The Woman in the Window – Von Disney abgelegter Thriller startet Sommer auf Netflix

Wohin man sich in Europa auch wendet, fast überall erblickt man derzeit geschlossene Betriebe und eine brachliegende Kinolandschaft. Das macht es den Verleihern schwierig, Termine für ihre ohnehin schon übervollen Startlisten und Lineups zu finden. In weiser Voraussicht hatte sich Walt Disney letzten Sommer bereits von einigen früheren Fox-Titeln getrennt, um nicht selbst Gefahr zu laufen, in einer Sackgasse zu landen. Ab Februar bietet man mit Star von Disney+ zwar selbst eine erwachsene Streamingschiene an. Joe Wrights vielversprechender Thriller The Woman in the Window aber ging an die Konkurrenz von Netflix, wo der Film laut dem Hollywood Reporter aktuell für eine digitale Streaming-Premiere in diesem Sommer vorbereitet ist. Wright selbst kann es kaum erwarten, den Film nach diversen Verschiebungen und umfangreichen Nachdrehs, die noch von Disney in Auftrag gegeben wurden, veröffentlicht zu sehen. „Ich bin sehr gespannt auf die Resonanz und Reaktionen“, sagt er. Für ihn wäre es sicherlich eine Art Genugtuung, wenn der von Disney verschmähte Film bei Netflix auf ein begeistertes Publikum stoßen würde, das seine Vision mag.

„Ich hoffe, dass die Leute gestärkt aus meinem Film hervorgehen und erkennen, dass Ängste uns selbst einkerkern können.“ Denn genau das sei der Film: „Eine Geschichte über eine Frau, die ihre eigenen Ängste überwindet und schließlich hinter sich lässt.“ Die „Angst“ begegnet uns hier in Gestalt von Amy Adams (Arrival, Nocturnal Animals), deren Figur an einer ausgeprägten Form der Agoraphobie. Betroffene trauen sich nicht mehr aus dem Haus, verbringen die meiste Zeit ihres Lebens in den eigenen vier Wänden. Die Teilnahme am öffentlichen Leben beschränkt sich im Fall von Dr. Anna Fox (Amy Adams) auf das Ausspionieren ihrer Nachbarn.

Dabei macht Adams Rolle eine erschreckende Entdeckung, die uns zum Netflix-Start knapp zwei Stunden Hochspannung garantieren soll. Im Trailer wird sie Zeuge, wie ihre Nachbarin Julianne Moore (Carrie, Die Tribute von Panem) kaltblütig ermordet wird. Was hat sie wirklich gesehen? Ist am Ende alles nur ein Hirngespinst? Die Grundlage für diese spannende Frage liefert der gleichnamige New York Times-Bestseller von A.J. Finn, der von Pulitzer Prize-Gewinner Tracy Letts (August in Osage County, Killer Joe, Bug) in Drehbuchform gebracht, anschließend von den beiden renommierten Produzenten Scott Rudin und Eli Bush für die Leinwand aufbereitet und offensichtlich von Alfred Hitchcocks Das Fenster zum Hof (Rear Window) inspirierte wurde.

Ab Sommer im Stream statt im Kino. ©20th Century Studios

Geschrieben am 08.01.2021 von Torsten Schrader
Kategorie(n): News



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