noch aus.

Oberbösewicht: Darkseid feiert seinen großen Auftritt. ©Warner Bros.

Geschrieben am 15.12.2020 von Torsten Schrader
Kategorie(n): News



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