Moreau – Schauriger Sci/Fi-Klassiker von H.G Wells wird zum Serienerlebnis

Hollywood denkt wieder über einen Abstecher auf die berühmte Insel des Dr. Moreau nach. Mitte der Neunziger legte New Line Cinema (The Conjuring) mit der Verfilmung von H.G Wells‘ Novel eine gewaltige Bauchlandung hin. Die Situation geriet dermaßen aus den Fugen, dass Richard Stanley (Die Farbe aus dem All, M.A.R.K. 13 – Hardware) mitten während der Dreharbeiten gefeuert und durch John Frankenheimer (Ronin) ersetzt wurde. Retten konnte er D.N.A. – Experiment des Wahnsinns, wie das spätere Endergebnis in Deutschland hieß, allerdings nicht mehr, und so blieb New Line auf einem Großteil der (für damalige Verhältnisse sehr üppig bemessenen) 40 Millionen US-Dollar sitzen. Die außergewöhnlichen Umstände und Geschehnisse wurden in der brutalen Dokumentation Lost Soul: The Doomed Journey of Richard Stanley’s Island of Doctor Moreau festgehalten. Obwohl man es eigentlich besser wissen müsste, plant das Team von Gunpowder & Sky jetzt den nächsten Versuch, der Wells-Vorlage ein filmisches Erbe zu setzen. Dafür wurde der 120 Jahre alte Roman generalüberholt und von Autor Zack Stentz (X-Men: First Class, Thor, Rim Of The World, Jurassic World: Camp Cretaceous) in die Moderne verlegt.

Berüchtigt: So sah Insel des Dr. Moreau 1996 aus. ©New Line Cinema

Herausgekommen ist eine Sci/Fi-Serie namens Moreau, in der die weltbekannte Wissenschaftlerin Dr. Jessica Moreau die Aufmerksamkeit eines milliardenschweren Investors auf sich zieht, der vor nichts haltmachen würde, um die nächste Stufe der menschlichen Evolution zu erreichen. Der größenwahnsinnige Doktor ist diesmal also nicht männlich, sondern weiblich. Auch die früher so maßgebliche Insel scheint in dieser Adaption keine große Rolle mehr zu spielen. „Zack hat diesen zeitlosen Klassiker ins 21. Jahrhundert übertragen“, freut sich Eric Bromberg, Produzent bei Gunpowder & Sky. „Zusammen erschaffen wir eine Geschichte, die ein fast schon beängstigendes Spiegelbild unserer heutigen Welt ist, in der es wissenschaftlich gesehen kaum noch Grenzen zu geben scheint. Frankenstein und Doudna verblassen geradezu gegen Jessica Moreau.“

D.N.A. – mit einem der letzten Kinoauftritte von Marlon Brando ©New Line Cinema

Geschrieben am 13.11.2020 von Torsten Schrader
Kategorie(n): News