The Last of Us – Weniger Action, mehr Drama: So soll die HBO-Serie gelingen

Eine bestehende Buch- oder Spielevorlage fürs Kino und Fernsehen zu adaptieren, stellt Kreative immer wieder auf eine harte Probe. Schließlich wollen nicht nur alte Fans zufriedengestellt, sondern auch neue hinzugewonnen werden. Noch dazu bleibt beim Sprung in ein anderes Medium manch sicher geglaubtes Detail auf der Strecke. Neil Druckmann, Game Director bei Naughty Dog Games und Schöpfer von The Last of Us, kennt dieses Problem. Als Autor von sowohl der Spielevorlage als auch HBOs The Last of Us-Serienadaption beschäftigt er sich fast täglich mit schwerwiegenden Fragen wie: Wie nah muss eine Serie an der Vorlage dranbleiben, um deren Essenz einzufangen?

Druckmann deutet drastische Änderungen an

Welche Zugeständnisse sind nötig, um ein Videospiel für ein anderes Medium wie das Fernsehen aufzubereiten? Sind die Abweichungen zu groß, läuft man Gefahr, die bekanntlich sehr empfindlich auf Änderungen reagierende Fangemeinde zu verprellen und das zu verlieren, was die Vorlage großartig gemacht hat. Auf der anderen Seite ist vieles von dem, was in Videospielen funktioniert, nur bedingt auch auf eine Serie übertragbar. Die Antwort liegt also vermutlich irgendwo dazwischen.

The Last of Us entführt uns in apokalyptische Welt. ©HBO

Und so überrascht es nicht, das Druckmann gegenüber IGN von den teils gravierenden Änderungen berichtet, die The Last of Us auf dem Weg hin zur HBO-Serie durchmacht. Das gehe schon bei den Dialogen los. Einige Schlüsselmomente und vor allem die Gespräche zwischen Ellie und Joel würden sich zum Teil drastisch von der Vorlage unterscheiden.

Im Vorfeld hätten er und Co-Autor Craig Mazin (Chernobyl) sich ausgiebig darüber unterhalten, dass Season 1 der Show das komplette erste Spiel umfassen muss. Und in einem Punkt sei man sich schnell einig gewesen: „Der philosophische Unterbau der Geschichte ist der Schlüssel zu einer würdigen Adaption“, sagt Druckmann. Ob ein Charakter nun das gleiche rote Shirt wie in der Vorlage trage oder ein völlig anderes, sei für die Geschichte erstmal völlig unerheblich. Viel wichtiger sei es, den Kern dieser beiden Figuren und ihrer Reise zu erfassen, weiß der The Last of Us-Schöpfer.

Weniger Action, dafür mehr Dramatik

Dennoch werden Spieler viele Elemente aus der Vorlage sofort wiedererkennen. „In einigen Momenten bleiben wir ziemlich nah dran. Es ist witzig, wenn ich meine Dialoge in den HBO-Drehbüchern wiedererkenne. Andere Male weichen wir stark davon ab, um einen besseren Effekt zu erzielen. Schließlich haben wir es hier mit einem anderen Medium zu tun.“

Dramatisch: The Last of Us soll das Zwischenmenschliche in den Fokus rücken! ©HBO

Als Beispiel nennt er die Action-Komponente aus den Spielen, die für HBOs The Last of Us beträchtlich heruntergefahren werde. „Um den Spielern die Mechaniken näherzubringen, ist der Actionanteil natürlich viel höher. In einer Serie muss man niemandem beibringen, wie man eine Waffe benutzt.“ Und HBO hätte beide in ihrer Entscheidung unterstützt, zugunsten einer eher dramatischen Ausrichtung vom Action-Bombast der Spiele abzurücken. „Einige meiner liebsten Episoden unterscheiden sich stark von der bekannten Geschichte“, sagt Druckmann.

Mit Game of Thrones‚ Nachwuchstalent Bella Ramsey und dem aus Chile stammenden und schon in Disneys The Mandalorian vertretenen Pedro Pascal stehen seit kurzem die Serien-Pendants von Ellie und Joel fest. Sie werden voraussichtlich 2022 durch das post-apokalyptische Amerika ziehen. Als Basis dient die dramatische Geschichte um Ellie und ihren Beschützer Joel, die Millionen rührte und weltweit über 200 Game of the Year-Awards einsackte – ein Rekord! Die groß angelegte HBO-Serie erzählt die Handlung des ersten Spiels nach, erlaubt sich aber einige kreative Freiheiten und soll unter anderem bislang offene Lücken ausfüllen.

Sie werden zu Ellie und Joel: Pedro Pascal und Bella Ramsey. ©HBO/Sony

Geschrieben am 22.03.2021 von Torsten Schrader
Kategorie(n): News, Top News



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