Warner erteilt Ayer-Cut von Suicide Squad und Snyder-DC-Filmen eine Absage

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War die Veröffentlichung von Zack Snyder’s Justice League eine einmalige Sache oder der Beginn von etwas Größerem? Snyder ist bekanntermaßen längst nicht der einzige Filmemacher, dem beim kreativen Schaffensprozess übel mitgespielt oder von Dritten reingeredet wurde. Tatsächlich ist die Filmgeschichte voll von Regisseuren, die nach Streitigkeiten und Auseinandersetzungen mit Geldgebern oder Studios entweder entmachtet oder kurzerhand gefeuert wurden, ohne ihre Vision fertigstellen zu dürfen. Wer nun die Hoffnung hatte, dass Warners Sinneswandel im Fall von Justice League den Anstoß zu weiteren „Wiedergutmachungs-Initiativen“ geben könnte, irrt aber offenbar.

Auf Anfrage von Variety schmetterte WarnerMedia-Geschäftsführerin Ann Sarnoff die Möglichkeit eines „Ayers-Cuts“ von Suicide Squad nun jedenfalls ganz entschieden ab. Weder werde man einen Ayer-Cut entwickeln noch gebe es Pläne zu weiteren DC-Filmen von Zack Snyder, sagt sie.

Warner plant keine weiteren Snyder-Filme ©Warner Bros.

Warner macht weiter – aber ohne Synder und Ayer

Snyder hätte Ideen für mindestens zwei weitere Filme gehabt, die in seinem Director’s Cut, der seit letzten Donnerstag im Programm von Sky zu finden ist, auch ganz klar angeteasert werden. Sarnoff aber zeigt sich zufrieden mit dem, was bislang erreicht wurde, sieht in der Trilogie aus Man of Steel, Batman v. Superman und Justice League einen klaren Abschluss.

Sie sei zwar glücklich darüber, dass man es [den Zack Snyder-Cut] gewagt habe, aber nun freue man sich bei Warner Bros. und DC erstmal wieder auf die „aufregenden Pläne für all die anderen multidimensionalen DC-Charaktere“, die sich gerade in Arbeit befinden.

Nun ist es im Grunde genau so gekommen, wie von Warner befürchtet. Aus Angst davor, was so ein Zugeständnis nach sich ziehen könnte, wehrte man sich lange gegen den von Fans gewünschten Snyder-Cut – bis Anfang 2020 und nach langen Twitter-Protesten doch noch eingelenkt wurde.

Dadurch sitzt man jetzt aber auch in einer Zwickmühle, denn was einem Regisseur erlaubt wurde, sollte in der Theorie auch bei anderen möglich sein. Schnell hatten Fans in Suicide Sequd, der 2016 unter ähnlichen Bedingungen „zusammengeschustert“ wurde wie Justice League, ihr nächstes Opfer ausgemacht. Warner aber will davon (zumindest im Moment) nichts wissen und nimmt dem Aufruf nach #ReleaseTheAyerCut vorsorglich den Wind aus den Segeln.

Der Joker: So gut wie alle seine Szenen wurden im Schneideraum entfernt. ©Warner Bros.

Ayer für neuen Suicide Squad-Cut zu haben

Regisseur David Ayers wiederum twitterte nach Sarnoffs Aussage, man werde keinen Ayer-Cut absegnen, mit einem traurigen Smiley: „Aber warum?“ Und das ist eine gute Frage, auf die das Studio momentan eben keine Antwort parat hat.

Dabei wäre Ayers Cut offenbar deutlich preisgünstiger in der Herstellung als Zack Snyder’s Justice League, der noch einmal gigantische 70 Millionen US-Dollar verschlang. Bei seinem Suicide Squad wären nämlich „nur“ zwanzig bis dreißig Millionen US-Dollar fällig, sagt Ayer, der via Twitter noch zusätzlich Öl ins Feuer gießt.

„Für meinen Cut bräuchte es nicht so viel. Das wäre wie eine Erlösung für mich. Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie anstrengend es ist, Prügel für einen Film einstecken zu müssen, der nach der Edward mit den Scherenhänden-Methode [also eher von Dritten] fertiggestellt wurde. Der Film, den ich gemacht habe, wurde nie gezeigt.“

Sollte man die Hoffnung also aufgeben? Noch nicht. Denn wenn Zack Snyder’s Justice League eines ganz deutlich gezeigt hat, dann, dass man niemals nie sagen sollte!

Darf das Himmelfahrtskommando noch einmal ran? ©Warner Bros.

Geschrieben am 23.03.2021 von Torsten Schrader
Kategorie(n): News