Revival – King-Verfilmung von Mike Flanagan wird abgründig und düster

Seit den gelungenen Das Spiel (Gerald’s Game) und Doctor Sleeps Erwachen gilt Mike Flanagan als Spezialist für Stephen King-Verfilmungen – und diesem Ruf wird er nun einmal mehr gerecht. Nachdem eine Kinoadaption 2016 unter Leitung von Josh Boone (Das Schicksal ist ein mieser Verräter, The New Mutants) noch gescheitert war, kommt Flanagan jetzt die Aufgabe zu, Kings 600-seitigen Roman Revival, zu dem schon kurz nach Erscheinen eine Verfilmung angekündigt wurde, ins Kinoformat zu bringen. Auftraggeber ist einmal mehr das Team von Warner Bros, mit dem Flanagan auch schon die gefloppte Filmfassung von Doctor Sleep in Angriff genommen hat. Offiziell ist er bislang nur als Autor und Produzent unter Vertrag, allerdings mit der Option, den Film letztlich auch inszenieren zu können. Und da sich Flanagan selbst zu den größten Fans der lebenden Autorenlegende zählt, wird er diese Gelegenheit vermutlich nicht lange ungenutzt lassen. Schon jetzt deutet er an, dass Revival sein bislang finsteres Werk werden könnte. „Diese Geschichte ist einfach unbarmherzig finster und zynisch, was mich aber unheimlich anspricht. Das wird die Rückkehr zum kosmischen Horror. Ein derart düsteres Ende habe ich seit Absentia oder auch Ouija nicht mehr abgeliefert. Ich bin gespannt, ob ich damit durchkomme“, scherzt Flanagan im Kingscast.

Flanagan macht unheimlich weiter! ©Netflix

Sollte Flanagan Regie führen, löst er seinen Kollegen Josh Boone ab, der Revival vor vier Jahren mit Russell Crowe und Samuel L. Jackson in den Hauptrollen ins Kino bringen wollte. Jackson wäre dabei nicht irgendeine Rolle zugekommen, sondern die von Oberbösewicht Reverend Charles Jacobs. Sein Gegenstück, die Hauptfigur Jamie Morton, wäre an Crowe gegangen. Bezüglich des Castings ist momentan noch alles offen, allerdings dürfte die Wahrscheinlichkeit, dass Flanagan auf die auserwählten Kandidaten seines Vorgängers zurückgreift, vermutlich eher gering sein. Revival erzählt die Geschichte des Jungen Jamie und des Predigers Charles Jacobs, deren Wege sich von den Sechzigern bis heute auf unglückselige Weise immer wieder kreuzen. Sie steuert auf ein beängstigendes, auswegloses Ende zu, wie es selbst Stephen King bislang nicht zu Papier gebracht hat, und ist gleichzeitig Abrechnung mit dem Religionsfanatismus in unserem hoch technisierten Zeitalter und Verbeugung vor den Größen des klassischen Horrors.

Seit seinem Durchbruch hat Flanagan (Oculus, Before I Wake oder Ouija: Ursprung des Bösen) alle Hände voll zu tun, arbeitet für Netflix derzeit an gleich drei neuen Horror-Serien: Midnight Mass, einer Fortsetzung zu Spuk in Hill House und der aktuellen Neuankündigung The Midnight Club. Zumindest zwei davon (Spuk in Bly Manor, Midnight Mass) könnten sogar noch 2020 erscheinen.

Kam 2016 auf den Markt: Revival von Stephen King ©Heyne

Geschrieben am 03.07.2020 von Torsten Schrader
Kategorie(n): News



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