Venom 2 – Also doch: 18er-Freigabe war ein Thema, diverse Specials und neue Artworks zum Kinostart

Dieses Thema, das uns höchstwahrscheinlich noch eine Zeit lang durchs Leben begleiten und immer wieder mal zur Sprache kommen wird, scheint einfach kein Ende nehmen zu wollen. Venom 2: Let There Be Carnage wurde längst abgedreht, fertiggestellt und von der MPAA, dem amerikanischen Kollegen der hiesigen FSK, ab 13 Jahren freigegeben.

Viele waren entsetzt und sich sicher, dass die Prüfstelle nicht gut genug aufgepasst hat und bei allen Szenen mit Carnage weggenickt sein muss. Doch auch nach mehrmaligem Hinsehen blieb die Zahl unverändert – so sieht die Realität nun mal aus.

In der Konsequenz wurde mit Unverständnis reagiert, da Carnage in den Augen der Fans nur dann sein Potenzial als Killermaschine entfalten kann, wenn er wie in der Comicvorlage ein Blutbad anrichtet und jeden in der Luft zerfetzt, der sich ihm in den Weg stellt. Doch weit gefehlt, denn Geld in Kunstblut wurde hier mit Sicherheit keines investiert.

Von Gore- und Splatterszenen keine Spur

Wenn Carnage angreift, endet die jeweilige Szene entweder mit einem Kameraschwenk (Kopfkino soll ja bekanntlich effektiver sein als den Schrecken durch eigene Augen zu sehen, wahrhaftig mitzuerleben) oder einem sauberen Schnitt inkl. anschließenden Kau- oder Schmatzgeräuschen, durch die unser Gehin dazu animiert wird, das zu bebildern, was dem Kinogänger verwehrt blieb.

Bei anderen Produktionen mag es viele verschiedene Ursachen haben, weswegen eine bestimmte Altersfreigabe anvisiert und oft sogar hart erkämpft wird, hier sind sie jedoch eindeutig: Regisseur Andy Serkis und Co. wollen niemanden ausschließen und kein Potenzial verschenken.

Die Filmemacher haben sich in den letzten Wochen nicht selten dazu geäußert, doch einige Presseleute scheinen trotzdem kein anderes Thema zu haben als das R Rating, das hätte sein können, wenn sie Serkis und Co. in einem Interview gegenübersitzen (oder sich in Zeiten einer Pandemie virtuell via Zoom Hallo sagen).

Venom will wissen, wer Schuld am PG-13 war. ©Sony

Hauptdarsteller verteidigt die Altersfreigabe

Nach Serkis war nun Tom Hardy an der Reihe, die niedrige Altersfreigabe zu rechtfertigen, indem er öffentlich verriet, dass definitiv Gespräche darüber geführt wurden, ob die Comicverfilmung eine 18er-Freigabe erhält oder harmloser als das wird, was die Comics bereits durchsetzen konnten:

«Ich kann euch zu 100% versichern, dass wir das R Rating durchaus in Betracht gezogen haben, bei einer Geschichte über Symbionten waren Diskussionen in diese Richtung aber auch unausweichlich. Wirft man einen Blick in die Comics, realisiert man als Leser sofort, wie extrem sie sein können. Aber diese Brutalität war nicht der Grund, weswegen wir dieses Sequel auf die Beine gestellt haben.»

«Uns ging es primär immer nur darum, einen Film zu machen, der für Jedermann zugänglich ist – für Hardcore-Fans, aber eben auch für alle anderen, die es nicht sind. Ich hoffe inständig, dass sich Liebhaber der Vorlage Carnage im Kino ansehen und sein bedrohliches Wesen sofort wiedererkennen.»

«Sie bekommen zwar nicht zu sehen, wie er Menschen ihre Köpfe abbeißt, aber es gibt immerhin eine Szene, wo er seine Zunge einem Mann tief in den Rachen steckt», ließ der Schauspieler im ComicBook-Interview durchsickern.

Letzten Endes lässt sich diese Entscheidung nicht mehr rückgängig machen. Man darf sich darüber ärgern, die Augen verdrehen und mit dem Kopf schütteln – oder aber man hofft ganz einfach, dass Venom 2 mit anderen Qualitäten glänzt, beispielsweise der Handlung, den Dialogen, den Charakteren oder den Actionszenen, und auch ohne großes Blutvergießen funktioniert.

Manche ziehen hier möglicherweise einen Boykott vor, in der Annahme, dass dies in Zukunft irgendwas bewirkt. Sollte der Film aber auch ohne großes Gemetzel überzeugen, dann wird man über die fehlenden Goreszenen garantiert hinwegsehen können. Splatterszenen haben schließlich auch noch keinen Rohrkrepierer gerettet.

©Sony

©Sony

©Sony

©Sony

Geschrieben am 24.09.2021 von Carmine Carpenito



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