Scream – Traileraufrufe: Ghostface stellt Michael Myers in den Schatten

Ab dem 13. Januar 2022 stellt sich wieder einmal die Frage, die sich schon vor einem Jahrzehnt gestellt hat: Wie viele Kinogänger sind noch an Final Girl Sidney Prescott und ihren wechselnden Widersacher im Ghostface-Kostüm interessiert? 2011 gingen die ehemaligen Hollywood-Giganten Bob und Harvey Weinstein von der Weinstein Company und Dimension Films davon aus, dass mit einer derart erfolgreichen Neunziger Jahre-Marke nichts schief laufen kann.

Wieso sollte Scream 4 auch floppen, nachdem die Revivals der beiden Slasher-Kollegen Freitag der 13. und A Nightmare on Elm Street das Box Office schon kurz davor zum Beben gebracht haben? Doch nach dem Startwochenende folgte die Enttäuschung: Mit gerade einmal 18.7 Millionen US Dollar scheiterte das damalige Ghostface-Comeback daran, Eindruck zu hinterlassen. Box Office-Experten haben dem Streifen bis zu über 35 Millionen US Dollar zugetraut.

Aber woran lag es eigentlich, dass der vierte Teil gegenüber seiner Vorgänger derart einbrach? Es gibt verschiedene Punkte, die in den letzten zehn Jahren immer wieder zur Sprache kamen, um die ausgebliebenen Kinobesuche irgendwie zu begründen. Einige schoben die Schuld der mangelhaften Marketingkampagne in die Schuhe, andere wiederum sahen in der 4 im Titel das Problem – das wird womöglich auch die Ursache sein, wieso Scream genauso heißt wie das Original und nicht Scream 5.

Sidney (Neve Campbell) und Gale (Courteney Cox) sind back! ©Entertainment Weekly

Wie eine Zahl im Titel von neuen Generationen interpretiert wird

Wenn zwischen zwei Fortsetzungen so viel Zeit verstreicht und in der Zwischenzeit eine komplett neue Generation an Filmliebhabern heranwächst, kann sich eine Zahl im Namen eines Filmes tatsächlich negativ auf das Einspielergebnis auswirken. Wieso das so ist? Wir erklären es euch: Eine Ziffer deutet ganz offensichtlich darauf hin, dass eine offene Geschichte weitergeführt wird.

Für Fans der Original-Reihe mag das sicherlich der Nummer-Eins-Grund sein, weswegen sie sich wie verrückt auf Nachschub freuen. Jüngere Generationen hingegen könnten sich ausgeschlossen vorkommen, weil sie die vorangegangenen Franchise-Ableger weder gesehen haben noch daran interessiert sind, «die alten Schinken» nachzuholen.

Eine Fortsetzung, aber auch ein Neustart

Und so verzichten sie trotz Neugierde an der Marke auf einen Kinobesuch, weil sie glauben, dass sie alle Filme gesehen haben müssen, um auch die neue Fortsetzung (die sich ihrer Meinung nach nur an bereits bestehende Fans richtet) gänzlich verstehen zu können. Fällt die Zahl im offiziellen Titel jedoch weg, entsteht der Eindruck, dass es sich um ein Reboot handelt. In einem solchen Fall sind Teenager im Bestfall wieder am Start, weil jetzt auch sie sich angesprochen fühlen.

Fans und Kenner der Marke wissen natürlich schon seit der Ankündigung, spätestens aber seit der Trailerpremiere, dass hier die Geschichte von Sidney Prescott weitererzählt wird. Neuzugänger, die noch nie etwas über die Überlebenskünstlerin und ihre Freunde gehört haben, interpretieren das gesehene Material zum Film allerdings als ein völlig neues Kapitel.

Selbiges psychologisches Vorgehen wurde auch schon bei Halloween (2018) angewandt – das Slasher-Sequel hieß genau gleich wie der Klassiker aus dem Jahr 1978, obwohl im Grunde dessen Ereignisse fortgesetzt werden. Jedoch hätte eine 2 im Titel beim jungen Publikum vermutlich nur unnötig für Verwirrung gesorgt. Nun, da Scream den gleichen Weg einschlägt, darf man natürlich gespannt sein, ob sich die Vermutung im Frühjahr 2022 einmal mehr bewahrheitet.

Auch wieder am Start: David Arquette als Deputy Dewey. ©Entertainment Weekly

SCREAM schlägt die Traileraufrufe von HALLOWEEN KILLS

Eine Sache steht jedenfalls jetzt schon fest: Neugierde ist auf jeden Fall vorhanden und zwar en masse! Seit der Veröffentlichung des ersten Trailers vor einer Woche, wurde der vielversprechende Vorgeschmack auf dem offiziellen YouTube-Kanal von Paramount Pictues bereits mehr als 12 Millionen Mal aufgerufen. Zum Vergleich: Der Trailer zu Halloween Kills brachte es zwar auf gleich viele Views, allerdings waren da mehr als vier Monate notwendig, um auf diese beachtliche Summe zu kommen!

Selbstverständlich muss man bei Zahlen, egal ob nun positiv oder negativ auffallend, dennoch vorsichtig sein. Nicht alle, die sich den Trailer zu Scream aus Neugierde angesehen haben, werden in wenigen Monaten vor einem Kino Schlange stehen, um sich an der Kasse eine Eintrittskarte zu kaufen. Bis zum Kinostart werden wir über das Hit-Potenzial also lediglich spekulieren können.

Bis jetzt stehen die Zeichen aber gut, dass Scream (5) das Einspielergebnis seines Vorgängers in den Schatten stellt – und eventuell auch noch das der anderen drei Filme.

©Spyglass/Paramount

Geschrieben am 26.10.2021 von Carmine Carpenito
Kategorie(n): News, Scream, Top News



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